Regenerative Energien

Keine Prioritäten bei den Energiequellen

Keine Prioritäten bei den Energiequellen

Keine Prioritäten bei den Energiequellen

Tondern/Tønder
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Mehrfach ist gegen neue Windkraftanlagen vor dem Tonderner Rathaus demonstriert worden. Foto: Archivfoto: Monika Thomsen

Tonderns Technischer Ausschuss konnte sich bei den Windkraftanlagen nicht auf eine gemeinsame Marschroute für die Umsetzung einigen. Sechs Vorhaben erfüllen die Kriterien und gehen in die nächste Runde.

Die erste Hürde galt es für 15 Projekte zur Gewinnung erneuerbarer Energien im fünfköpfigen Technischen Ausschuss in Tondern zu nehmen.

Ging noch alles glatt, als es darum ging, die Vorhaben nach dem Faktor der Machbarkeit in drei verschiedene Kategorien einzuordnen, sah es etwas anders aus, als zur Priorisierung geschritten wurde.

Harry Sørensen und Harald Christensen teilten mit, dass sie überhaupt nicht für die Platzierung von Windrädern an Land sind.

Bo Jessen, Vorsitzender

„Harry Sørensen und Harald Christensen teilten mit, dass sie überhaupt nicht für die Platzierung von Windrädern an Land sind“, berichtet der Vorsitzende des Technischen Ausschusses, Bo Jessen („Tønder Listen").

Außer von Sørensen (Konservative Volkspartei) und Christensen (Sozialdemokratie) gab es auch Einwände von Venstre-Mitglied Poul Erik Kjær.

Er ist gegen Windkraftanlagen, die höher als 150 Meter sind. Zugleich meint er, dass für jede neue Anlage zwei alte abgebaut werden sollen.

Sechs Projekte gehen weiter

„Daher haben wir sechs Projekte weitergeleitet, ohne eine Priorisierung vorzunehmen. Das war, was machbar war“, so Jessen.

„Es hätte Venstre gut zu Gesicht gestanden, wenn die Partei bereits bei der Ausarbeitung der Richtlinien diese Haltung eingebracht hätte“, kann sich Jessen einen Kommentar mit Blick auf die von Kjær präsentierten Vorbehalte nicht ganz verkneifen.

Wechsel im politischen Lager

Als der Kommunalrat Ende September 2020 die Richtschnur verabschiedet hatte, gehörte Bo Jessen noch der Venstre-Fraktion an. Gleiches galt auch für Ausschussmitglied Daisy Dahl („Tønder Listen").

Seit Mitte Oktober bilden sie gemeinsam mit den ebenfalls Venstre-Abtrünnigen Henrik Frandsen, Anita Uggerholt Eriksen, Irene Holk Lund und René Andersen die Fraktion von „Tønder Listen".

Seitdem ist der fraktionslose Jens Møller zu Venstre zurückgekehrt. Der ebenfalls fraktionslose Harry Sørensen (früher Dansk Folkeparti) ist inzwischen zu den Konservativen gewechselt.

Befürworter und Gegner sind sich nicht einig, ob es sich mit Windkraft um Ab- oder Entwicklung handelt. Foto: Monika Thomsen

Der Stadtrat entscheidet

„Obgleich wir uns einig sind, die sechs Projekte weiterzuleiten, da sie die Kriterien erfüllen, ist noch alles offen, da letztendlich der Kommunalrat entscheidet“, so Jessen.

Dieser ist bekanntlich in Sachen Windenergie gespalten, welches auch die Abstimmung im September 2020 widerspiegelte.

Das Abstimmungsergebnis im September 2020:
Für die Richtlinien für Windkraftanlagen gab es 17 Ja-Stimmen: Venstre (13), die Schleswigsche Partei (2), die Sozialistische Volkspartei (1), Borgerlisten (1)
Die 14 Gegenstimmen: die Sozialdemokratie (6), die Dänische Volkspartei (2), die Liberale Allianz (1), die Konservative Volkspartei (1), die Einheitsliste (1), Mathias Knudsen (Venstre), Harry Sørensen (fraktionslos), sowie Jens Møller (fraktionslos).
Für die Richtlinien für Sonnenenergie votierten 27 Politiker: Venstre (14), die Sozialdemokratie (6), die Schleswigsche Partei (2), die Dänische Volkspartei (2), die Sozialistische Volkspartei (1), Borgerlisten (1) sowie die Einheitsliste (1).
Die 3 Gegenstimmen: die Liberale Allianz (1), die Konservative Volkspartei (1) sowie Harry Sørensen (fraktionslos).
1 Enthaltung: Jens Møller (fraktionslos)

Während einige Vorhaben komplett aus dem Rennen sind, werden zwei Windenergie-Vorhaben in Borg bei Bredebro ausgeklammert, da sie sich gegenseitig in die Quere kommen würden.

„Vielleicht könnte ein gemeinsames Projekt dort eine Lösung sein", so Jessen.

58 Windkraftanlagen

Außen vor bleiben auch zwei Solar-Projekte aus Rohrkarr (Rørkær) und Drengstedt (Drengsted), da sie nach dem Fristende für Anträge im vergangenen Dezember eingereicht wurden.

Die fünf Windkraftprojekte und eine kombinierte Anlage mit Windkraft und Sonnenenergie bringen es gemeinsam auf 58 Windräder mit einer Höhe zwischen 136 und 180 Meter.

Die Projekte sind:

• Vattenfall, Haved, 18 Windräder (155 m) Leistung: 108 MW

• Vattenfall, Rejsby Hede, 15 Windräder (155 m), 101 MW

• NRGI, Drengsted/Lovrup, 6 Windräder (136 m), 33,6 MW

• Eurowind, Vollum Enge, 10 Windräder (180 m), 56 MW

• Momentum Energy Jutlandia, Arrild, 9 Windräder, (136 m), 38 MW

• Eurowind, Gasse Hede, 8 Windräder (150 m) und eine 48 Hektar große Solaranlage, Leistung 90 MW

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