Handball

Aaron Mensing ärgert sich über Saison der verpassten Möglichkeiten

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Aaron Mensing zog sich Anfang März einen Achillessehnenriss zu.

Der 27-Jährige aus Rinkenis war nach seinem Achillessehnenriss in der entscheidenden Phase der Saison zum Zuschauen verdammt und will die verpassten Titel als Antrieb nutzen. Gedanken, dass die schwere Verletzung die Handball-Karriere bedrohen könnte, gab es keine.

Drei Titel waren in Reichweite, doch die MT Melsungen hat sich für die beste Saison der Vereinsgeschichte nicht mit einem Titelgewinn belohnt. Aaron Mensing, der im Sommer 2024 nach einer Saison bei GOG in die Handball-Bundesliga zurückgekehrt war, zog sich Anfang März einen Achillessehnenriss zu und musste von der Tribüne aus ansehen, wie seine Mannschaftskameraden knapp an allen drei Titeln vorbeischrammten.

„Ich bin froh, wieder in der Bundesliga zu spielen. Das macht mir so viel Spaß, und ich bin auch mit unserer Saison zufrieden. Schade nur, dass wir uns nicht mit einem Titel belohnt haben. Wenn man bei zwei Final Fours dabei ist, lange die Bundesliga anführt und am 31. Spieltag ein Endspiel in der Bundesliga hat, dann will man auch etwas mitnehmen. Das ist ärgerlich, aber wir dürfen nicht vergessen, dass es die beste Saison gewesen ist, die Melsungen je gespielt hat“, sagt Aaron Mensing zum „Nordschleswiger“.

Zuschauen war verdammt hart

In der Bundesliga verlor die MT Melsungen am 31. Spieltag das absolute Spitzenspiel gegen die punktgleichen Füchse Berlin 29:37 und musste sich am Ende mit 55:13 Punkten und dem dritten Tabellenplatz hinter den Füchsen (58:10) und dem SC Magdeburg (57:11) zufriedengeben. Aber immerhin vor dem THW Kiel (51:17) und der SG Flensburg-Handewitt (47:21).

Im DHB-Pokalfinale in Köln gab es eine 23:28-Niederlage gegen den THW Kiel und beim Final Four der EHF-European-League in Hamburg ging das Halbfinale gegen den späteren Titelträger SG Flensburg-Handewitt mit 34:35 nach Verlängerung verloren. Auch im Spiel um Platz drei gab es eine Niederlage, 31:37 gegen den THW Kiel.

„Ich war in Köln und Hamburg als Zuschauer dabei. Das war schon verdammt hart, dort nicht spielen zu können, aber das hat mir noch mehr Motivation gegeben, wieder zurückzukommen und mein altes Niveau zu erreichen“, so der 27-Jährige aus Rinkenis (Rinkenæs).

Keine Gedanken an ein Karriere-Aus

Das Reha-Training läuft gut und nach Plan. Mensing musste zehn Wochen lang einen Stiefel tragen. Der ist mittlerweile mit einem normalen Schuh ausgetauscht worden. Laufen kann er noch nicht, es wird noch an der Stabilität gearbeitet und daran, dass die Schwellung verschwindet.

Eine Prognose, wann er wieder auf dem Spielfeld steht, möchte er nicht abgeben. Bei Achillessehnenrissen wird normalerweise mit einer Zwangspause von sechs bis neun Monaten gerechnet. Die schwere Verletzung könnte aber auch die Karriere gefährden.

„Ich habe mir ehrlich gesagt nicht die Gedanken gemacht, dass die Karriere gefährdet sein könnte. Natürlich macht man sich Gedanken, wie die Verletzung die Beweglichkeit beeinträchtigt, aber es ist kein Thema für mich gewesen, dass ich nicht zurückkehre. Das ist für mich ausgeschlossen“, sagt Aaron Mensing.

Erster Titel nur eine Frage der Zeit

Der Rückraumspieler wird ebenso wie Torwart Nebojsa Simic (Kreuzbandriss) in den ersten Monaten der neuen Saison der MT Melsungen fehlen. Gleichzeitig wird der Isländer Elvar Jönsson (zum SC Magdeburg) im Mittelblock schmerzlich vermisst werden, dennoch ist Mensing sich sicher, dass der Vorstoß der MT Melsungen in die Spitzengruppe der Bundesliga keine Eintagsfliege war.

„Als ich kam, hatte ich eine gewisse Unsicherheit, ob wir in Melsungen den Schritt nach vorne machen konnten, aber der ist uns gelungen. Wir haben hier etwas entwickelt, eine Basis aufgebaut, dass ich keine Zweifel habe, dass wir in der nächsten Saison wieder oben angreifen können. Wir haben in dieser Saison um drei Titel mitgespielt, und es hat nur der letzte Schritt gefehlt. Wenn wir so weitermachen, ist es nur eine Frage der Zeit, wann Melsungen den ersten Titel gewinnt“, meint Aaron Mensing.