Vestas-Anlage in Østerild

Windrad-Teile rollen mit 3 km/h durch Nordjütland

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Wie ein mobiler Aussichtsturm: Der Fuß der Anlage rollt.

28 Meter hoch, 8 Meter breit, Hunderte Tonnen schwer: Für den Spediteur ist es die schwierigste Herausforderung.

Rubjerg Knude

Die Einzelteile der Vestas-Anlage kommen nur langsam voran.

Das ist der größte und schwerste Transport, den ich in meinen 20 Jahren in diesem Beruf mitgemacht habe.

Spediteur Gert Overgaard Madsen

Größte Warentransport in Dänemark

Das stehend auf einem elf-achsigen Trailer, durch die Landschaft schwebende untere Turmsegment der Vestas-Testanlage setzte sich am Montag um 8.30 Uhr in Bewegung. Es ist sogar fünf Meter höher als der jüngst auf „Rollschuhe“ versetzte Leuchtturm. An einer Kreuzung musste das Gefährt am Nachmittag eine asphaltierte Verkehrsinsel überrollen. Liegend hätte man den Windkraft-Koloss mit einem Gewicht von 275 Tonnen gar nicht ans Ziel bringen können.

„Ein Spielzeug für große Kinder“

Viel Zeit habe man zunächst damit verbracht, die geeignete Fahrzeugtechnik und Straßenabschnitte mit der nötigen Breite zu finden, erzählt der Spediteur. Geschlafen hätten er und sein Team in den vergangenen Tagen eher wenig, weil sich trotz minutiöser Planung im Kopf immer wieder leichte Zweifel auftaten. Letztlich sei es aber „ein Spielzeug für große Kinder“.

Die mit 400 Tonnen Gewicht schwerste Komponente wird auf einem Anhänger mit 16 Achsen ins Ziel gezogen: Es ist die acht Meter breite Kanzel, der Kopf der künftigen Anlage, die letztlich für den Offshore-Einsatz konzipiert ist.

Bei dem Transport der Anlage ist kein Durchkommen für andere Verkehrsteilnehmer.
Mit Offshore-Anlagen wie der V164-10.0 will Vestas die 10-Megawatt-Grenze sprengen.