Wirtschaft

Landwirtschafts-Chefin: Frederiksens Einwanderungspolitik schadet der Wirtschaft

Landwirtschafts-Chefin: Frederiksens Einwanderungspolitik schadet der Wirtschaft

Landwirtschafts-Chefin: Frederiksens Einwanderungspolitik schadet der Wirtschaft

cvt/Ritzau
Kopenhagen
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Kristian Thulesen Dahl und Mette Frederiksen. Foto: Scanpix

Die ehemalige sozialdemokratische Ministerin Karen Hækkerup kritisiert die Parteivorsitzende Mette Frederiksen für ihre Rhetorik in der Einwanderungsfrage. Es fehle an ausländischen Arbeitskräften auf allen Ebenen.

Die Politik der Vorsitzenden der Sozialdemokraten, Mette Frederiksen, widerspreche dem Bedarf der dänischen Wirtschaft nach mehr ausländischer Arbeitskraft. Das meint Karen Hækkerup, Geschäftsführerin des Verbandes der Landwirte und der Nahrungsmittelindustrie, Landbrug & Fødevarer.

„Mette Frederiksen sagt, dass sie ausländische Arbeitskraft für bedenklich hält, sowohl im Bereich der Qualifizierten als auch bei den Unqualifizierten“, sagt die ehemalige Justizministerin. „Das widerspricht vollkommen dem, was die Wirtschaft braucht“, so Hækkerup zu Jyllands-Posten.

Sie kritisiert sowohl die Rhetorik Frederiksens als auch die Gesetzesverschärfungen, denen die Sozialdemokraten unter Frederiksen zugestimmt haben. Beides schade der Wirtschaft und ihren Möglichkeiten, hoch qualifizierte Spezialisten und Arbeiter im Niedriglohnsektor anzuziehen.

In ganz Dänemark haben Arbeitgeber Probleme, Stellen zu besetzen, wenn keine ausländische Arbeitskraft eingestellt werden kann, sagt Hækkerup. „In einer Situation, wo es politisch so schwierig ist, weil so viele Parteien sich gegenseitig in Schach halten, und wo deshalb kaum etwas durchgebracht wird, ist es umso wichtiger, dass wir in der Wirtschaft , die wissen, wo der Schuh drückt, das Blatt vom Mund nehmen“, sagt sie.

Im neuesten Bericht der Wirtschaftsweisen wird geschätzt, dass Dänemark weitere 70.000 ausländische Arbeitskräfte bis 2025 braucht, um das wirtschaftliche Wachstum zu sichern. Im vergangenen Jahr hat eine Folketingsmehrheit (Sozialdemokraten, DF, SF, Einheitsliste) ohne die Regierung die Greencard-Regelung abgeschafft und die Grenze dafür angehoben, wie viel ein Nicht-EU-Bürger in Dänemark verdienen muss, um in Dänemark arbeiten zu dürfen.

Der Sprecher für Sozialdumping bei den Sozialdemokraten, Mattias Tesfaye, zeigt sich von dem Aufschrei der Wirtschaft und den Zahlen der Wirtschaftsweisen unterdessen unbeeindruckt. Jobs sollten zuerst an Leute gehen, die schon in Dänemark leben, sagt er zu Jyllands-Posten.

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