Corona-Krise

Aussicht auf normales Nachtleben schlecht

Aussicht auf normales Nachtleben schlecht

Aussicht auf normales Nachtleben schlecht

Ritzau/hm
Kopenhagen
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Die dänische Regierungschefin hat am Freitag angedeutet, dass sich die Normalisierung des Lebens inklusive Nachtlebens verzögert, weil die täglichen Infektionszahlen steigen. Foto: Søren Bidstrup/Ritzau Scanpix

Am 12. August treffen sich die Folketings-Parteien, um über die weitere Wiederöffnung Dänemarks zu beraten. Die Regierungschefin hat nun angedeutet, dass die Dänen weiterhin auf ein normales Nachtleben verzichten müssen - sich jedoch an etwas anderes gewöhnen sollten.

Regierungschefin Mette Frederiksen (Sozialdemokraten) hat am Freitagabend auf Facebook angedeutet, dass das Nachtleben, nicht wie ursprünglich geplant im August wieder stattfinden kann. Es sei die Haltung der Regierung, diesen Teil der Wiederöffnung zu verschieben.

Frederiksen gibt als Grund die gestiegene Infektionszahl an. Seit Anfang Juli infizieren sich wieder mehr Dänen mit dem Virus. Dies sei besorgniserregend, so die Regierungschefin. Der Plan der Regierung sah bislang vor, dass in Phase 4 ein weiterer Schritt zur Normalität vollzogen wird – inklusive Wiederöffnung des Nachtlebens.

In einem Interview mit „Avisen Danmark“ sagte sie, es sei nicht klug, ein Nachtleben in Dänemark zu haben. Ein Datum dieser Wiederöffnung wollte sie nicht nennen. Sie fügte hinzu, dass es weiterhin einige Branchen in Dänemark geben werde, die die Corona-Krise hart treffe, dies müsse in den Hilfspaketen berücksichtigt werden.

Frederiksen: An den Mundschutz gewöhnen

Auch äußerte sie sich zum Thema Mundschutz. Es könne sein, dass in Dänemark das Tragen eines Mndschutzes Pflicht werde, dann, wenn es nicht möglich sei, Abstand zu halten, etwa im öffentlichen Nahverkehr oder beim Einkaufen. „Man muss sich darauf einstellen, dass es nationale Restriktionen für alle und in einem gewissen Zeitraum geben kann. Ich denke da vor allem an das Tragen eines Mundschutzes“, so Frederiksen im Interview. Dies könne ein nochmaliges Herunterfahren des Lebens verhindern, so die Regierungschefin.

Venstre fordert konkreten Termin

Der gesundheitspolitische Sprecher der Partei Venstre, Martin Geertsen, forderte am Sonnabend die Regierungschefin auf, konkreter zu werden. Wenn die Dänen ihr Verhalten ändern sollen, dann sollten sie auch wissen, wann, so Geertsen zur Nachrichtenagentur Ritzau.

Am 12. August werden die Parteien im dänischen Parlament über die weitere Wiederöffnung beraten.

Am Freitag stieg die Zahl der Infizierten binnen 24 Stunden um 136 – die höchste Zahl seit dem 22. Juni. Die Hälfte dieser Infektionen wurde in der Kommune Aarhus registriert. Gesundheitsminister Magnus Heunicke (Sozialdemokraten) hat deshalb das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im öffentlichen Nahverkehr von Aarhus angeordnet. Zudem gilt die Empfehlung, den Unterricht mit persönlicher Anwesenheit in Schulen um 14 Tage zu verschieben.

Ergänzt um 14.20 Uhr, Abschnitt Venstre

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Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
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