Gesundheit

Sanfte Geburt in Apenrade – neue Wege für werdende Eltern

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Die Geburt ist ein anstrengender Vorgang: In Apenrade gibt es Erleichterungen.

Eine leichtere Geburt mit weniger Schmerzen: Am Apenrader Krankenhaus sind alle Kreißsäle jetzt nach dem neuen Konzept „Sansefødestuer“ umgebaut. Chefhebamme Trine Andersen erklärt, wie die Räume Gebärenden helfen, entspannt und sicher durch die Geburt zu kommen – und warum Apenrade damit landesweit Maßstäbe setzt.

Die Geburt eines Kindes ist für viele Menschen einer der verletzlichsten und zugleich wichtigsten Momente ihres Lebens. Am Apenrader Krankenhaus (Sygehus Sønderjylland) soll dieser Moment künftig noch behutsamer begleitet werden. Die Klinik hat sechs neue „Sansefødestuer“ eröffnet – Räume, die Gebärenden mehr Ruhe, Vertrauen und Selbstbestimmung ermöglichen sollen. Das Apenrader Krankenhaus ist damit das erste im südjütländischen Raum, in dem alle Kreißsäle nach diesem Konzept gestaltet wurden.

Entspannt gebären

Viele Frauen wünschen sich vor allem eines: sich während der Geburt sicher zu fühlen. Genau an diesem Punkt setzen die neuen Räume an. Gedämpftes Licht, warme Farben und Naturmotive aus der Region schaffen eine Atmosphäre, in der der Körper besser arbeiten kann.

„Wenn die Gebärende sich sicher und entspannt fühlt, wird Oxytocin ausgeschüttet – das hat einen positiven Einfluss auf den Geburtsverlauf“, erklärt Chefhebamme Trine Andersen. Sowohl Licht als auch Ton können individuell angepasst werden, Naturgeräusche, Musik oder die eigene Playlist stehen zur Auswahl.

Wenn die Gebärende sich sicher und entspannt fühlt, wird Oxytocin ausgeschüttet – das hat einen positiven Einfluss auf den Geburtsverlauf.

Trine Andersen, Hebamme

Die „Sansefødestuer“ bieten zudem viel Platz für Bewegung und verschiedene Geburtspositionen. Bälle, Kissen und große Badewannen unterstützen das. Jede Frau kann Licht und Klang selbst bestimmen – ob Naturgeräusche, Musik oder die eigene Playlist. 

Verschiedene Lichteinstellungen können die Geburt erleichtern.

Aus der Not heraus entstanden

Hebamme Janni Bladt bei einer Geburt. Die werdende Mutter liegt in einer Geburtswanne.

Die Idee für die Räume entstand aus einem praktischen Problem: Eine Baumaßnahme hatte damals in einem Kreißsaal das Tageslicht verdeckt. Mit einer großen Lichtwand und speziell entwickelter akustischer Unterstützung reagierte man – der Erfolg war groß und wurde auch politisch beobachtet. Trine Andersen hofft, dass das Apenrader Vorbild bald in allen 38 Kreißsälen der Region umgesetzt wird. „Ich bin stolz, dass unsere Erfahrungen Inspiration für die gesamte Region sind“, so die Chefhebamme.

Im Mittelpunkt einer DR-Dokumentation

Neben der baulichen Modernisierung sorgt die Klinik nun auch medial für Aufmerksamkeit: In der neuen Dokumentarserie „Jordemoder mellem liv og død“ gewährt die Klinik intime Einblicke in die Arbeit ihrer Hebammen. Zwei Jahre lang hat Regisseurin Louise Leth das Team begleitet – von den ersten Unsicherheiten der werdenden Eltern bis zu den großen Emotionen in den Kreißsälen.

Die Serie zeigt unter anderem die Hebamme Mia, die ihre Passion und den Druck des Alltags ausbalanciert, die junge Studentin Secil, die auf ihre erste Geburt wartet, und Emily, die eigens aus Belgien nach Nordschleswig gezogen ist, weil das Apenrader Krankenhaus als Arbeitsplatz einen exzellenten Ruf genießt. Die Dokumentation ist auf „DR TV“ zu sehen. 

Stark in mehrfacher Hinsicht

Die Geburtsstation gilt als eine der besten des Landes – sowohl zum Gebären als auch zum Arbeiten. Das starke fachliche Gemeinschaftsgefühl und der Mut, sich abzuheben, spiegeln sich in einer signifikant niedrigeren Kaiserschnittrate wider als im Landesdurchschnitt. Die Forschung zeigt zudem, dass beruhigende Umgebungen Stresshormone senken und die Bedingungen für eine Geburt verbessern können – erste Beobachtungen auf der Apenrader Geburtsstation bestätigen dies.