Wirtschaft

Rückendeckung vom Staat für den Apenrader Hafen

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Der Apenrader Hafen hat durch die staatliche Verkehrsbehörde eine formale Aufwertung erfahren.

Eine Verordnung der dänischen Behörden schützt die Häfen, darunter Apenrade, vor einschränkenden Entwicklungsplänen der jeweiligen Kommune. Was Hafenvorsitzender Erwin Andresen von der Schleswigschen Partei zur Rückendeckung sagt.

Als einer der 17 Häfen des Landes mit dem Sonderstatus „Teil des transeuropäischen Verkehrsnetzes“ und obendrein tiefster Verkehrshafen in der westlichen Ostsee wird dem Apenrader Wirtschaftshafen eine wichtige Infrastrukturrolle zugesprochen.

Apenrade und die übrigen dänischen Industriehäfen haben zur Wirtschaftsstärkung nun eine zusätzliche Trumpfkarte von der Verkehrsbehörde „Trafikstyrelsen“ in die Hand bekommen. Es beinhaltet ein Vetorecht.

Schutz vor Arealverlust

Städtische Hafengebiete sind vielerorts in attraktive Wohngebiete umgewandelt worden. Die Industrie hielt es für notwendig, darauf einen kritischen Fokus zu richten. 

„Wir sind an dieser Arbeit beteiligt und warten seit einigen Jahren auf die Ergebnisse. Nicht dass wir sie jetzt benötigen würden, aber sie geben uns ein beruhigendes Gefühl“, sagt der Vorsitzende des Apenrader Hafens, Erwin Andresen (Schleswigsche Partei).

Die Verordnung der Behörde umfasst, dass die dänischen Industriehäfen im Kampf mit Kommunen, die auf den begehrten Hafenflächen Wohnraum schaffen wollen, ein Einspruchsrecht bekommen.

Vorsitzender Erwin Andresen sieht den Apenrader Hafen zusätzlich gestärkt.

Blaue Autobahn

Unter dem Sammelbegriff „Blaue Autobahn“ gelten die Handelshäfen als wichtiger Teil der Infrastruktur. Sie sichern die Versorgung mit Rohstoffen und Energie und tragen zu einem effizienten Be- und Entladen von Gütern bei. Da diese Häfen ein nationales Wirtschaftsinteresse haben, stuft die dänische Verkehrsbehörde unter dem Verkehrsministerium sie als schützenswert ein. 

„Es ist ein Schutz für die ,Blaue Autobahn‘ und wirklich gut für die Wirtschaft, damit Hafenflächen nicht verplant werden, obwohl wir auch Stadtentwicklung und Wohnungsbau berücksichtigen möchten“, fügt Erwin Andresen hinzu.

Der Hafen von Apenrade erstreckt sich über eine Fläche von 900.000 Quadratmetern, das entspricht etwa 1.100 Grundstücken für Einfamilienhäuser. Rund 500-mal im Jahr wird der Hafen angefahren. Dabei werden 4,5 Millionen Tonnen Güter verladen.

Mit der Kommune auf einen Tausch geeinigt

Im Frühjahr 2021 wurde zwischen der Kommune Apenrade und dem Hafen eine strategische Vereinbarung getroffen. Dabei kaufte die Kommune die Flächen nördlich des Kilen für die Stadtentwicklung, während der Hafen das Gebiet am ehemaligen Kraftwerksblock 3 im Hafen von Enstedt (Ensted) – heute Hafen Süd – für die Hafenentwicklung erwarb.

Da die Gemeinde das Kilen-Gebiet bereits erworben hat, fällt es nicht direkt unter die neuen Vetoregeln. Es müssen jedoch noch Maßnahmen im Flächennutzungsplan hinsichtlich der Lärmbelästigung ergriffen werden.