Energiewende

Grüner Industriepark in Kassø: Chancen für die Kommune – und was es für die Menschen bedeutet

Veröffentlicht Geändert
Die PtX-Anlage in Kassö ist in diesem Jahr eingeweiht und offiziell in Betrieb genommen worden.

Die dänische Regierung hat Kassø in der Kommune Apenrade offiziell als Standort für eine neue Industriepark-Ausweisung bestätigt. Auf 696 Hektar sollen Produktionsbetriebe angesiedelt werden, vor allem im Bereich der grünen Energie und der Power-to-X-Technologie. Für die Kommune bedeutet das wirtschaftliches Wachstum, neue Arbeitsplätze – aber auch Herausforderungen für Umwelt und Lebensqualität.

Die dänische Regierung hat Kassö (Kassø) in der Kommune Apenrade (Aabenraa Kommune) offiziell als Standort für einen neuen Industriepark ausgewiesen. Auf 696 Hektar sollen Produktionsbetriebe entstehen, die vor allem auf erneuerbare Energien und Power-to-X-Technologie setzen. Für die Menschen in der Kommune bedeutet dies wirtschaftliches Wachstum, neue Arbeitsplätze und konkrete Möglichkeiten, direkt von der grünen Transformation zu profitieren.

Bürgermeister Jan Riber Jakobsen erklärt: „Die Ausweisung bestätigt unsere Arbeit in Kassö. Wir wollen, dass die Entwicklung neue Arbeitsplätze schafft, Ressourcen effizient genutzt werden und die Region insgesamt gestärkt wird.“

Bestehende Infrastruktur und Potenzial nutzen

Bereits heute beherbergt Kassø Europas größtes Solarkraftwerk und das weltweit größte Power-to-X-Projekt. Die Kommune nutzt diese Anlagen, um direkt Vorteile für die Bürgerinnen und Bürger zu schaffen: Überschusswärme könnte künftig Heizenergie liefern, gereinigtes Abwasser für Unternehmen oder landwirtschaftliche Projekte verwendet werden. Gleichzeitig eröffnet die Ansiedlung neuer Unternehmen Perspektiven für qualifizierte Jobs und Ausbildungsmöglichkeiten in der Region.

Dorte Soll, Vorsitzende des Plan-, Technik- und Landkreisausschusses, betont die vorausschauende Planung: „Wir haben eine Million Kronen für eine umfassende Entwicklungsplanung bereitgestellt. Unser Ziel ist, die Fläche bestmöglich zu nutzen, die Zusammenarbeit mit Unternehmen zu fördern und eine wirtschaftsfreundliche, grüne Kommune zu gestalten.“

Wirtschaftliche, ökologische und soziale Chancen

Ein Energie- und Industriepark bringt viele positive Effekte: Er schafft Arbeitsplätze sowohl während der Bauphase als auch langfristig im Betrieb der Anlagen. Er kann neue Unternehmen anziehen, die auf grüne Technologien setzen, und so die regionale Wertschöpfung erhöhen. Ökologisch leisten die Anlagen einen Beitrag zur Reduktion von CO₂ und nutzen Ressourcen effizient, etwa Überschusswärme, Wasser oder Batteriespeicher. Soziale Vorteile entstehen durch neue Ausbildungsmöglichkeiten, die Möglichkeit für Fachkräfte, ihr Know-how zu erweitern, und begleitende Infrastrukturmaßnahmen wie Straßen, Netzanbindungen oder Energieversorgung, die allen in der Region zugutekommen, heißt es unter anderem vom Wirtschaftsverband „Dansk Industri“.

Mögliche Herausforderungen

Neben den Vorteilen gibt es auch Risiken: Der Bau großer Industrieanlagen beansprucht Landflächen und kann lokale Ökosysteme beeinträchtigen. Industrie, Verkehr und Beleuchtung erzeugen Lärm oder Lichtbelastung. Der zusätzliche Verkehr erfordert gegebenenfalls den Ausbau von Straßen und Nahverkehr. Nicht alle Bürgerinnen und Bürger stehen großen Projekten positiv gegenüber, und wirtschaftliche Vorteile könnten ungleich verteilt sein, wenn Fachkräfte von außerhalb kommen. Außerdem kann eine hohe Abhängigkeit von wenigen Großinvestoren die Region anfällig für wirtschaftliche Schwankungen machen, heißt es von verschiedenen Organisationen, darunter die Europäische Kommission. 

Lösungsorientierte Umsetzung

Die Kommune setzt auf frühzeitige Bürgerbeteiligung, transparente Planung und Maßnahmen zur Minimierung von Umweltbelastungen. Dazu gehören umweltfreundliche Bau- und Betriebspläne, Monitoring der Biodiversität, Ausbau der Infrastruktur und Förderung lokaler Arbeitskräfte. So sollen die Chancen des Industrieparks – Arbeitsplätze, saubere Energie, regionale Wertschöpfung und Ausbildungsmöglichkeiten – optimal genutzt werden, während mögliche negative Auswirkungen kontrolliert werden.

Bürgermeister Jakobsen fasst zusammen: „Wir wollen, dass die Industrieparks sowohl Unternehmen als auch den Menschen in der Kommune zugutekommen.“

Bedeutung für die Region

Die Ausweisung von Kassö als Industriepark ist Teil der nationalen Strategie der dänischen Regierung, Produktionsunternehmen den Einstieg in große Projekte zu erleichtern und gleichzeitig die grüne Transformation voranzubringen. Ziel ist es, die Region als Vorreiter in der nachhaltigen Industrie zu stärken, greifbare Vorteile für die Menschen vor Ort zu schaffen und die Entwicklung möglichst umweltfreundlich und bürgernah zu gestalten.