Ukrainisches Treibstoffwerk

Deal in Woyens perfekt: 127,5 Millionen Kronen für Fabrik

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Wirtschaftsminister Morten Bødskov (Sozialdemokratie, Mitte), Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen (Venstre) und Bürgermeister Mads Skau standen auf der Informationsveranstaltung in der Woyenser Sporthalle im Hinblick auf die Raketentreibstofffabrik Rede und Antwort (Archivbild).

Das ukrainische Rüstungsunternehmen FPRT hat in Woyens ein riesiges Industriegrundstück gekauft, um dort Raketenbrennstoff zu produzieren. Der Preis: 127,5 Millionen Kronen.

Im Sommer hat das dänische Verteidigungsministerium mitgeteilt, dass die ukrainische Rüstungsfirma FPRT in Woyens eine Produktionsstätte für festen Raketenbrennstoff errichten will – direkt neben dem Militärflugplatz Skrydstrup. 

Wie die Tageszeitung „JydskeVestkysten“ jetzt berichtet, hat das Unternehmen eine rund 28.000 Quadratmeter große Industriehalle auf einem 100.000 Quadratmeter großen Grundstück für 127,5 Millionen Kronen erworben. Die Übernahme erfolgte am 1. September. Ursprünglich stand das Gelände für 131 Millionen Kronen zum Verkauf, schreibt „JV.dk“.

Verunsicherung und Empörung

Wirtschaftsminister Morten Bødskov (Soc., Mitte) und Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen (rechts) kommen zu einer zweiten Informationsveranstaltung erneut nach Woyens. Links im Bild ist Haderslebens Bürgermeister Mads Skau zu sehen (Archivbild).

Verkäufer ist die Firma „Vision Estate“, die laut Zeitung der Schou-Familie aus Sommerstedt (Sommersted) sowie der „Lars Larsen Group“ gehört. 

Das geplante Treibstoffwerk hatte in der Bevölkerung für Bestürzung und Verunsicherung gesorgt, wie eine Informationsveranstaltung mit Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen (Venstre) in Woyens offenbarte. 

Der ukrainische Botschafter in Dänemark, Andrij Yanevskyj, hatte ebenfalls teilgenommen und in einem Gespräch mit dem „Nordschleswiger“ gesagt, dass die Ukraine und Dänemark seit April 2025 an der Vereinbarung gearbeitet haben.

Eine Gesetzesnovelle hatte die zuvor geltenden Auflagen aufgehoben und damit eine schnelle Umsetzung ermöglicht. Auch dies hat in weiten Teilen der Bevölkerung für Empörung gesorgt, weil demokratische Grundprinzipien auf diese Weise ausgehebelt würden, so ein zentraler Kritikpunkt. 

Auch das Nachbargrundstück auf der Liste

Auch das Gebäude der Jugendschule in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schou-Grundstück gehört zum Immobilienhandel. Die Straße führt zum Kampfjetstützpunkt Skrydstrup.

Das Rüstungsunternehmen FPRT ApS hat zudem die Nachbarliegenschaft Tingvejen 2 von der Kommune Hadersleben erworben, die die Jugendschule Haderslev Ungdomsskole beherbergte. FPRT will das Gelände nutzen, um die Produktion besser abschirmen zu können. 

Der Produktionsstart ist für den 1. Dezember vorgesehen.

Das Gelände des künftigen Treibstoffwerks zwischen Woyens und Skrydstrup. Vorgesehen sind ein Abriss der bestehenden Gebäude und ein Neubau. Der Produktionsstart verschiebt sich dadurch von Dezember auf Ende nächsten Jahres, hat die Regierung bei den Infotreffen angekündigt.