Sportsponsoring

Aufteilung von SønderjyskE sorgt bei Sponsor für veränderte Prioritäten

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Nach zweijähriger Abstinenz wird im Sydbank Park wieder im Oberhaus Fußball gespielt, doch wirtschaftlich hinkt Sønderjyske weiter hinterher.

Die Sønderjyske-Fußballer kämpfen in der Superliga mit einem der kleinsten Budgets gegen den Abstieg. Noch sind die Großsponsoren, die in der Platek-Zeit verschwanden, nicht wieder an Bord. Abena auch nicht. Beim Apenrader Unternehmen priorisiert man anders.

Das Schweigen der Amerikaner war ohrenbetäubend, als Robert Platek und seine Leute in den schwärzesten Jahren der Vereinsgeschichte Sønderjyske Fodbold fast in den Abgrund geführt hätten.

Abena-Direktor Preben Terp-Nielsen war der Einzige aus dem Sponsorenkreis, der die Amerikaner öffentlich kritisierte und Transparenz und Herzblut vermisste. Das Apenrader Unternehmen ist aber nicht in den Kreis der Sponsoren beim Fußball-Superligisten zurückgekehrt, obwohl Sønderjyske wieder fest in dänischer Hand ist.

Geänderte Struktur von SønderjyskE

„Wir sind gut vertreten. Wir blicken nicht so sehr darauf, welche Sportart das Flaggschiff ist. Der Landesteil hat mehr als 200.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Wir blicken auf das gesamte Projekt, auf den gesamten Landesteil, und verteilen die Gelder, damit alle dabei sein können. Durch die geänderte Struktur von SønderjyskE hat sich auch unsere Verteilung der Gelder geändert“, sagt Preben Terp-Nielsen zum „Nordschleswiger“.

Der Abena-Direktor macht kein Geheimnis daraus, dass er ein Anhänger des ursprünglichen SønderjyskE-Gedankens ist. 2004 hatten die besten nordschleswigschen Vereine im Fußball, Handball und Eishockey zusammengefunden, um gemeinsam in den besten Ligen konkurrenzfähig zu sein und gemeinsam den Landesteil zu vermarkten. Er bedauert, dass Sønderjysk Elitesport durch den Austritt der Fußballer und Handballer auseinandergefallen ist.

„Ich finde es unglücklich. Durch die Aufteilung sind die Sponsoren verwirrt, müssen ihre Sponsorengelder aufteilen. Wesentlich ist, dass alle das Wort 'Sønderjyske' in ihrem Namen tragen, aber es ist alles individueller geworden. Die verschiedenen Städte unterstützen in höherem Maße die eigenen Mannschaften: Männer-Handball in Sonderburg, Eishockey in Woyens und Fußball in Hadersleben. Wir können in Apenrade nicht tatenlos herumsitzen. Wir müssen auch in Apenrade eine Liga-Mannschaft haben“, so der Abena-Direktor.

Preben Terp-Nielsen will dort finanziell unterstützen, wo es in einer Gesamtbetrachtung von größtem Nutzen ist.

Das Apenrader Unternehmen greift bei der Unterstützung der Handballerinnen der Fördestadt tiefer in die Tasche. Das Budget konnte angehoben werden, und SønderjyskE hat sich nicht nur im Oberhaus etabliert, sondern hat sich nach dem Endrunden-Einzug in der Vorsaison auch für das Final Four nach Weihnachten qualifiziert.

Identitätsverlust

„Die sportliche Entwicklung freut uns natürlich“, sagt Preben Terp-Nielsen, der hofft, dass es nicht auch im Frauen-Handball zur Trennung von Sønderjysk Elitesport kommt.

„Die Gemeinschaft macht uns stärker. Ich hoffe nicht, dass SønderjyskE noch weiter aufgeteilt wird. Dann verlieren wir unsere Identität. SønderjyskE ist seinerzeit ins Leben gerufen worden, um zu zeigen, dass wir in diesem Landesteil auch etwas können. Es kam ein Amerikaner als Störfaktor dazwischen, der nur versuchte, mit SønderjyskE Profit zu machen. Wir konnten nicht akzeptieren, dass ein Amerikaner Sprachrohr für uns in Sønderjylland ist. Wir können hier im Landesteil auf viele Dinge stolz sein und schaffen es alleine“, meint der Abena-Direktor.

In den Sponsorenkreis von Sønderjyske Fodbold zurückgekehrt ist Abena aber nicht. Eine klare Antwort auf die Frage des Wieso wird trotz mehrerer Nachfragen vermieden.

Die Frauen-Handball-Mannschaft von SønderjyskE hat auch dank der größeren Unterstützung von Abena das Budget anheben können.

„Wir haben es anders aufgeteilt und geben unser Geld dort aus, wo es in einer Gesamtbetrachtung von größtem Nutzen ist“, sagt Preben Terp-Nielsen.

Geld in die Kasse der Konkurrenten

Bei Sønderjyske Fodbold wird man sich mit Sicherheit nicht nur darüber ärgern, dass Abena auf der eigenen Sponsorenliste fehlt, sondern auch darüber, dass Geld von Abena in die Kasse von Superliga-Konkurrenten fließt. Das Apenrader Unternehmen ist in dieser Saison Spieltag-Sponsor bei Heimspielen des FC Midtjylland und AGF gewesen.

„Das kann man gar nicht vergleichen. Wir machen nicht nur in unserem Landesteil Geschäfte, sondern auch anderswo. Das hat mit dem Sønderjyske-Projekt nichts zu tun“, sagt der Abena-Direktor.