Kommunalwahl 2025

Bus zu teuer, Angebote zu wenig: Junge Stimmen bei der Wahlveranstaltung

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Der Saal füllte sich nach der Pause schnell wieder bis auf den letzten Platz.

Es war eine Wahlveranstaltung speziell für die jungen Menschen in Apenrade. Gekommen waren viele – vor allem aber Poltikerinnen und Politiker füllten den Saal im Kulturhaus.

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) bewegt die junge Generation in der Kommune Apenrade. Das zeigte sich deutlich bei der jüngsten Wahlveranstaltung im Kulturhaus NygadeHuset, die sich an Erst- und Jungwählerinnen und -wähler zwischen 18 und 25 Jahren richtete.

Gut gefüllt – aber kaum junges Publikum

Der Saal war voll bis auf den letzten Platz. Zusätzliche Stühle mussten organisiert werden. Doch die meisten Gesichter im Publikum kannte man bereits von den Wahlplakaten in der Stadt – junge Menschen waren eher in der Minderheit. Moderator John Hansen versuchte zwar, das Publikum zu aktivieren, doch viele hielten sich zurück.

„Ich weiß jetzt eher, wen ich wähle“

Freja Rossen wohnt in Apenrade und fühlt sich durch die Wahlveranstaltung besser informiert.

Für Freja Rossen (22), die mit ihrer Klasse und ihrem Lehrer gekommen war, hat sich der Besuch trotzdem gelohnt: „Ich bin mir sicherer geworden, für welche Partei ich stimmen werde“, sagt sie. Auch sie wünscht sich einen besseren öffentlichen Verkehr – und mehr Möglichkeiten, abends auszugehen. „In Apenrade gibt es einfach zu wenig Angebote für junge Leute. Das Gazzværket ist zu teuer, da müsste es Alternativen geben.“

Ähnlich sehen es die Erstwählerinnen Elbeate Holm und Helene Quist. Ihnen fehlen Bars, Musikveranstaltungen und Tanzmöglichkeiten – und auch sie finden den Nahverkehr zu teuer und unpraktisch. „Wenn die Busse zu den Zeiten fahren würden, wo man sie braucht, wäre das schon viel wert“, meint die 19-jährige Elbeate. Trotz allem seien sie durch den Abend „etwas sicherer geworden, wen ich wähle“, ergänzt sie – und ihre Freundin Helene nickt zustimmend.

Junge Kandidierende: Mobilität darf kein Luxus sein

Auch von der Bühne kam Zustimmung. Einige der jüngeren Kandidatinnen und Kandidaten sahen die hohen Fahrpreise als Problem.

„Wenn man von einer Kommune in die nächste fährt, muss man zahlen – und das ist für Schülerinnen und Schüler viel Geld“, sagte etwa Lauritz Kley von der Schleswigschen Partei.

Lauritz Kley (stehend) berichtet von eigenen Erfahrungen mit dem ÖPNV: Er finde die Fahrten mit dem Bus unter anderem zu teuer.

Einigkeit herrschte darin, dass sich beim ÖPNV etwas ändern müsse – konkrete Lösungen blieben aber noch vage.

Wie bleibt Apenrade attraktiv für junge Menschen?

Neben dem Nahverkehr stand auch die Frage im Raum, wie die Kommune junge Erwachsene künftig halten kann.
Eine Kandidatin sprach sich für mehr qualitativ guten und bezahlbaren Wohnraum aus: „Die Wohnungen, die es gibt, sind oft in schlechtem Zustand – das habe ich selbst erlebt.“ Außerdem brauche Apenrade mehr Orte für Nachtleben und Begegnung – idealerweise zentral in der Stadt, etwa rund um den Storetorv.

Nächster Termin

Warum beteiligen sich Jugendliche und junge Erwachsene nicht an politischen Veranstaltungen?

Das nächste Wählertreffen, diesmal ein Frauentreffen („Kvindemøde“), findet am Donnerstag, 6. November, ab 19 Uhr im NygadeHuset statt.