Deutsche Minderheit

Zwischen Normalität und Kampfgeist: Viel los an der Rapstedter Schule

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Das gemeinsame Sommerfest von Schule und Kindergarten in Rapstedt hat Tradition. Das soll laut Wunsch vieler mit dem Erhalt beider Einrichtungen so bleiben (Archivfoto).

Laternebasteln und Laternelaufen mit der dänischen Schule, Projektarbeit zu „meine beste Schule“ und Spendenlauf mit den deutschen Einrichtungen in Lunden: Die von der Schließung bedrohte Deutsche Schule Rapstedt hat derzeit viel auf dem Programm.

Es ist eine Gemeinschaftsveranstaltung, zu der die Deutsche Schule Rapstedt erneut willkommen heißt und die – wegen der ins Spiel gebrachten Schließung von Kindergarten und Schule – eine zusätzliche Bedeutung bekommt: Die Rapstedter Einrichtung hat Kinder der örtlichen dänischen Schule „Ravsted Univers“ Anfang dieser Woche wieder zum Laternebasteln eingeladen. 

Am Donnerstag, 30. Oktober, soll sich ein großer Umzug durch den Ort anschließen, mit der Hoffnung, dass möglichst viele Rapstedterinnen und Rapstedter dabei sind und dadurch ihre Unterstützung für die deutsche Schule zum Ausdruck bringen.

„Ich habe den Umzug extra bei der Polizei angemeldet für den Fall, dass diesmal besonders viele mitmachen. Teilnehmen werden unter anderem auch Fackelträger des örtlichen Pfadfindervereins“, erwähnt Schulleiter Jan Röhrig.

In der Deutschen Schule Rapstedt werden mit den Kolleginnen und Kollegen der dänischen Schule wieder Laternen gebastelt und Laternelieder einstudiert (Archivfoto).

Treffpunkt für den Umzug ist um 16.30 Uhr auf dem Schulhof. Dort soll das Miteinander später bei „Pølsehorn“ und warmen Getränken ausklingen.

Signale für das Fortbestehen 

Röhrig macht kein Hehl daraus, dass nicht nur die Laternetradition und der Austausch mit der dänischen Schule im Mittelpunkt stehen, sondern auch das Fortbestehen der Schule.

Das drohende Aus beschäftigt nicht zuletzt auch die Schülerinnen und Schüler, weshalb in Rapstedt kürzlich zwei Projekttage dafür angesetzt wurden. 

Schulleiter Jan Röhrig hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass die Rapstedter Schule und auch der benachbarte Kindergarten erhalten bleiben.

Die Klassenstufen befassten sich mit dem Thema „Meine beste Schule“. „Der Fokus lag dabei gar nicht so sehr auf dem Kampf um den Erhalt der Schule, sondern eher darauf, was eine gute Schule aus Sicht der Schülerinnen und Schüler ausmacht und wie das funktionieren kann“, so Jan Röhrig.

Solidaritätslauf in Lunden

Liebeserklärungen an ihre Schule, die die Rapstedter Kinder in den Projekttagen zusammentrugen.
Auch Sigurd hat ein Herz für seine Schule.

Der Kampf um den Erhalt rückt am Montag, 3. November, in den Mittelpunkt. Die Rapstedter Schule schließt sich dem Spendenlauf der Schule in Lunden an. Der Deutsche Schul- und Sprachverein für Nordschleswig (DSSV) hat auch eine Schließung der dortigen Schule und des Kindergartens empfohlen

Die Rapstedter Kinder laufen solidarisch für die Lundenerinnen und Lundener mit und haben zugleich die Möglichkeit, sich Sponsoren aus dem Familien- und Bekanntenkreis für die eigene Schule zu besorgen. Spenden können auch unabhängig des Laufes auf das Konto der Rapstedter Schule (Reg. 7045; Konto: 130 25 77) überwiesen werden. 

Das Fortbestehen wird durch die Spenden allein nicht gesichert werden können, weiß Jan Röhrig. Jeder Betrag sei aber eine willkommene moralische Unterstützung.

Aktionen und das alles entscheidende Konzept

Auf Unterstützung setzt der Schulverein auch beim Lottospiel am Freitag, 7. November. „Es wird rund um das Lottospiel ein paar Aktionen für den Erhalt der Schule geben“, sagt Jan Röhrig. 

Allesentscheidend wird dann das Konzept sein, das die deutschen Einrichtungen in Rapstedt und Lunden bis spätestens 17. November beim DSSV einreichen können. Im optimalen Fall werden die Entscheidungsträgerinnen und -träger vom Fortbestehen der Schule überzeugt.

„Wir sind mit unserem Entwurf schon sehr gut vorangekommen. Christina Buchmeier ist da sehr engagiert und arbeitet fast schon als hauptamtliche Vorsitzende für die Sache. Auch die anderen aus dem Vorstand sind sehr engagiert“, so Röhrig mit großem Lob für die Mitstreitenden im Umfeld der Schule.

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