IN EIGENER SACHE

Von der Minderheit zum großen Weltgeschehen: Das ist Praktikant Niklas Nissen

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Niklas Nissen wird die Hauptredaktion in Apenrade unterstützen.

Seit Mitte Januar verstärkt Niklas Nissen die Hauptreaktion des „Nordschleswigers“ in Apenrade. Mit der deutschen Minderheit beschäftigt er sich nicht nur im Praktikum, sondern auch im Ehrenamt. Für sein Ziel, im Journalismus Fuß zu fassen, führt es ihn von Nordschleswig in die Großstadt.

Vor seinem ersten Praktikumstag hat Niklas schon einige Begegnungen mit dem „Nordschleswiger“ gehabt. Zwar als Interviewpartner und nicht als Journalist, doch das Gebäude und die Gesichter waren ihm dann schon bekannt. „Ich war an meinem ersten Tag kaum aufgeregt. Marle (Liebelt, Redakteurin beim Nordschleswiger Anm.d.Red.) begrüßte mich gleich mit ,Mojn Niklas‘. Es hat sich alles sehr normal angefühlt“, berichtet er. 

Journalistische Erfahrung hat er zwar noch keine, doch dies will er durch das Praktikum schnell ändern. Er freue sich schon darauf, nun selbst aktiv zu werden und seine ersten Interviews zu führen.

Warum Journalismus?  

„Ich wusste nicht von vornherein, dass ich Journalist werden möchte“, sagt Niklas. Angefangen hat alles damit, dass er in der Schule an einem Schülerzeitungsprojekt teilgenommen hat. Die Freude am Schreiben habe ihn sofort gepackt, sodass er nun den Weg zum Journalisten einschlagen will. Außerdem beschreibt er sich als sehr neugierig. Seine Interessen reichen von Sport bis Politik und vom großen Weltgeschehen bis hin zu lokalen Themen.

Für seinen Berufswunsch möchte Niklas die DMJX – die Hochschule für Medien und Journalismus – in Aarhus besuchen. Von dem Praktikum beim „Nordschleswiger“ erhoffe er sich, ein wenig mehr journalistische Erfahrung vor dem Studium zu sammeln. Außerdem könne das Praktikum nicht nur gut auf dem Lebenslauf aussehen, sondern auch einen kleinen Vorteil bei der Bewerbung um einen Hochschulplatz bringen, sagt der 21-Jährige.

Niklas Nissen freut sich auf seine Zeit beim „Nordschleswiger“.

Der Grund, warum er sein Praktikum beim „Nordschleswiger“ machen möchte, ist ganz simpel: „Der Nordschleswiger“ sei für ihn immer präsent gewesen, weswegen er nun hier einmal hinter die Kulissen schauen möchte. 

Einmal Nordschleswig, immer Nordschleswig

Niklas Nissen kommt gebürtig aus Renz (Rens) und bezeichnet sich selbst als heimatverbunden. Für das Studium wäre er auch gerne weiterhin in Nordschleswig geblieben. Doch es gibt hier keine mit der DMJX vergleichbare Hochschule, weswegen er sich für Aarhus entschied. „Es ist wichtig, Erfahrung von außerhalb zu sammeln, aber immer mit dem Ziel wieder nach Hause nach Nordschleswig zu kommen“, sagt er zu seinem Plan, nach Aarhus zu ziehen.

Auf die Zeit in der Großstadt freue er sich schon sehr, obwohl er selbst von einer großen Umstellung für sich spricht. „Das wird eine ganz andere Welt werden, auf eigenen Beinen in einer anderen Stadt zu stehen.“

Die Minderheit war schon immer ein wichtiges Thema für mich.

Niklas Nissen

Jugendliche in der Minderheit stärken

An seinem Wunsch, nach dem Studium nach Nordschleswig zurückzukehren, zeigt sich, wie verbunden er sich mit seiner Heimat fühlt. Diese Verbundenheit hat ihn auch dazu veranlasst, sich für die deutsche Minderheit zu engagieren und den Jungen Spitzen beizutreten. Seit 2023 ist er Vorstandsmitglied und im Jahr darauf ist er zum zweiten Vorsitzenden gewählt worden.

„Die Minderheit war schon immer ein wichtiges Thema für mich“, sagt Niklas. Während seiner Zeit am Deutschen Gymnasium für Nordschleswig habe er den Zugang zu den Jungen Spitzen gefunden. Dadurch, dass auch einige seiner Mitschüler und Mitschülerinnen zu der Zeit bei den Jungen Spitzen aktiv geworden sind, sei Niklas einfach mit „reingerutscht“.

Was ihm an dem Ehrenamt Spaß macht? Das Interesse der Jugendlichen an der deutschen Minderheit zu stärken. Auch die repräsentativen Aufgaben, die jungen Perspektiven in Sitzungen zu vertreten, machen ihm Spaß, auch wenn diese ziemlich trocken sein können, erwähnt er. 

Seine Tätigkeit bei den Jungen Spitzen ist für ihn eine Möglichkeit, sich für die Minderheit zu engagieren.

Carpe Diem!

„Ich konnte mich sehr darin widerspiegeln, dass man jeden Tag seinen Tag nutzen soll“, sagt Niklas, denn er lebt nach dem Motto „Carpe Diem“. Wie er den Tag nutzt, sei ganz unterschiedlich. Entweder ist er unterwegs für die Jungen Spitzen, joggt, spielt Gitarre oder entspannt sich beim Angeln. 

„Wenn man in Nordschleswig aufwächst, ist die Natur ein ganz normaler Bestandteil davon“, sagt Niklas. Das Angeln helfe ihm, abschalten zu können und die Eindrücke des Tages Revue passieren zu lassen – so wie auch die des neuen Arbeitsumfeldes in der „Nordschleswiger“-Redaktion.