Deutsche MInderheit

Gut leben in Hadersleben – diese Kinder kommen mit Ideen

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Alberte Hermannsen, Storm Rogge, Niklas Rogge und Viktoria Skau (v. l.) wollen mit ihrer Idee zur Windkraft die Jury überzeugen.

Ob Windräder in Würfelform, ein Kulturfest für Hadersleben oder Pfand auf Zigarettenkippen – die Schülerinnen und Schüler der Deutschen Schule Hadersleben zeigen, wie kreativ junge Menschen denken. Nun vertreten zwei Siegergruppen die Schule bei der Landesmeisterschaft in Vejle.

Wer den Namen Edison hört, denkt vermutlich an dessen Erfindung, die Glühbirne, die von New York aus ihren Siegeszug um die Welt antrat. Thomas Alva Edison war beides: Erfinder und Unternehmer. 

Diesen Geist will das Edison-Projekt der Stiftung „Fonden for Entreprenørskab“ mit einem Wettbewerb fördern – und die Deutsche Schule Hadersleben (DSH) macht mit. Rund zwei Monate feilten die Schülerinnen und Schüler der 6. und 7. Klasse an ihren Ideen, am Donnerstagvormittag stellten sie diese in der Turnhalle der DSH vor.

Worum ging es? Das erklärt Rektorin Heike Henn-Winkels: „Der Wettbewerb ist fächerübergreifend. Es geht um die Frage, wie kann ich meine Stadt entwickeln, wie wird sie umweltfreundlicher mit mehr Lebensqualität für alle?“ 

Jurymitglieder bereiten sich vor, aus dem Bauch werden keine Entscheidungen getroffen.

Die Sieger fahren nach Vejle zur Landesmeisterschaft

13 Gruppen versammelten sich ab 9 Uhr in der Turnhalle. Sie standen hinter ihren Tischen und vor Plakatwänden. Und auch wenn der Journalist vom „Nordschleswiger“ kein Jurymitglied war, erklärten die Schülerinnen und Schüler voller Begeisterung ihre Ideen – das Projekt hat offensichtlich Spaß gemacht. Und ganz vorbei ist es noch nicht: Die beiden Siegergruppen – eine Gruppe aus der 6. Klasse, die andere aus der 7. Klasse – werden die DSH dann Mitte November bei der Landesmeisterschaft in Vejle vertreten. 

Victoria Skau, Alberte Hermansen, Niklas Rogge und sein Bruder Storm Rogge aus der 6. Klasse haben sich in den vergangenen Wochen mit dem Thema regenerative Energie befasst und auch gleich ein paar Modelle mitgebracht. Es fällt sofort die Form ihrer bevorzugten Windräder auf: klein und in Form eines Würfels. Storm Rogge erklärt: „Sie machen nicht so viel Lärm und fügen sich besser in die Umgebung ein.“

Auf der anderen Seite die Gruppen der 7. Klasse, an der Ecke stehen Henrike Beutler und Annie Rost. Ihre Idee: Hadersleben braucht ein Fest, aber kein gewöhnliches. Die beiden haben das Stadtgebiet von Hadersleben in die Erdkontinente aufgeteilt. Gäste des Festes finden dann beispielsweise im Stadtteil Südamerika Sportarten, Essen, Musik und Kultur aus dem Kontinent. Die beiden haben auch ein Logo entwickelt, einen Flyer und ein Plakat dazu.

Authentische Situationen machen den Unterschied

Jörg Buschdorf, Vorsitzender des Deutschen Schul- und Kindergartenvereins und am Donnerstagvormittag als Juror tätig, informiert sich am Stand von „Pant Dem“. Die Idee der Schülerinnen: Pfand für Zigarettenkippen. Mit bedruckten T-Shirts und einem Video wollen sie die Idee näherbringen. Die Kippen sollen in einen Pfandautomaten. Diejenigen, die wenig Geld zur Verfügung haben, könnten die Zigarettenstummel sammeln, sie in Geld umwandeln und sich etwas zu essen kaufen. Gleichzeitig werde die Natur sauberer.

Lehrer Mikkel Hamkens weiß, warum die Schülerinnen und Schüler Feuer gefangen haben. „Es ist eine authentische Situation. Es geht um Ideen für die eigene Stadt und um einen echten Wettbewerb. Es ist imponierend, wie die Gruppen gearbeitet haben.“

Mit ihren Windmühlen überzeugte die Gruppe aus der 6. Klasse und fährt nun nach Vejle zur Landesmeisterschaft.

 

Mit ihrem Projekt „Lowkey-Kultur“, für eine lebenswerte Stadt überzeugte diese Gruppe der 7. Klasse und fährt ebenfalls zur Landesmeisterschaft nach Vejle. Lowkey bedeutet in der Jugendsprache in etwa „unauffällig“.