Schulpolitik

Sonderburg verschärft Richtlinien für den Heimunterricht

Veröffentlicht Geändert
Die Kommune will sicherstellen, dass alle 94 Kinder im Heimunterricht gut unterrichtet werden.

Mit neuen Vorgaben will die Kommune Sonderburg für mehr Klarheit bei der Aufsicht von Heimunterricht sorgen. Erfüllt das Bildungsniveau nicht den gängigen Standard der Volksschule, muss das Kind eine Schule besuchen.

Eine im Juni durchgeführte Untersuchung zum Heimunterricht in der Kommune Sonderburg zeigt: Mehr Ressourcen und bessere Rahmenbedingungen für die Aufsicht sind nach Ansicht der Verwaltung notwendig. Der zuständige Ausschuss des Stadtrats hat darauf nun reagiert und neue Richtlinien beschlossen.

Im September 2025 befanden sich 94 Kinder in der Kommune im Heimunterricht. Für sie sollen nun neue Regeln gelten.

Die Hauptpunkte der neuen Richtlinien:

  • Zukünftig soll die Aufsicht grundsätzlich zweimal jährlich erfolgen und im Regelfall am Unterrichtsort stattfinden. In den ersten zwei Wochen nach der Registrierung eines Heimunterricht-Kindes nimmt die Verwaltung Kontakt zu den Eltern auf und macht einen ersten Besuchstermin aus, der in den ersten drei Monaten erfolgt.
  • Falls das Unterrichtsniveau nicht den üblichen Anforderungen der Folkeskole entspricht, kann ein zusätzlicher Besuch oder ein Test angeordnet werden. Wenn das Unterrichtsniveau nach drei Monaten weiterhin mangelhaft ist, muss das Kind in einer Schule untergebracht werden, um die Unterrichtspflicht zu erfüllen.
  • Heimunterrichtete Kinder können als „Privatisten“ an den Abschlussprüfungen der Volksschulen teilnehmen und alle obligatorischen Prüfungen gesammelt ablegen.
  • Gilt der Heimunterricht als ausreichend, besteht die Möglichkeit eines Verzichts der Aufsicht. 

Stadtratspolitiker Jesper Smaling (Sozialdemokratie) ist Vorsitzender des Kinder- und Ausbildungsausschusses und beschreibt den Ansatz folgendermaßen: „Wir haben Input von Heimunterrichtenden erhalten und in Dialogrunden die Möglichkeit gehabt, einander zuzuhören und auf die Nuancen einzugehen. Mit den Leitlinien haben wir eine Balance gefunden zwischen den gesetzlichen Anforderungen und den konkreten Anregungen, sodass wir besser bei der Nachverfolgung und Unterstützung von Schülerinnen und Schülern sowie Eltern tätig werden können.“

Wir beobachten einen deutlichen Anstieg der zu Hause unterrichteten Kinder und möchten sicherstellen, dass alle die ihnen zustehende Bildung erhalten.

Jesper Larsen

Jesper Larsen (Sozialdemokratie) ist stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses. Er betont: „Wir beobachten einen deutlichen Anstieg der zu Hause unterrichteten Kinder und möchten sicherstellen, dass alle die ihnen zustehende Bildung erhalten. Wir setzen auf eine gute und strukturierte Zusammenarbeit, denn uns ist wichtig, für Sicherheit bei Eltern und Kindern zu sorgen und gleichzeitig unserer Verantwortung als Kommune nachzukommen. Die überarbeiteten Leitlinien sind hierfür ein wichtiger Schritt.“

Nach einem Jahr erhält der Ausschuss eine Rückmeldung zum Stand der neuen Vorgaben.