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Kunst, Klo und Klötzchen: Ein Praktikum mit Farbe

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Anette Strøm freut sich über den Neuzugang aus der DSH im Street-Art-Kurs. Lina Lagoni fand die beiden Tage am Hafen toll – und das hat sie auch an die Tafel geschrieben.

„Ich wollte etwas dazulernen – und Kunst ausprobieren“, sagt Lina Lagoni. Die 15-Jährige von der Deutschen Schule Hadersleben hat sich in ihrer Praktikumswoche für ein echtes Kontrastprogramm entschieden – unter anderem mit Spraydosen, Street-Art und pinken Toiletten.

Lina Lagoni, Schülerin der Deutschen Schule Hadersleben (DSH), hat sich in der landesweiten Praktikumswoche für ein echtes Kontrastprogramm entschieden. Sie assistierte in der Freischule „Den Kristne Friskole“. Am Donnerstagnachmittag ging es in die Haderslebener Kunstschule am Hafen – genauer: in das Jugendprojekt „Street Art for Life“. Dort traf sie auf ein kreatives Kollektiv junger Menschen zwischen 15 und 23 Jahren.

„Ich wollte künstlerisch experimentieren“, sagt Lina. Ihre Anfrage kam per Mail. Anette Strøm, Vorstandsvorsitzende der Haderslebener Kunstschule, freute sich darüber: „Ich finde es wichtig, jungen Menschen Raum zu geben.“

Sprayen in der Schule

Lina Lagoni und Anette Strøm, Vorstandsvorsitzende der Kunstschule, besprechen die Nachmittagsplanung, während Lina zeichnet – diesmal Tomaten.

Das Projekt „Street Art for Life“ läuft dank Unterstützung der SparNord-Stiftung 16 Wochen lang. Darin geht es um Ausdruck – mit Farbe und Spraydosen. Lina durfte im Unterricht zunächst hospitieren und an ihrem letzten Tag auch mitunterrichten, nachdem sie dem Kursleiter, dem Woyenser Künstler Rasmus Bjørn, über die Schulter geschaut hatte.

Am Donnerstagnachmittag war sie mittendrin: „Toll finde ich, wie offen hier alle sind.“ Während andere Jugendliche an ihren Projekten feilten oder Techniken ausprobierten, schaute Lina genau hin.

Lina baut und zeichnet gern mit Lego-Klötzern.

Auch wenn sie nur zwei Nachmittage dabei war: Aufgeschnappt habe sie so einiges – über künstlerische Techniken, Gruppendynamik – und darüber, wie es sich anfühlt, Teil von etwas zu sein.

Von Badezimmerszenen und Lego-Leidenschaft

Sie habe viel dazugelernt, sagt Lina.

Lina ist von Kindesbeinen an kunstbegeistert: In ihrer Freizeit malt sie gern Lego-Modelle und farbenfrohe Badezimmer. „Ein pinkfarbenes Klo oder eine gelbe Dusche – das macht mir einfach Spaß“, lacht sie. Inspiration kommt auch von Verwandten aus Deutschland, die in künstlerischen Berufen arbeiten.

Für die Kunstschule brachte die 15-Jährige beste Voraussetzungen mit – und zwar aus ihrer Schule. Sie schätzt die Vielfalt im Kunstunterricht an der DSH: „Wir probieren vieles aus. Das finde ich gut.“

Lina am Donnerstagnachmittag beim Workshop mit „ihren“ Schülern.

Vernetzung über Pinselstriche hinweg

„Zwei weitere DSH-Schüler besuchen unseren Street-Art-Workshop“, sagt Anette Strøm. „Auch Eltern von der deutschen Schule mischen bei uns mit, indem sie an Kursen teilnehmen oder uns bei Kunst-Workshops unterstützen.“