Grenzüberschreitendes

Schluss mit pfandfreiem Getränke-Export

Schluss mit pfandfreiem Getränke-Export

Schluss mit pfandfreiem Getränke-Export

Anna-Lena Holm/Ritzau
Dänemark
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Grenzhandel
Die günstigen Dosen südlich der Grenze sind bald passé (Archivbild). Foto: Karin Riggelsen

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Eine neue Verordnung der EU verlangt ab 2029 auch beim Export deutscher Dosen Pfand. Viele Stimmen bezeichnen dies als Sieg für den dänischen Arbeitsmarkt und insbesondere die Natur.

20 Jahre hat Dänemark für eine Vereinbarung gekämpft, die Pfand auf in Deutschland verkaufte Dosengetränke erhebt. Nun ist es so weit: Das Europa-Parlament hat eine Verpackungsverordnung verabschiedet, deren neue Regelungen verhindern sollen, dass die Geschäfte des deutschen Grenzhandels Dosen ohne Pfand an Däninnen und Dänen verkaufen. Ab 2029 sollen demnach keine pfandfreien Getränke mehr über die Grenze gelangen. 

In seiner Pressemitteilung gibt das Umweltministerium (Miljøministeriet) bekannt, dass Unklarheit über die deutschen Regelungen bezüglich des Pfands nun nicht mehr als Entschuldigung herhalten könne.

Es ist ein Sieg für uns, aber insbesondere ist es ein Sieg für die dänische Natur.

Umweltminister Magnus Heunicke

Sieg für die Natur

Umweltminister Magnus Heunicke freut sich, dass der jahrelange Einsatz endlich Früchte trägt: „Wir haben 20 Jahre dafür gekämpft, dass auf deutsche Dosen Pfand erhoben wird. Auch um gleichzeitig das Problem von pfandfreien Dosen aus dem Grenzhandel in der dänischen Natur zu lösen. Mit der Verpackungsverordnung ist nun gesichert, dass in Deutschland Pfand erhoben werden muss – ganz unabhängig davon, wo und an wen die Dosen verkauft werden. Der Grenzhandel muss jetzt denselben Regeln folgen wie alle anderen.” Für Heunicke ist der Ausgang ein Gewinn für die Umwelt: „Es ist ein Sieg für uns, aber insbesondere ist es ein Sieg für die dänische Natur.“

Mit den neuen Regelungen endet nicht nur der pfandfreie Dosenverkauf. Tatsächlich wird auch ein für alle geltendes, neu gedachtes, europäisches Regelset für alle Verpackungen in der EU festgelegt. Dieses umfasst Waren von Getränkeverpackungen bis hin zu Holzpaletten. Die Vereinbarung soll dem gesamten europäischen Verpackungsverbrauch einen ordentlichen Schub in die grüne Richtung geben und die Menge an Verpackungsmüll reduzieren.

Faire Konkurrenz

Claus Bøgelund Nielsen, stellvertretender Direktor von „De Samvirkende Købmænd“, freut sich über diese Nachricht: „Wir haben sehr lange auf diesen Tag gewartet und freuen uns natürlich darüber, dass mit dem fehlenden Dosenpfand endlich Schluss ist. Das ist ein Sieg für die Umwelt, aber auch ein Sieg für die dänischen Arbeitsplätze, da zukünftig die Möglichkeit besteht, auf gleicher Basis zu konkurrieren.“ Einer Sache steht er jedoch kritisch gegenüber: „Bis 2029 ist es noch ziemlich lange hin. Idealerweise sollten deutsche und dänische Behörden sich im Sinne der Nachbarschaft um ein schnelleres Inkrafttreten bemühen.“

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