Kultur

TheaterDrang überzeugt mit schmackhaftem Krimidinner

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
Nordschleswig
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: Friedrich Hartung

Die Teller sind leer, der Vorhang hat sich geschlossen. Das erste nordschleswigsche Krimidinner auf dem Knivsberg war ein großer Erfolg.

Das erste nordschleswigsche Krimidinner ist vorbei. Das Konzept (Essen und Theater) auf dem Knivsberg ist gut angekommen (beide Abende waren ausverkauft) und der Mord ist aufgeklärt (es war keiner).

„Mörderische Auslese – ein Krimidinner“ ist das dritte Stück der Truppe TheaterDrang, die sich 2015 aus der deutschen Minderheit heraus gebildet hat. Spätestens mit dem Krimidinner (und eigentlich auch schon vorher) hat sich TheaterDrang als festen und nicht wieder wegzudenkenden Bestandteil des kulturellen Angebots in Nordschleswig behauptet.

Foto: Friedrich Hartung

Der Auftritt von TheaterDrang war mehr als überzeugend. Die routinierten Theater- und Kabarettkräfte hauchten den Charakteren durch den fließenden Ablauf und hervorragender Mimik Leben ein. Das Krimidinner im gemütlich eingerichteten Saal der Bildungsstätte fühlte sich nicht nach einer Aufführung an, sondern die Besucher fanden sich wirklich an Tischen auf dem Weingut Knivsberg wieder.

Ein perfekt getakteter Abend

Der Abend verlief wie ein perfekt getaktetes Neun-Gänge-Menü: zwischen den kurzweiligen Akten der Theatertruppe bei denen man dachte, immer näher einer Auflösung zu kommen, servierte die Küche des Knivsberges unter der Leitung von Mette Lauritzen ein schmackhaftes Vier-Gänge-Menü: Lachsröllchen mit Krabben, Möhrencreme, Rinderfilet mit Pommes Anna und Rhabarbertrifli – dazu wunderbare Tischmusik von Helmuth Fahl am Flügel. Es war einfach gemütlich.Am Ende durfte das Publikum einen Tipp abgeben, doch die Tat war so nicht zu entschlüsseln, denn der Mord erwies sich nicht als hinterhältiges Verbrechen, sondern als schief gelaufener Schabernack: Die Weinkönigin war es.

Foto: Friedrich Hartung

Schließlich gab es großen Applaus für Helmuth Petersen, Lisa Thietje, Marion Petersen, Silke Baudendistel, Felix Neubert, Jan Wachtberg Schmidt und die Leiche Uffe Iwersen. Aber natürlich auch für die Regisseurin Hannah Dobiaschowski die auch den abendlichen Verlauf fest im Griff hatte.

Foto: Friedrich Hartung

Einen Dinner-Theaterabend wird es erst einmal nicht wieder geben, da TheaterDrang und vor allem Hannah Dobiaschowski bereits jetzt am nächsten Projekt arbeitet: Eine selbstgeschriebene Vorführung über die Minderheit soll 2020 auf die Bühne gebracht werden.
Danach darf das Krimidinner aber gerne wieder kommen. Es war einfach ein gelungenes, ja geniales Konzept im perfekten Rahmen. Das war ganz großes Ki... Krimidinner bei dem jedes Detail stimmte.

Mehr lesen