IAT-Tankterminal

Explosion ließe höchstens die Mützen wegfliegen

Paul Sehstedt
Apenrade/Aabenraa
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Terminalchef Jens Peter Broberg (l.) und Betriebsleiter Mogens Boisen von IAT vor einer ihrer Tankanlagen. Foto: Paul Sehstedt

Der IAT-Tankterminal liegt in unmittelbarer Nähe zum neu ausgewiesenen Baugebiet nördlich der Straße Kilen. Stellen die Tanks für dieses eine Gefahr da? Der Nordschleswiger hat bei den Betreibern nachgefragt.

„Sollte einer unserer Tanks explodieren, würde die Druckwelle höchstens die Mützen von den Köpfen am Kilen wegpusten“, erläutert Terminalchef Jens Peter Broberg vom IAT-Tankterminal am Østermadevej in Apenrade. „Unsere Tanks sind so konstruiert, dass im Ernstfall ein Teil des Deckels sich öffnet und dabei den Überdruck entweichen lässt.“ Der Nordschleswiger sprach mit Broberg und Betriebsleiter Mogens Boisen, weil die IAT-Anlage in unmittelbarer Nähe des neu auszuweisenden Bebauungsgebietes nördlich des Straßenzuges Kilen liegt.

Stellt Ihr Betrieb eine Gefahr für die unmittelbare Umgebung und für ein eventuelles neues Wohngebiet nördlich von Kilen dar?

Broberg: Nein, das kann ich mit Bestimmtheit abweisen. Im Augenblick durchlaufen wir eine Zulassungskontrolle, die alle fünf Jahre durchgeführt wird und zu der wir alle notwendigen Sicherheitsdokumente vorlegen müssen. Die Ingenieurfirma NIRAS kontrolliert, ob wir die Regeln einhalten, sodass wir unsere Zulassung behalten können. Alle neuen Auflagen, die aus Erfahrungen von Unfällen andernorts gezogen werden, müssen auch eingearbeitet werden.

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass Bürger von einem Unfall auf dem IAT-Gelände getötet werden können?

Broberg: Wir operieren mit verschiedenen Sicherheitszonen: Am äußeren Ring liegt die Wahrscheinlichkeit bei eins zu einer Milliarde, an der roten Zone ist das Risiko genauso hoch wie der Tod am Schreibtisch. Die Hitzeentwicklung bei einem Großbrand wäre tödlich, wenn sich Menschen innerhalb unserer Absperrungen und des umgebenden Walls aufhalten; außerhalb wäre nur eine Wärmewelle zu spüren, entsprechend der, wenn eine Saunatür geöffnet wird.

Wie sieht die Sicherung bei Chemikalienaustritten aus?

Broberg: Alle Tanks stehen in Auffangbecken, sodass Flüssigkeiten nicht weiter als bis zum Beckenrand kommen können.
Boisen: Wir haben Tankbehälter in der Größenordnung von 10 bis 2.500 Kubikmetern. Die Anlage übernahm IAT 1988 von ESSO, die sie zur Treibstofflagerung benutzte.

Im Falle eines Terrorangriffs: Wie ist der Tankterminal gesichert?

Broberg: Unser Betrieb gilt nicht als terrorgefährdet und lagert keine Waren, die unmittelbar als ein Ziel angesehen werden. Wir sind kein Hochrisikobetrieb.

Was genau wird in den Tanks gelagert, und was geschieht mit den Waren?

Broberg: Wir vermieten unsere an verschiedene Kunden aus der chemischen Industrie. Die Flüssigkeiten werden entweder mit Tanklastzügen oder Tankschiffen angeliefert. Im Kundenauftrag zapfen wir die Produkte in 200-Liter-Fässer oder in 1.000-Liter-Palettentanks, die anschließend verfrachtet werden.

Sollte die Hafenverwaltung einen Umzug an den kürzlich erworbenen Hafen von Enstedt vorschlagen, wie würde IAT dazu stehen?

Broberg: Ein Umzug käme sehr teuer, da nicht alles nur umgestellt werden kann. Neubauten müssten her, und wenn die Kommune das nicht berappen will, würden wir abziehen. Wir haben kein besonderes Liebesverhältnis zu Apenrade.

Wie viele Mitarbeiter werden in Apenrade beschäftigt?

Boisen: Wir sind nur drei, die hier arbeiten.
Broberg: Ich möchte hinzufügen, dass unser Tankterminal aus unserer Sicht keine Gefahr darstellt und dass am Kilen bedenkenlos gebaut werden kann.

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