Erfolgsgeschichte

Amin übernahm seinen Arbeitsplatz und wurde selbst Arbeitgeber

Paul Sehstedt
Apenrade/Aabenraa
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Der Chef Amin (im Vordergrund) packt natürlich noch selbst mit an. Foto: Paul Sehstedt

„Aabenraa Steam Carwash“ beschäftigt drei Mitarbeiter. Der Chef ist ein Flüchtling.

„Aabenraa Steam Carwash“ beschäftigt drei Mitarbeiter. Vom Flüchtling zum Unternehmer.

Dienstags bis freitags steht der 38-jährige Amin in seiner Autopflegefirma „Aabenraa Steam Carwash“ am Apenrader Engvej und reinigt Kundenfahrzeuge. Ihm zur Seite stehen drei Mitarbeiter: zwei Lohnempfänger und ein Praktikant, der im Rahmen des IGU-Projektes beschäftigt wird. Acht fleißige Hände, die von 9 bis 17 Uhr mit Dampf und weichen Nanotüchern säubern und polieren.

„Ich fing 2013 als Praktikant bei Aabenraa Steam Carwash an“, berichtet Amin über seinen Werdegang vom Lohnpfänger zum Unternehmer. „Nach zwei Jahren bot mir der Inhaber an, die Firma zu übernehmen, und seit 2015 gehört mir der Betrieb. Meine Mitarbeiter kommen aus Syrien, dem Irak und Kurdistan im Iran. Wir haben keinerlei Probleme mit der Zusammenarbeit. Ich verlange nur, dass wir Dänisch miteinander sprechen. Der Integration wegen.“

„Mit meiner Freundin, die Dänischlehrerin in Flensburg ist, rede ich auch nur Dänisch – nicht Deutsch, obwohl sie in Deutschland wohnt“, setzt Amin fort. Obwohl er sich für sein Dänisch entschuldigt, verläuft eine Unterhaltung mit ihm problemlos.

„Die Firma läuft ganz ausgezeichnet“, sagt der Unternehmer. „Unsere Kundschaft kommt nicht nur von nördlich der Grenze. Auch in Flensburg, Schleswig und Nordfriesland hat sich herumgesprochen, dass unser Autopflegeservice von hoher Qualität ist.“ Zwei Fahrzeuge können gleichzeitig in der Halle bearbeitet werden, und je nach dem gebuchten Pflegepaket dauert die Säuberung 20 Minuten bis etwa eine Stunde.

Der Praktikant wird mit dem IGU (integrationsgrunduddannelse)-Projekt gefördert. Diese zweijährige Maßnahme zielt darauf ab, dass Flüchtlinge zur Selbstversorgung angelernt werden. Die Kommune Apenrade hat viel Engagement gerade in IGU gesteckt und hat einen überwältigenden Erfolg verzeichnen können. Die Erwartungen wurden von der Wirklichkeit übertroffen, und deutlich mehr Flüchtlinge sind heute selbstversorgend.

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