Kriminalität

Leiche und Schwerverletzter auf Campingplatz: Eines der Opfer aus Rothenkrug

Leiche und Schwerverletzter auf Campingplatz: Eines der Opfer aus Rothenkrug

Leiche und Schwerverletzter auf Campingplatz: Eines der Opfer aus Rothenkrug

cvt/Ritzau
Varde
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Großes Polizeiaufgebot am Campingplatz in Vejers. Foto: John Randeris, Scanpix

Blutbad auf einem Campinglatz in Vejers bei Varde: Eine 64-Jähriger erlag seinen zahlreichen Schnittwunden, ein 69-Jähriger aus Rothenkrug wurde laut Polizei von einem „psychisch kranken“ Tatverdächtigen schwer verletzt. Vom Campingplatz aus wurde schon am Vorabend um Hilfe gebeten – doch die Polizei blieb weg.

Ein 53-jähriger, laut Polizei „psychisch kranker“ Mann aus der Gegend von Vejle soll am Mittwochmorgen zwei Männer auf einem Campingplatz in Vejers niedergestochen haben. Der Tatverdächdige wurde noch am Morgen festgenommen.

Ein 69 Jahre alter Mann aus Rothenkrug (Rødekro) in Nordschleswig rang am späten Mittwochabend weiter um sein Leben. Er war mit einem Rettungshelikopter in die Uniklinik Odense geflogen worden.

Der Leichnam war unterdessen lange nicht identifiziert worden. Erst am Abend wurde bekannt, dass es sich um einen 64 Jahre alten Mann von der Insel Fünen handelt.

Im Sanitärbereich offenbar auf wehrlose Opfer eingestochen

Der Tatverdächtige, so die Polizei, sei ein registrierter Gast auf dem Campingplatz gewesen. Er habe sich bei der Festnahme nicht zur Wehr gesetzt. Nach ersten Erkenntnissen hatte er seine beiden Opfer im Sanitärbereich des Campingplatzes überfallen. „Sie hatten keine große Chance, sich zu verteidigen“, so Bent Thuesen von der Polizei zu Ekstra Bladet.

Der Tote habe zahlreiche und schwere Messerhiebe erlitten. Weil er vollkommen ohne Papiere im Sanitärbereich unterwegs war und niemand auf dem Campingplatz ihn vermisst gemeldet hat, blieb seine Identität lange unklar.

Wie Torben Koster von der Lokalpolizei Varde im Gespräch mit der Presseagentur Ritzau am Mittwochmorgen sagte, seien die Beamten zu „einigen Leuten in einem Blutbad“ gerufen worden. Offenbar war es eine Verkäuferin, die diese Beschreibung abgab. JydskeVestkysten berichtet zumindest auf jv.dk, dass sich eine Verkäuferin eines benachbarten Kaufmannladens am Mittwochmorgen von einem Mann bedroht gefühlt habe. Kurze Zeit später, als dieser den Laden verlassen hatte, habe eine andere Person der Frau berichtet, dass auf dem Campingplatz etwas geschehen sei. Daraufhin habe die Verkäuferin die Polizei alarmiert.

Zweimal hatte die Campingplatzleitung am Vorabend um Hilfe gebeten

Bereits am Dienstagabend hatten die Betreiber des Campingplatzes zweimal die Polizei alarmiert, weil sie der Meinung waren, dass der Mann, der nun Tatverdächtig ist, sich auffällig verhalten und Anzeichen für eine psychische Erkrankung gezeigt habe.

Wie die Polizei in einer Pressemitteilung mitteilt, sei die Einschätzung der Beamten „aus den Informationen, die in den Gesprächen gemacht wurden“ die gewesen, dass der nun in Gewahrsahm genommene Mann nicht „in einem solchen Maße psychisch krank war, dass er hätte zwangseingewiesen werden können oder ansonsten eine Gefahr für andere Bürger darstellte“.

Das Motiv und die genauen Umstände der Tat sind weiterhin unbekannt. Weder der mutmaßliche Täter noch der Schwerveletzte konnten am Mittwoch vernommen werden.

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