Recht & Justiz

Strafverschärfung in „Ghettos“ kritisiert

Strafverschärfung in „Ghettos“ kritisiert

Strafverschärfung in „Ghettos“ kritisiert

Kopenhagen/Aarhus
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Foto: dpa

Justizminister Søren Pape Poulsen will das Strafmaß für bestimmte Delikte in Problemstadtteilen verdoppeln. Die Wohnungsbaugesellschaft Brabrand Boligforening kritisiert dieses Vorhaben und vermisst einen präventiven Effekt.

Die Ankündigung von Justizminister Søren Pape Poulsen (Konservative), das Strafmaß für bestimmte Delikte in Problemstadtteilen, im Rahmen eines Ghettopaketes zu verdoppeln, stößt auf Kritik beim Vorsitzenden der Wohnungsbaugesellschaft Brabrand Boligforening, Keld Albrechtsen. Er sieht nicht nur prinzipielle juristische Probleme, gleiche Vergehen verschieden hart zu ahnden. Albrechtsen weist gegenüber der Nachrichtenagentur Ritzau auch darauf hin, dass er sich für das als „Ghetto“ verschriebene Stadtviertel Gjellerupparken in Aarhus, das zum Bestand von Brabrad Boligselskab zählt, lieber vorbeugenden Einsatz wünscht.

„Die Strafverschärfung würde vor allem Jugendliche treffen, die vielleicht auf dem Weg sind, sich Banden anzuschließen oder in die Kriminalität abzurutschen“, so Albrechtsen und warnt, durch härtere Strafen bei meist geringeren Gesetzesverstößen noch mehr junge Leute zu kriminalisieren.

Albrechtsen, der viele Jahre dem Folketing als Mitglied der Linkssozialisten und später der Einheitsliste angehört hat, warnt vor einem Angriff auf die Rechtssicherheit, in bestimmten Zonen ein gesondertes Strafrecht einzuführen. Angesichts der aktuellen Neubautätigkeit in Brabrand werde eine Sonderstrafzone kaum das Interesse der Menschen anfeuern, dorthin zu ziehen und die Investitionslust zu steigern. Albrechtsen unterstreicht, dass es Probleme mit harter Bandenkriminalität im Gjelleruppark gebe. Darauf habe man mit einem dringend erforderlichen und harten Polizeieinsatz reagiert.

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