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Sorge um die Warften: Wie Ockholm seine Erdhügel retten will

Die Peterswarf in Ockholm wurde schon durch den Filmklassiker „Der Schimmelreiter“ bekannt, hier sitzt Bürgermeister Matthias Feddersen mit dem Warfhund vor dem denkmalgeschützten Gebäude.

Besondere Wege muss die Gemeinde Ockholm beim Errichten von neuen Wohnhäusern gehen. Denn viele Gebäude liegen auf Warften im Außenbereich. Und dort sind Neubauten nur sehr eingeschränkt möglich.

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Zusammenfassung

  • Ockholm will seine prägenden Warfen/Warften erhalten, steht dabei aber vor strengen Bauvorschriften im Außenbereich.
  • Ein neues Warftenkonzept des Landes soll Ausnahmen ermöglichen und die zukünftige Nutzung der Warfen planerisch absichern.
  • Dabei werden Eigentümer einbezogen, Klimaschutz betont und zugleich ein moderates Wachstum mit neuen Baugebieten angestrebt.

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Das Bauen im Außenbereich unterliegt in Schleswig-Holstein und in ganz Deutschland strengen Einschränkungen. Mal eben ein Haus abreißen und durch ein größeres ersetzen, ist nicht mal eben so möglich. Das bekommt seit Jahren ein Ockholmer zu spüren, der den ehemaligen Bauernhof auf der Süderwarf abreißen und stattdessen vier Reetdachhäuser für dauerhaftes Wohnen bauen möchte.

Für die Gemeindevertretung ist es aber von besonderem Interesse, die 14 ortsprägenden Warfen zu erhalten. Übrigens wird „Warft“ in Ockholm in ursprünglicher Weise ohne t geschrieben. So gibt es beispielsweise die denkmalgeschützte Peterswarf, die 1978 als Kulisse in der Verfilmung des „Schimmelreiters“ mit Gert Fröbe diente. 

Gleich nebenan liegt die Süderwarf, deren Gebäude laut Bürgermeister nicht mehr erhaltungswürdig sind. „Doch wenn sie verfällt und nicht bebaut wird, gibt es nur noch einen Hügel und das Warfenbild geht ein Stück verloren“, sagt Bürgermeister Matthias Feddersen.

Fast alle Warfen Ockholms wurden laut Gemeindechronik wahrscheinlich schon vor 1515 als lebensrettende Fluchtburgen zum Schutz vor dem „Blanken Hans“ angelegt. Seit wann die drei bis vier Meter hohen Warfen im Ockholmer Koog als Wohnplätze angelegt wurden, ist nicht bekannt. 

Sicher ist, „dass Ockholm ein Ort ist, der durch die Warfen geprägt ist“, so Matthias Feddersen. Die Warfen mussten im Laufe der Zeit immer wieder erhöht werden, besonders nach der schweren Sturmflut von 1634, bei der laut Chronik 300 bis 400 Menschen starben.

Hoffnung für die künftige Nutzung der Warfen

Was die künftige Bebauung der Warfen angeht, gibt es nun Hoffnung für die kleine Gemeinde mit ihren rund 340 Einwohnern. „Die Landesplanung hat uns mit dem Warftenkonzept ein Werkzeug in die Hand gegeben, um eine Ausnahme für das Bauen im Außenbereich zu ermöglichen“, so Feddersen.

Nun wird ein Planer beauftragt, das Warftenkonzept zu erstellen. „Es geht um eine gute Begründung, das Bauen im Außenbereich doch zu ermöglichen und um eine Grundlage zu haben, den Bebauungsplan zu genehmigen“, so Feddersen. 

Geplant ist im Spätsommer ein Auftakttermin mit den Warfbewohnern. Eigentümer und die Bevölkerung sollen durch Workshops und Gespräche eingebunden werden. „Dann geht es um die Fragen, was war, was ist und was soll mit den Warfen werden, was passt zum Bild Ockholms“, erklärt Feddersen.

Klimaschutz soll zentrale Rolle spielen

Das bedeutet unter anderem das Erfassen von Nutzungen, Bauzustand, Eigentumsverhältnissen und Restriktionen, ebenso wie Nutzungsperspektiven und Erhaltungsstrategien. 

Auch der Klimaschutz soll dabei eine zentrale Rolle spielen: „Bauliche Maßnahmen im Außenbereich sollen unter anderem durch die notwendige Klimafolgenanpassung und zukunftssichere, energieeffiziente Modernisierungen gerechtfertigt werden“, so Feddersen. Wann das dann beispielsweise auf der Süderwarf konkret losgehen könnte, ist allerdings ungewiss. 

„Es ist einfach deprimierend und anstrengend, weil immer alles so langwierig ist“, so der Bürgermeister.

Baugebiete gibt es auch in Ockholm, allerdings möchte die Gemeinde moderat wachsen und die Balance zwischen Tourismus und Leben bewahren: „Beim kleinen Baugebiet am Süderdeichsweg sind alle Grundstücke vergeben, wir möchten ein neues zwischen Mühle und Tankstelle mit acht Grundstücken erschließen“, sagt Feddersen. Das dauere aber noch.