Deutsch-Dänisch

Früh Deutsch lernen: Tondern macht’s vor, Hadersleben zögert

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In der Deutschen Schule Hadersleben steht Deutsch für alle auf dem Stundenplan. Damit nimmt die Schule der deutschen Minderheit eine Sonderstellung in der Kommune Hadersleben ein (Archivfoto).

Früher Deutschunterricht soll auf Wunsch von Carsten Leth Schmidt, Schleswigsche Partei, auch in Hadersleben Realität werden. In den anderen nordschleswigschen Kommunen läuft das Modell bereits – mit Erfolg. In der Domstadtkommune ist eine entsprechende Initiative vor einigen Jahren gescheitert. Der Grund: Die Grenze ist zu weit weg.

Deutsch in der Volksschule ab Klasse null? – Was in Tondern (Tønder) und Sonderburg (Sønderborg) längst Praxis ist und in Apenrade (Aabenraa) ab Klasse 3 beginnt, das wünscht sich Carsten Leth Schmidt, Spitzenkandidat der Schleswigschen Partei (SP) und Mitglied des Kommunalparlaments, auch für Hadersleben – und das nicht erst seit gestern: „Wenn unsere Kinder früh Deutsch lernen, geben wir ihnen ein wertvolles Werkzeug in die Hand.“

Bildung als Wirtschaftsfaktor

Leths Wunsch kommt nicht von ungefähr: Die dänische Regierung hat 68 Millionen Kronen bereitgestellt, um Deutsch und Französisch an den Hochschulen zu fördern. Schön und gut, doch viel zu spät, meint Leth Schmidt: „Sprachförderung muss früher anfangen – und zwar in der Grundschule.“

Beste Voraussetzungen in Hadersleben

Carsten Leth Schmidt von der Schleswigschen Partei schlägt eine Bresche für den frühen Deutschunterricht an den Volksschulen.

„Dänemark hat mehr Handelsbeziehungen zu Deutschland als mit jedem anderen Land“, argumentiert der SP-Politiker. Gute Sprachkenntnisse erhöhen somit die Chancen junger Menschen auf dem Arbeitsmarkt.

Vorbildliche Nachbarn

Dass das funktioniert, zeigen laut Leth Schmidt die guten Erfahrungen in den Nachbarkommunen. Kinder seien dort schnell mit dem Deutschen vertraut gemacht worden. Für Hadersleben sieht er beste Voraussetzungen: gute Schulen, engagierte Lehrkräfte – und die geografische Nähe zur Grenze.

„Die Grenze ist zu weit weg“

Es ist nicht das erste Mal, dass früher Deutschunterricht in der Domstadtkommune zur Diskussion steht: Vor Jahren hatte sich eine Mehrheit des zuständigen kommunalen Fachausschusses dagegen ausgesprochen, unter anderem mit der Begründung, die deutsch-dänische Grenze sei zu weit weg von Hadersleben. Es ist ein Argument, das Leth Schmidt damals wie heute nicht gelten lassen möchte.