Fussball

Eriksen schießt Dänemark zur Fußball-Weltmeisterschaft

Jens Kragh Iversen
Jens Kragh Iversen Sportredaktion
Dublin
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: Scanpix

Dänemarks Fußballer haben in überzeugender Manier das Ticket zur Weltmeisterschaft 2018 in Russland gebucht und dürfen zum fünften Mal nach 1986, 1998, 2002 und 2010 auf der größten Bühne des Weltfußballs auftreten.

Nach dem torlosen Unentschieden im Playoff-Hinspiel in Kopenhagen trumpften die Dänen im Rückspiel stark auf und zwangen an der Lansdowne Road in Dublin die Auswahl Irlands mit 5:1 in die Knie. Insgesamt rund zwei Stunden lang hatten die Dänen am Abwehrbollwerk der Iren zu knabbern, das aber nach dem geplatzten Knoten wie ein Kartenhaus einstürzte.

Christian Eriksen war wieder einmal der herausragende Akteur in der dänischen Mannschaft und ebnete mit drei Toren Dänemark zur WM. Ältere dänische Fußball-Fans werden es als gutes Omen für ein erfolgreiches WM-Abschneiden sehen, dass Dänemark 1985 an gleicher Stelle einen 4:1-Sieg gegen Irland feiern und das Tor zur ersten WM-Teilnahme aufstoßen konnte. Damals zog die dänische Auswahl als Gruppensieger ins Achtelfinale ein, bevor sie an Spanien scheiterte.

Die Dänen mussten damals wie heute erst eine kalte Dusche wegstecken. Shane Duffy bestrafte in der sechsten Minute das stümperhafte Abwehrverhalten von Stürmer Nicolai Jørgensen und das zu späte Eingreifen von Torwart Kasper Schmeichel, der den Fehler seines Vordermannes ausbügeln wollte. Der Schock saß tief, die Dänen taumelten eine Viertelstunde lang wie ein angezählter Boxer herum, bevor sie Spiel und Gegner in den Griff bekamen.

Die bis dahin mit Abstand schwächsten Dänen, Pione Sisto und Andreas Christensen, erzwangen in der 29. Minute ein irisches Eigentor. Das Dribbling und der Tunnel von Sisto waren sehenswert, aber der Treffer nach dem Stochern von Christensen wird nicht zu den Top 1.000 der schönsten Tore der dänischen Länderspiel-Geschichte zählen. Wichtig war es jedoch. Wichtig und schön zugleich war dagegen der zweite Treffer nur drei Minuten später. Der Sonntagsschuss von Christian Eriksen unter die Querlatte nach einem Bilderbuch-Konter nahm den Iren für lange Zeit den Wind aus den Segeln.

Die Iren warfen nach dem Seitenwechsel ihre Mauertaktik endgültig über Bord und mit dem Mute der Verzweiflung alles nach vorne, doch die Dänen waren dem Druck des Gegners gewachsen und bei Konterstößen weitaus gefährlicher. Christian Eriksen erzwang mit seinen Toren in der 63. und 74. Minute die Vorentscheidung, bevor der eingewechselte Nicklas Bendtner mit einem selbst herausgeholten Elfmeter den Schlusspunkt setzte.

Mehr lesen