Handball

Matchwinner von seiner Mannschaft beeindruckt

Matchwinner von seiner Mannschaft beeindruckt

Matchwinner von seiner Mannschaft beeindruckt

Jens Kragh Iversen
Jens Kragh Iversen Sportredaktion
Sonderburg/Sønderborg
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Mikkel Kjær Møller wurde aus der Not heraus vom Linksaußen zum Spielmacher umgeschult. Foto: Karin Riggelsen

Kaum einer hatte einen Pfifferling auf die SønderjyskE-Handballer gesetzt. Die Hellblauen glaubten nicht einmal selbst an einen Sieg, haben aber TTH Holstebro mit 29:28 geschlagen und sind weiter im Rennen um einen Halbfinal-Platz.

„Das ist eigentlich ein Schreckensszenario für uns, in der Endrunde zu stehen und kaum Spieler zur Verfügung zu haben. Wir sind nicht einmal genug Leute, um ein vernünftiges Training durchzuziehen, aber wir haben uns aufgerappelt. Ich bin beeindruckt, wie wir mit der Situation umgehen, und man muss schon sagen, dass wir unsere Berechtigung in dieser Endrunde gezeigt haben“, sagt SønderjyskE-Torwart Kristian Dahl Pedersen: „Es sind tragende Spieler, die bei uns ausgefallen sind: Chris Jørgensen, Aaron Mensing und Oliver Eggert. Solche Spieler kann keine Mannschaft ersetzen. Nimmt man Thomas Mogensen, Bjarte Myrhol und Eivind Tangen aus der Skjern-Mannschaft, können die das auch nicht verkraften. Es wäre gelogen zu sagen, dass ich einen Sieg einkalkuliert hatte. Es fiel mir sogar schwer, an unsere Chance zu glauben.“

Kristian Dahl Pedersen konnte gegen TTH Holstebro glänzen. Foto: Karin Riggelsen

Nach dem zweiten Sieg gegen TTH Holstebro ist SønderjyskE noch im Rennen um einen Halbfinal-Platz, doch der Torwart bleibt mit beiden Beinen auf dem Boden.

„Der Ball ist rund, alles ist möglich, aber nur weil wir jetzt Tvis geschlagen haben, heißt unser Ziel nicht plötzlich Halbfinale. Wir werden kämpfen und alles geben, und dann sehen wir, wozu es reicht“, so Kristian Dahl Pedersen, der sich vom neuen Spielmacher beeindruckt zeigte: „Es ist imponierend, wie Mikkel Møller mit der neuen Rolle umgegangen ist. Das war fantastisch.“

Matchwinner wurde er aber selbst, obwohl er lange gegrübelt hatte, ob er in der Schlussminute volles Risiko gehen sollte, als der Gegner den Torwart mit einem siebten Feldspieler ersetzte.

„Mir sind rund 50 Sekunden vor Schluss, gut 20 Sekunden vor dem Wurf, viele Gedanken durch den Kopf geschossen, was ich machen würde, sollte ich in Ballbesitz kommen. Ich könnte einerseits die Führung erzielen, aber andererseits auch dem Gegner die Siegchance schenken. Wir hatten aber vier Minuten lang kein Tor mehr erzielt, und da bin ich mit mir selber einig geworden, dass es vernünftiger ist, aufs leere Tor zu werfen“, so der SønderjyskE-Schlussmann.

Rasmus Nielsen und SønderjyskE konnte am Ende jubeln. Foto: Karin Riggelsen

„Das war fantastisch“, freute sich auch Rasmus Nielsen nach Spielende: „Kaum einer hatte uns eine Chance eingeräumt, und ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich auch schwer tat, an unsere Chance zu glauben. Bei uns haben so viele Leute gefehlt, und TTH hatte gerade Aalborg geschlagen. Wir haben aber clever gespielt und unsere Chancen verwertet. Wir hatten das Gefühl, dass wir nichts zu verlieren hatten, und machten wir einen Fehler, war es halb so schlimm.“

Rasmus Nielsen, der im Laufe der Saison für den langzeitverletzten Christian Jensen kam, wird SønderjyskE zum Saisonende wieder verlassen. Einen neuen Klub hat der Rechtsaußen noch nicht an der Hand.

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