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Viborg-Siegtor hinterließ Narben im Gesicht von Sønderjyske-Verteidiger

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Maxime Soulas zeigt dem „Nordschleswiger“ seine Verletzung nach dem Spiel.

Die 1:2-Niederlage von Sønderjyske bei Viborg FF tat weh. Besonders bei Maxime Soulas. Der Franzose zeigte großes Unverständnis dafür, dass der Siegtreffer des Gegners trotz VAR-Überprüfung zählte.

Da wäre mehr drin gewesen. Die Sønderjyske-Fußballer spielten 90 Minuten lang mit Viborg FF auf Augenhöhe und hatten Möglichkeiten genug, um in Viborg zu punkten, mussten aber mit einer 1:2-Niederlage im Gepäck die Heimreise antreten.

Die Niederlage hinterließ buchstäblich Narben, und zwar im Gesicht von Maxime Soulas. Der Sønderjyske-Verteidiger wurde beim Siegtor Mitte der zweiten Halbzeit vom Stollen des Siegtorschützen Renato Junior im Gesicht getroffen.

VAR-Schiedsrichter Mikkel Redder bestellte Schiedsrichter Sandi Putros an den Bildschirm, doch trotz VAR-Überprüfung blieb Putros überraschenderweise bei seiner Entscheidung. Und die stieß auf großes Unverständnis.

Sandi Putros wollte am VAR-Bildschirm kein Foul gegen Maxime Soulas gesehen haben.

„Wir fallen beide im Strafraum, und als er mit links schießt, trifft er mich mit dem rechten Fuß im Gesicht. Selbstverständlich ist das ein Freistoß für mich. Das hat er so auch im Mittelfeld gepfiffen, und ich verstehe nicht, wieso dies jetzt anders sein soll. Er hat mir gesagt, dass es nicht mit Absicht sei, aber es ist ja nie mit Absicht. Ich weiß nicht, was er sich da gedacht hat“, sagt Maxime Soulas kopfschüttelnd zum „Nordschleswiger“.

Das Tor zum 2:1 ließ die Partie zugunsten von Viborg kippen. Bis dahin hatte der Superliga-Aufsteiger stark aufgetrumpft und über weite Strecken einer Mannschaft den Zahn gezogen, die vor einer Woche AaB mit 4:0 pulverisiert hatte. Sønderjyske störte früh und hatte in der ersten Halbzeit mehr Ballbesitz als der Gegner.

„Wir hatten ein gutes Gefühl auf dem Platz, ein Gefühl der Kontrolle. Wir haben eine gute Leistung gezeigt, die leider nicht mit einem Punkt belohnt worden ist“, ärgerte sich Maxime Soulas.

Maxime Soulas blieb nach dem Siegtreffer von Viborg auf dem Rasen liegen.

Der Aufsteiger hätte besonders in der ersten Halbzeit mehr aus seinen Möglichkeiten machen müssen, nicht zuletzt Kristall Mani Ingason spielte in der Anfangsviertelstunde eine Hauptrolle. Der isländische Mittelstürmer vergab gleich zweimal eine dicke Chance aus aussichtsreicher Position. Erst klärte Viborg-Torwart Lucas Lund glänzend, bei der zweiten Möglichkeit fackelte Ingason zu lange.

Viborg schenkte sich selbst ein bizarres Eigentor ein, schlug aber schnell wieder zurück, als Daniel Gretarsson bei einem Zweikampf unglücklich aussah. Sønderjyske hatte aber bis zum umstrittenen Siegtor in der 64. Minute mehr vom Spiel.

„Es ist ärgerlich, jetzt ohne Punkte dazustehen, nach einer Leistung, mit der wir mindestens den einen Punkt verdient gehabt hätten. Die spielentscheidenden Momente sind leider nicht zu unseren Gunsten ausgefallen – weder die, die wir selbst kontrollieren können, noch die, die wir nicht kontrollieren können“, sagte Thomas Nørgaard zum „Nordschleswiger“.

Der stark spielende Olti Hyseni ärgert sich über eine vergebene Torchance in der zweiten Halbzeit.

Der Sønderjyske-Trainer wunderte sich über das Bildmaterial, das dem Schiedsrichter am VAR-Bildschirm präsentiert wurde.

„Bei dem Bildmaterial kann ich gut verstehen, dass er seine Meinung nicht geändert hat, aber wir haben bessere Bilder und auch den offensichtlichen Beweis im Gesicht von Max. Unsere Beweisführung spricht eine andere Sprache“, so Thomas Nørgaard.

Sønderjyske steht nach der bitteren Niederlage in Viborg vor einer richtungsweisenden Osterwoche mit drei Spielen innerhalb von drei Tagen gegen die drei übrigen Abstiegskandidaten, Vejle, Lyngby und AaB.

Viborg FF - Sønderjyske (1:1) 2:1

0:1 Jeppe Grønning (Eigentor/13.), 1:1 Yonis Njoh (18.), 2:1 Renato Junior (64.)

Viborg: Lucas Lund – Justin Lonwijk (77:. Asker Beck), Stipe Radic, Daniel Anyembe, Srdjan Kuzmic – Thomas Jørgensen (62.: Jakob Vester), Jeppe Grønning, Elias Andersson (62.: Mikkel Løndal) – Serginho (87.: Charly Nouck), Renato Junior (77.: Anosike Ementa), Yonis Njoh.

Sønderjyske: Marcus Bundgaard –Andreas Oggesen (89.: Mohamed Cherif), Maxime Soulas, Daniel Gretarsson, Marc Dal Hende – Tobias Sommer (79.: Anders Bergholt), Rasmus Vinderslev – Lukas Björklund (46.: Ivan Djantou) – Mads Agger, Kristall Mani Ingason (84.: José Gallegos), Olti Hyseni (79.: Alexander Lyng).

Gelbe Karten: Srdjan Kuzmic, Jeppe Grønning, Serginho. Daniel Anyembe – Tobias Sommer, Marc Dal Hende, Lukas Björklund, Alexander Lyng, Ivan Djantou.

Schiedsrichter: Sandi Putros. VAR-Schiedsrichter: Mikkel Redder. Zuschauer: 6.265.