Natur

Sieben Schwertwale vor Skagen gesichtet

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Skagen
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Schwertwale (Archivbild) Foto: Pascal Kobeh / Nature Picture Library / Ritzau Scanpix

Ein Ornithologe hat am nördlichen Zipfel Dänemarks am Sonntag eine außergewöhnliche Sichtung gemacht. Bei Windstille schwammen sieben Kolosse ins Kattegat.

Windstille ist rund um Skagen im äußersten Norden Jütlands eine Seltenheit. Am Sonntagmorgen gab es sie – und ein Kollege des Ornithologen Simon Christensen von der Vogelstation Skagen hatte Glück: Durch sein Fernglas konnte er sieben Schwertwale dabei beobachten, wie sie von der Nordsee ins Kattegat schwammen.

„Skagen ist kein schlechter Ort, um nach Schwertwalen und anderen Walen Ausschau zu halten“, sagt Christensen. „An Tagen, wo es stürmt, ist es wegen der Wellen schwer, sie zu sehen, aber bei spiegelblanker See gibt es die Chance, und das war heute der Fall“, sagt er.

In den vergangenen Jahren seien bereits gelegentlich Schwertwale von der Vogelstation aus gesichtet worden. „Sonst ist es nur alle fünf Jahre der Fall, dass sie kommen. Skagen ist also der beste Ort, um Schwertwale zu sehen, das kann man ruhig so sagen“, so der Ornithologe, der am Sonntagmorgen keinen Netzempfang mit seinem Mobiltelefon hatte – und die Wale verpasste, weil der Kollege ihn nicht informieren konnte.

Christensen schätzt, dass die Schwertwale auf Jagd sind. Sie bewegten sich in nordöstliche Richtung in das Gebiet zwischen Schweden und Norwegen. „Sie sind vorbeigeschwommen uns sind nun wohl nicht hier, aber mein Rat ist es, herauszukommen und mit den Vogelbeobachtern draußen auf Grenen (Landspitze vor Skagen, Red.) zu warten. An einigen Morgen, wo kein Wind herrscht, gibt es Chancen. Und außerdem gibt es ja auch noch andere Wale als Schwertwale“, sagt er.

Er räumt aber ein, dass es ein seltenes Vergnügen ist, Schwertwale vor Dänemark zu sehen, weshalb man sich nicht zu große Hoffnungen machen sollte, wenn man sich mit dem Fernglas nach Skagen aufmacht.

Der Schwertwal ist eine Art der Wale aus der Familie der Delfine. Er wird auch Orca oder – zur Abgrenzung vom Kleinen Schwertwal – Großer Schwertwal genannt; eine alte deutsche Bezeichnung lautet Butskopf.

Die Namen Killerwal und Mörderwal wurden den Tieren von Walfängern gegeben und nehmen Bezug auf die oft brutal anmutenden Jagdmethoden dieser Raubwale. Die Art ist weltweit verbreitet, bewohnt jedoch bevorzugt küstennahe Gewässer in höheren Breiten.

Schwertwale sind soziale Tiere, die eine komplexe Populationsstruktur aufweisen.

Der Schwertwal als Art gilt als nicht gefährdet, einzelne Populationen sind jedoch durch menschlichen Einfluss wie Umweltverschmutzung bedroht. Vom Walfang hingegen wurde der Schwertwal weitgehend verschont. Die kulturelle Bedeutung des Schwertwals reicht von der traditionellen Verehrung durch nordamerikanische Indianer bis hin zur heutigen, umstrittenen Haltung in Delfinarien.

Quelle: Wikipedia

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