Handball

SønderjyskE kommt mit dem ungewohnten Druck nicht klar

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Ricka Falk Gindrup traf 45 Sekunden vor Schluss zum 31:32, doch es reichte am Ende nicht zum Punktgewinn.

Für die ewige Fahrstuhlmannschaft ist in der Liga alles neu. Die Tabellenposition, die Kulisse und auch das Interesse. Bei der ersten Live-Übertragung im Fernsehen seit vielen Jahren konnten die SønderjyskE-Handballerinnen nicht an die Leistungen der ersten Saisonhälfte anknüpfen.

Die SønderjyskE-Handballerinnen stehen so gut da, wie es in den ersten zwei Jahrzehnten der Vereinsgeschichte nicht der Fall gewesen ist. Am 20. Geburtstag von Sønderjysk Elitesport haben die Hellblauen aber Lehrgeld zahlen müssen.

„Der Druck war größer, als wir es gewohnt sind, und ist am Ende dann doch zu groß geworden. Ich habe es in den Augen der Mädchen gesehen. Wir hatten das Thema angesprochen, dennoch haben wir in allen Belangen mit angezogener Handbremse gespielt“, sagt SønderjyskE-Trainer Peter Nielsen zum „Nordschleswiger“.

Sieben Wochen nach dem letzten Liga-Spiel waren der Biss in den Abwehraktionen und der Spielfluss der ersten Saisonhälfte viel zu lange abwesend. Trotz einer starken Aufholjagd haben die SønderjyskE-Handballerinnen das Heimspiel gegen Viborg HK mit 31:33 verloren.

„Wir haben so schlecht gespielt und so viele Fehler gemacht, dennoch hatten wir am Ende noch die Möglichkeit zu punkten. Das sagt eigentlich auch einiges über unsere Mannschaft aus, aber wir waren heute in dieser Kulisse nicht dort, wo wir sein mussten“, meint der Trainer.

Mit der Kulisse meint er nicht nur die 1.312 Zuschauerinnen und Zuschauer, die für einen Publikumsrekord in Apenrade sorgten, sondern auch die Tatsache, dass ein SønderjyskE-Heimspiel in Apenrade zum ersten Mal live im Fernsehen übertragen wurde.

Die alte Halle in Apenrade war mit Zuschauerrängen nur auf der einen Seite fernsehuntauglich. Nur in der goldenen Ära von Slagelse FH gab es eine Live-Übertragung eines SønderjyskE-Heimspiels aus dem Haderslebener Idrætscenter.

Damals gewann Slagelse FH dreimal die Champions League. Dreimal siegte auch Viborg HK in der Königsklasse.

Noch nie waren beim Frauen-Handball in Apenrade so viele Leute auf den Rängen.

Das einstige Aushängeschild des dänischen Handballs hat finanziell den Gürtel enger schnallen müssen und ist weit von der Stärke vergangener Tage entfernt, stand aber immerhin noch im Finale um die dänische Meisterschaft 2021 und im Endspiel um die European League 2022.

Viborg HK gehört wie SønderjyskE zu einem breiten Mittelfeld, das um die acht Endrunden-Plätze kämpft. Ein Kampf, der bis zum Saisonende eng und spannend bleiben wird.

Die SønderjyskE-Handballerinnen kamen gegen Viborg HK mit dem ungewohnten Druck nicht klar und müssen daraus ihre Lehren ziehen. Mit ein wenig mehr Abgeklärtheit hätten die Hellblauen auch dieses Heimspiel gewonnen, denn in Sachen Qualität müssen sie sich auch hinter dem 14-fachen dänischen Meister nicht verstecken.

Nicoline Olsen und ihre Teamkolleginnen konnten an die starken Leistungen der ersten Saisonhälfte nicht anknüpfen.

Zu spät wurde die Handbremse gelöst, doch die Aufholjagd wurde nicht belohnt. Alles schien schon gelaufen, als Viborg HK zehn Minuten vor Schluss mit 29:24 führte. Doch 100 Sekunden vor Spielende verkürzte Line Uno auf 30:31. Viborg HK war am Ende aber abgeklärter.

Sarah Paulsen (9/2), Line Uno (8/1), Ricka Falk Gindrup (4), Sara Ibranovic (3), Pernille Johannsen (2), Ida Lagerbon (2), Lea Hansen (1), Nicoline Olsen (1) und Rikke Hoffbeck (1) erzielten die Tore für SønderjyskE.

Sarah Paulsen war mit neun Toren die erfolgreichste Torschützin.
Lea Hansen wird in dieser Situation unsanft gebremst.
Line Uno kurbelte das Spiel von SønderjyskE an, machte aber auch zu viele Fehler.