Fussball

Fußballer kassieren von der Kommune weitaus weniger Geld als die Eishockeyspieler

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Die Tribüne rechts wird künftig mit dem Schriftzug „Haderslev Kommune“ bestückt.

700.000 Kronen fließen zusätzlich in die Kasse von Sønderjyske Fodbold. Nur ein Drittel von der Summe, die an SønderjyskE Ishockey geht. Bürgermeister Mads Skau erklärt weshalb.

Die Kommune Hadersleben hat vor wenigen Wochen tief in die Tasche und den wirtschaftlich stark angeschlagenen dänischen Eishockeymeister von 2024 unter die Arme gegriffen.

Der Finanzausschuss der Kommune Hadersleben hat Mitte März eine Zusatzabsprache beschlossen, die SønderjyskE Ishockey über die nächsten drei Jahre insgesamt 2,1 Millionen Kronen einbringt. 900.000 Kronen wurden bereits im April gezahlt, 700.000 Kronen werden 2026 fällig, 2027 sind es dann 500.000 Kronen.

Akute Liquiditätsherausforderungen

Eine Reaktion von Sønderjyske Fodbold ließ nicht lange auf sich warten. In einem Brief an Bürgermeister Mads Skau (Venstre) wurde um „erhebliche Anhebung der kommunalen Förderung in einer dreijährigen Übergangsphase“ gebeten, „da wir in den kommenden Jahren vor akuten Liquiditätsherausforderungen stehen“.

Die Kristoffer-Familie aus Hedensted und die Davidsen-Familie aus Woyens (Vojens) haben seit der Übernahme im Sommer 2022 insgesamt 55,1 Millionen Kronen in Sønderjyske Fodbold A/S investiert, doch die Sanierung des Klubs ist noch nicht am Ziel. Eine persönliche Haftung und Liquiditätsgarantien sind im Rahmen des Lizenzantrags beim dänischen Fußballverband DBU für die Saison 2025/26 erforderlich gewesen.

Der Finanzausschuss der Kommune Hadersleben hat in dieser Woche grünes Licht für eine einmalige, zusätzliche Sponsoringabsprache gegeben, die SønderjyskE Fodbold A/S in diesem Jahr zusätzliche 700.000 Kronen aus der kommunalen Kasse einbringen wird.

Für die Kommune von großem Wert

„Wir haben Verständnis für die Herausforderungen und für die große Aufgabe, vor der man steht. Wir wollen das Projekt anerkennen, das die beiden Familien vorantreiben und für die Kommune von großem Wert ist“, sagt Bürgermeister Mads Skau zum „Nordschleswiger“.

Früher galt das Prinzip, dass alle Spitzenteams der Kommune den gleichen Betrag bekommen, doch unterm Strich können die Fußballer nur ein Drittel der Summe einstreichen, die die Eishockeyspieler bekommen.

„Es ist nicht so, dass wir lieber das eine oder das andere wollen. Es ist eine Abwägung, wie wir das Geld am besten verwenden. Wir hätten uns auch dafür entscheiden können, gar kein Geld zu geben, denn es ist nicht die Kernaufgabe der Kommune, Profi-Klubs zu unterstützen, aber wir freuen uns darüber, welchen Wert Sønderjyske Fodbold für die Kommune hat und wollen dies gerne anerkennen“, so Mads Skau.

Sorge um das Eishockey

Die Finanzspritze in Höhe von 2,1 Millionen Kronen für SønderjyskE Ishockey hat den Charakter eines Hilfspakets für den finanziell angeschlagenen Meister von 2024.

„Es herrschen keine Zweifel, dass der Fußball in vielen Belangen größer ist als das Eishockey, aber es ist für die Kommune von großer Bedeutung, dass in Woyens (Vojens) weiter Eishockey gespielt wird. Deswegen hat es diesmal die eine oder andere Krone mehr für das Eishockey gegeben“, sagt der Bürgermeister.

Bei Sønderjyske Fodbold hatte man sich mit Sicherheit mehr Geld von der Kommune erhofft.

„Wir sind sehr zufrieden, dass es gelungen ist, eine Vereinbarung mit der Kommune zu treffen, damit wir weiter zur Vermarktung der Kommune und des Landesteils beitragen können. Gemessen an Zuschauerzahlen, Vermarktung, Brand und an dem Wert, der geschaffen wird, sind wir nicht nur in der Kommune, sondern im gesamten Landesteil ganz vorne. Wir hätten gerne mehr Geld gehabt, und weshalb wir jetzt ein Drittel von der Summe bekommen, die man im Eishockey bekommt, musst du andere fragen“, sagt Sønderjyske-Direktor und Miteigentümer Markus Kristoffer Hansen auf Anfrage des „Nordschleswigers“.

Mietsenkung ist nicht vom Tisch

Sønderjyske Fodbold hatte wie auch SønderjyskE Ishockey zu Jahresbeginn um eine Mietsenkung gebeten, doch beide Anfragen wurden von der Kommune abgelehnt.

„Wir haben weiterhin eine der größten Stadionmieten der Superliga. Die wird jetzt nicht geändert, aber wir hoffen darauf, dass es in Zukunft darüber einen Dialog geben wird“, so Markus Kristoffer Hansen.

Die jährliche Stadionmiete liegt nach Informationen des „Nordschleswigers“ bei 3,6 Millionen Kronen und gehört somit zu den Top 5 der teuersten Stadionmieten der Superliga.