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Frank Andersen lehnte Angebot ab und bereut es

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Frank Andersen im alten Haderslebener Stadion, wo er im Jahr 2000 mit dem HFK in die Superliga aufstieg.

Haderslev Fodboldklub führte er höchst unerwartet in die Superliga, doch die Trainerkarriere von Frank Andersen endete früh. Rückblickend ärgert er sich, dass er das Angebot eines mehrfachen dänischen Meisters nicht angenommen hat.

Frank Andersen war ein begehrter Mann, als er im Jahr 2000 die Feierabend-Fußballer vom Haderslev Fodboldklub (HFK) in die höchste dänische Spielklasse führte. Der Erfolgstrainer blieb den Haderslebenern treu, obwohl es interessante Angebote von verschiedenen Vereinen gab. Ein Angebot hätte er aber annehmen müssen.

„Ich habe ein Angebot vom FC Midtjylland ausgeschlagen. Ich war gerade bei der Wahl zum Trainer des Jahres in Dänemark Dritter geworden – hinter John ‚Faxe‘ und Kim Poulsen –, und Ørgaard (damaliger FCM-Sportdirektor Jens Ørgaard, Anm. d. Red.) wollte unbedingt, dass ich unterschreibe. Das hätte ich auch tun sollen. Ich habe mich für die sichere Wahl entschieden – und das habe ich im Nachhinein ganz klar bereut“, sagt Frank Andersen dem „Nordschleswiger“.

Drei weitere Stationen

Der 63-Jährige führt familiäre Dinge und die interessante sportliche Entwicklung beim HFK als Beweggründe für sein Nein an. Eine sportliche Entwicklung, bei der er von seinem Amtsantritt im Januar 1997 bis zu seinem Ausscheiden im November 2003 die treibende Kraft war – als Sønderjysk Elitesport ins Leben gerufen und er von Søren Kusk abgelöst wurde.

Frank Andersen wurde im Sommer 2004 Trainer von Vejle Boldklub, bevor er im September 2005 entlassen wurde.

„Mit 14 Monaten gehöre ich noch zu den Trainern, die am längsten in Vejle waren“, sagt Frank Andersen mit einem Lächeln.

Von Mitte 2008 bis September 2009 war er Trainer von Kolding FC, bevor es zu einer überraschenden Rückkehr nach Hadersleben kam. Hier war Michael Hemmingsen von Sønderjyske als Cheftrainer verpflichtet worden, doch ihm fehlte die UEFA-Pro-Lizenz. Die besitzt Frank Andersen, der somit in den Trainerstab geholt wurde, bis Hemmingsen seine Ausbildung in Angriff nehmen konnte.

Mit 48 Jahren war Schluss

„Als ich bei Sønderjyske konstituierter Cheftrainer und später Talentchef wurde, bin ich aus der Gruppe geflogen, die für die Cheftrainerjobs infrage kommen“, so Frank Andersen.

Die Trainerkarriere auf höchstem Niveau endete somit bereits mit 48 Jahren.

„Ich wollte gerne weitermachen – ohne Zweifel. Aber wenn man erst aus dem Rampenlicht verschwunden ist, ist es nicht so leicht. Auf der anderen Seite war die Arbeit an der Etablierung des ‚Sønderjysk Fodboldsamarbejde‘ mit 50 Klubs auch enorm interessant“, sagt der 63-Jährige, der von 2013 bis 2015 auch die U17 und U19 von Sønderjyske trainierte.

Seit 2015 ist er selbstständig. Mit seiner Firma FA Connect beschäftigt er sich mit der Rekrutierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie mit Teambuilding. Den Fußball verfolgt er nur noch mit Abstand.

„Die Intensität hat nachgelassen, aber die Klubs, die mir am Herzen liegen, verfolge ich am Bildschirm oder im Stadion: Silkeborg, Sønderjyske und leider auch Manchester United“, so Frank Andersen.