Politik

Regierung investiert Milliarden in medizinische Ausbildung und Infrastruktur

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Durch die neue Reform sollen mehr Behandlungen aus den großen Krankenhäusern verlagert werden.

Künftig sollen mehr Behandlungen außerhalb der Krankenhäuser stattfinden. Die neue Reform soll Aufgaben verlagern und die Regionen stärken.

Mit einer historischen Milliardenvereinbarung wollen Regierung, Regionen und Kommunen die größte Gesundheitsreform seit zwei Jahrzehnten in die Tat umsetzen. Ziel ist es, die ärztliche Versorgung im ganzen Land zu verbessern – besonders in Regionen, in denen bislang ein akuter Mangel an Fachärztinnen und -ärzten herrscht.

Denn: Es fehlt an spezialisierten Ärztinnen und Ärzten – und ihre Verteilung ist landesweit ungleich. Die neue Vereinbarung, die am Sonntag vorgestellt wurde, soll daran ansetzen. Mit ihr wird ein zentraler Baustein der Gesundheitsreform vom November 2024 finanziell untermauert.

Näher an die Bürgerinnen und Bürger

Konkret sieht die sogenannte „Frühjahrsvereinbarung“ vor, Gesundheitsleistungen stärker aus den Krankenhäusern herauszulösen und näher an die Bürgerinnen und Bürger zu bringen. Außerdem wird die Zahl der Ausbildungsplätze für Fachmedizinerinnen und Fachmediziner deutlich erhöht – insbesondere in Bereichen wie Allgemeinmedizin, Psychiatrie und Geriatrie, also der Altersmedizin.

Ab 2026 sollen jährlich 130 zusätzliche Fachärztinnen und Fachärzte ausgebildet werden – so viele wie nie zuvor. Insgesamt wären es dann 1.270 pro Jahr. Die Dänische Ärztevereinigung begrüßt diesen Schritt ausdrücklich. „Fachärztinnen und Fachärzte sind das Rückgrat unseres Gesundheitssystems“, betont Verbandspräsidentin Camilla Rathcke. Sie spricht von einem wichtigen Signal, das auf eine jahrelange Forderung der Ärzteschaft reagiert.

Kritik an Einstellungsdeckel

Gleichzeitig mahnt Rathcke zur Vorsicht: Teil der Vereinbarung ist auch ein Einstellungsdeckel für Fachärztestellen an den fünf Universitätskliniken sowie weiteren Krankenhäusern in der Hauptstadtregion. Eine Maßnahme, die aus Sicht der Ärztevereinigung kritisch zu sehen ist. „Ein Mangel lässt sich nicht durch Beschränkungen lösen“, warnt Rathcke und fordert, die Auswirkungen genau zu beobachten.

Neben der Facharztausbildung beinhaltet die Vereinbarung weitere milliardenschwere Investitionen: 4,2 Milliarden Kronen sollen in die Verlagerung von Gesundheitsaufgaben von den Kommunen hin zu den Regionen fließen. Weitere 3,5 Milliarden Kronen sind für Bauprojekte sowie Investitionen in IT, Technik und medizinisches Gerät vorgesehen.