Deutsche Minderheit

Zur Kommunalwahl mit Krafttraining

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Anna Lea Leth Schmidt ist die mit 18 die jüngste Kandidatin auf der Haderslebener SP-Liste.

Mit 18 Jahren ist Anna Lea Leth Schmidt die jüngste Stimme der Jungen Spitzen. So heißt die Jugendorganisation der Schleswigschen Partei. Gemeinsam mit ihrem Vater kandidiert sie für das Kommunalparlament in Hadersleben. Online sieht sie, wie junges Engagement nicht nur gefeiert wird.

Es sind Herbstferien – zumindest laut Kalender. Nicht für Anna Lea Leth Schmidt aus Süderballig: Für diese Woche plant sie eine Stippvisite an der Uni Aarhus. Darauf freut sie sich schon: „Es sind nur zwei Tage, aber hoffentlich zwei spannende.“

Die 18-Jährige möchte in den Studiengang Wirtschaftspsychologie hineinschnuppern, der Betriebswirtschaft mit psychologischen Komponenten verbindet.

Volkswirtschaft, aber mit Gefühl

Anna Lea hat ein Faible für Politik. Das hat sie von ihrem Vater Carsten Leth Schmidt.

„Wirtschaft interessiert mich – und vor allem, was sich dabei auf der psychologischen Ebene abspielt“, sagt sie. 
Anna Lea Leth Schmidt besucht die 3g des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig (DGN) in Apenrade (Aabenraa). 

Was macht sie, wenn sie ihr Abi in der Tasche hat? 

„Erst einmal arbeiten, Geld verdienen fürs Reisen“, verrät die junge Frau. 

Ein heißer Herbst

Bevor der Sommer kommt, steht ihr ein heißer Herbst bevor: die Kommunalwahl am 18. November. Anna Lea Leth Schmidt ist die jüngste Kandidatin der Schleswigschen Partei der Kommune Hadersleben – und kandidiert Seite an Seite mit ihrem Vater. 

Undank ist der Lohn

Vater und Tochter standen zur Kommunalwahl am 18. November gemeinsam auf dem Wahlzettel. Auch für die 18-jährige Anna Lea wurde sie zu einem Erfolg. Hier sind beide mit Hund „Minka“ zu sehen.

Carsten Leth Schmidt arbeitet seit zwei Legislaturperioden im Haderslebener Kommunalparlament und ist Vorsitzender des kommunalen Technik- und Klimaausschusses. In der Wahrnehmung der breiten Öffentlichkeit ist er der Buhmann für vieles: wenn es nicht genügend Parkplätze gibt oder das Wasser im Springbrunnen am Graben – mal wieder – versiegt. Der Öko-Landwirt nimmt es gelassen: So sei das eben, wenn man ein öffentliches Amt innehat. 

Rauer Wind in den sozialen Medien

Anna Lea beim Spaziergang mit Katze Gulle und Hund Minka

Auch Anna Lea hat den rauen Wind bemerkt, der den Jungen SPitzen entgegenweht, wagen sie den Schritt in die Politik. Abfällige Kommentare zu ihren Zielen – auch zur Sprache, wenn sie sich auf Deutsch vorstellen oder kein Nordschleswigsch sprechen können – sind keine Ausnahmen. Es sind Erfahrungen, die unter anderem Leif Curdes, SP-Kandidat in Sonderburg (Sønderborg), und Dorthe Andresen, Apenrade, im Wahlkampf machen.

Wie man mit dem Druck fertig wird

Anna Lea lässt sich davon nicht abschrecken: „Aber ich finde es echt schade, wie manche im Netz unterwegs sind, gerade wenn junge Leute sich engagieren. Solche Kommentare verunsichern und machen auch mir manchmal Bauchschmerzen. Ich finde es beeindruckend, wie Dorthe und Leif damit umgehen: ruhig, klar und ohne sich einschüchtern zu lassen.“

Inneren Frieden und Entspannung findet die 18-jährige Jungpolitikerin beim Krafttraining. Ein paar Mal wöchentlich fährt sie abends nach Apenrade ins Fitnessstudio. Es ist zugleich ihr persönliches Rezept gegen Frust: Gewichte statt Groll.

Der harsche Ton in den sozialen Medien bereite ihr schon manchmal Bauchschmerzen, gesteht die 18-Jährige.