Kultur

Candussi: Deshalb war ein neues Konzept für den Weltfrauentag wichtig

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Ruth Candussi ist seit 2016 im Haus Nordschleswig tätig und spielt als Parteisekretärin eine zentrale Rolle in der Schleswigschen Partei. Ein besonderes Anliegen ist ihr der Einsatz für Gleichberechtigung.

Der Weltfrauentag wird in der deutschen Minderheit in Nordschleswig künftig in einer neuen, strukturierten Form begangen. Jedes Jahr ist ein anderer Verband der Minderheit bei den Veranstaltungen federführend. SP-Parteisekretärin Ruth Candussi erklärt die Gründe für diese Entscheidung und erläutert, warum die Schleswigsche Partei in diesem Jahr die Organisation übernimmt.

Der Kulturkoordinationsausschuss des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN) hat beschlossen, den Weltfrauentag künftig mit einer festen Veranstaltungsreihe zu verankern. Jedes Jahr übernimmt ein anderer Verband der Minderheit die Federführung. In diesem Jahr organisiert die Schleswigsche Partei (SP) das Event.

Ein strukturiertes Konzept für den 8. März

„Ich bin sehr froh, dass wir nun ein festes System etabliert haben, in dem sich alle Verbände der Minderheit gleichermaßen verantwortlich fühlen“, erklärt SP-Parteisekretärin Ruth Candussi. Die Idee sei in Gesprächen mit BDN-Kommunikationschef Harro Hallmann entstanden. „Wir wollten den 8. März als festen Termin etablieren und ihm eine klare Struktur geben, statt dem Zufall zu überlassen, ob und in welchem Umfang die Minderheiten-Verbände den Weltfrauentag aufgreifen.“

Mit dem neuen Konzept wird der Weltfrauentag zu einer Veranstaltung, die von der gesamten Minderheit getragen wird. „Das ist ein wichtiges Signal nach außen: Wir zeigen damit, dass uns der 8. März und die Werte, die er repräsentiert, am Herzen liegen. Themen wie Gleichstellung und die Rolle der Frau in der Gesellschaft sind sowohl für die Minderheit als auch für uns in der SP von zentraler Bedeutung“, betont Candussi.

Spannendes Programm mit Stella Männer

Die Veranstaltungen zum 8. März sind im Kulturkoordinationsausschuss (KKA) verankert, in dem alle kulturellen Akteure der Minderheit vertreten sind. „Die Organisation erfolgt stets aus diesem Ausschuss heraus und wird in Zusammenarbeit mit Uffe (BDN-Kulturkonsulent Ulf-Mikael Iwersen) umgesetzt. In diesem Jahr liegt die Verantwortung bei der SP“, erläutert Candussi.

Für den Weltfrauentag hat die SP die deutsche Auslandskorrespondentin Stella Männer eingeladen, die über Krisen- und Kriegsgebiete sowie das Leben von Frauen in Syrien und dem Libanon berichtet. Die Reportagen der Journalistin erscheinen unter anderem bei ZEIT Online, im Spiegel, Deutschlandfunk und SWR. Seit Mai 2021 hat sie ihre Basis in Beirut.

Am Freitag, den 7. März, hält Stella Männer am Deutschen Gymnasium für Nordschleswig (DGN) in Apenrade einen Vortrag für Schülerinnen und Schüler zum Thema:
„Warum wir eine bessere Auslandsberichterstattung brauchen – Repräsentation von Frauen und marginalisierten Gruppen in der Krisen- und Kriegsberichterstattung“.

Stella Männer ist freie multimediale Reporterin und berichtet für verschiedene deutsche Print-, Radio- und Videomedien.

Am Sonnabend, den 8. März, folgt eine öffentliche Veranstaltung im DGN (10 bis 13 Uhr). Dort wird die freie Reporterin über „Die Macht der Narrative: Warum wir eine feministische Perspektive in der Auslandsberichterstattung brauchen“ sprechen. Vor dem Vortrag gibt es ein gemeinsames Frühstück.

Warum die SP in diesem Jahr die Federführung übernimmt

Dass die SP in diesem Jahr die Organisation übernommen hat, sei laut Ruth Candussi kein Zufall. Die Themen Gleichstellung, Vielfalt und Frauen in der Politik seien für die Partei von großer Bedeutung.

„Natürlich war es mir auch wichtig, gerade in diesem Wahljahr die Verantwortung für den 8. März zu übernehmen. Aber unabhängig davon sind Gleichberechtigung und Vielfalt Themen, mit denen wir uns kontinuierlich befassen“, so Candussi.

Tickets für die Veranstaltung am 8. März sind hier erhältlich.