Deutsche Minderheit

Zurück zur Arbeitsfreude: Deutsche Kindergärten Sonderburg im Wandel

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Kindergarten-Mitarbeiterin Sarah Stelzner ist Gewerkschaftsvertreterin und hat miterlebt, wie sich ihr Arbeitsplatz in den vergangenen Monaten verändert hat.

In den Deutschen Kindergärten Sonderburg soll nach stressigen Zeiten die Arbeitsfreude zurückkehren. Wie das gelingen soll, beschreiben Angestellte der DKS.

Hoher Krankheitsstand, wechselnde Führungskräfte und mehrere Umzüge: Die Angestellten der Abteilungen im Verband Deutsche Kindergärten Sonderburg (DKS) haben im vergangenen Jahr einiges mitgemacht. Um Arbeitsbedingungen und Miteinander zu verbessern, führt der DKS ein Projekt für mehr Wohlbefinden durch.

In Zusammenarbeit mit Konsulentin Nete Kaasen erhalten die Angestellten Werkzeuge an die Hand, um gemeinsam ein positives Arbeitsumfeld zu schaffen. Die Velliv-Stiftung fördert das Projekt mit 197.000 Kronen.

Gesamtleiter Marco Seefeldt beschreibt, wieso er das Projekt im vergangenen Jahr angekurbelt hat. „Nach einer Periode der Unruhe und Wechseln auf Leitungsebene standen wir vor der Zusammenlegung zweier unserer Abteilungen. Wir fanden es nötig, den Fokus auf das Wohlbefinden der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu legen. Nicht nur kurzfristig, sondern dauerhaft und nachhaltig.“

Am Anfang hat das viel Energie gekostet. Aber jetzt merkt man deutlich, wie gut das funktioniert.

Sarah Stelzner

Neben der Verbesserung des Wohlbefindens ist es Ziel, die Zusammenarbeit zwischen Personal und Leitung zu stärken. Der Fokus liegt dabei auf Selbstführung, Kommunikation, klaren Rahmenbedingungen und Spielregeln. „Daran, dass wir einander mit Respekt für die jeweilige Funktion und Person begegnen“, ergänzt Seefeldt. Seit dem Start im Oktober sei es eine anstrengende, aber äußerst erfolgreiche Reise gewesen, so der Gesamtleiter.

Marco Seefeldt ist Gesamtleiter der DKS. Wegen der vielen Umstrukturierungen und Umzüge hat er eine interne Fortbildung zu mentalem Wohlbefinden auf den Weg gebracht.

Einzelgespräche und eine App mit Videos

Im Alltag sieht das dann so aus: In täglichen Inputs, aber auch Gruppentreffen werden die rund 50 Angestellten dazu animiert, positiv zu denken, sich selbst und anderen etwas Gutes zu tun und lösungsorientiert zu arbeiten. Es gab viele Einzelgespräche und eine App, über die Videos neue Denkanstöße lieferten.

Wie nimmt das Personal das Projekt und die Arbeitsumstände jetzt wahr? Sarah Stelzner ist Gewerkschaftsvertreterin und Pädagogin nach dänischer Ausbildung. „Am Anfang musste man richtig doll nachdenken und sich anstrengen, positiv zu denken. Wir hatten eine sehr stressige Zeit mit viel Krankheit, vielen Kindern und dem Umzug der beiden Stadtkindergärten. Das war hart. Wir mussten umdenken, um das Positive zu sehen“, sagt Sarah Stelzner.

Seit mehreren Monaten haben die ehemals zwei Sonderburger Stadtkindergärten ihren gemeinsamen Standort in der alten Ahlmannskole.

„Hast du heute schon den Baum umarmt?“

Am Anfang habe das viel Energie gekostet. „Aber jetzt merkt man deutlich, wie gut das funktioniert. Wir sind richtig gut darin und noch aufmerksamer geworden, die Dinge offen anzusprechen und andere positiv zu bestärken.“

Die Angestellten, aber auch die verschiedenen Abteilungen, arbeiteten jetzt enger und harmonischer zusammen. „Der Austausch ist besser geworden. Manchmal hat man die anderen dann gefragt: Hast du heute schon einen Baum umarmt? Sowas verbindet dann natürlich“, sagt die Gruppenleiterin lachend. „Da lernt man sich noch einmal ganz neu kennen, und wir lachen sehr viel zusammen.“

Hoffen auf ruhigere Zeiten

Das Projekt ist in drei Phasen aufgeteilt, aktuell sind die Angestellten in Phase zwei. Phase drei bricht an, wenn die beiden Stadtkindergärten im Laufe von 2025 erneut umziehen – an den endgültigen Standort am Kærvej, direkt neben der Deutschen Schule Sonderburg.

Dann kommen auf die DKS ruhigere Zeiten zu, hofft Gesamtleiter Seefeldt. „Nach dann drei Umzügen und einer neu hinzugekommenen Abteilung aus Lunden freuen wir uns auf einen Arbeitsalltag ohne allzu große Veränderungen. Durch das Projekt sind wir jetzt gut ausgestattet.“

Mit den Erfahrungen der beiden Umzüge in Gravenstein und Sonderburg sei man auf den dritten und hoffentlich vorerst letzten Umzug gut vorbereitet. „Wir haben unsere To-do-Listen beisammen", sagt Marco Seefeldt. Und mit den Werkzeugen aus dem Wohlbefinden-Projekt sollen die chaotischen Zeiten endgültig der Vergangenheit angehören.

Deutsche Kindergärten Sonderburg (DKS)