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SønderjyskE steht unter Druck

SønderjyskE steht unter Druck

SønderjyskE steht unter Druck

Hadersleben/Haderslev
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SønderjyskE-Kapitän Marc Pedersen will gegen Vendsyssel FF einiges wieder zurechtbiegen. Foto: Henning Bagger/Ritzau Scanpix

Kapitän Marc Pedersen vor dem Heimspiel gegen Vendsyssel: „Ich habe schon den Eindruck, dass wir alle an einem Strang ziehen“

Einen verkorksten Saisonstart haben die Superliga-Fußballer von SønderjyskE hingelegt. Vier Punkte aus fünf Spielen lautet die enttäuschende Bilanz, und nicht zuletzt der leidenschaftslose Auftritt bei der 0:1-Schlappe am Montag in Esbjerg verdarb den SønderjyskE-Fans die Laune. Einige von ihnen ließen in sozialen Medien ihrem Frust freien Lauf, forderten die Entlassung von Claus Nørgaard. Der Trainer und die Spieler stehen unter Druck, wenn am Freitag ab 19 Uhr Aufsteiger Vendsyssel FF in Hadersleben zu Gast ist.

Marc Pedersen, die Stimmung beim Abschlusstraining wirkte ungewohnt gedrückt. Täuscht das?
„Eine gedrückte Stimmung habe ich nicht erlebt, aber man spürt schon, dass wir Montag gespielt haben. Gut, dass wir noch einen Tag haben, um die Batterien voll aufzuladen. Hätten wir die ersten fünf Saisonspiele alle gewonnen, wären wir wohl alle nackt auf dem Trainingsplatz herumgelaufen. Selbstverständlich beeinflussen die Ergebnisse die Stimmung, aber ich finde nicht, dass die Stimmung gedrückt ist.“

Viele haben in Esbjerg die Leidenschaft und nicht zuletzt ein Aufbäumen nach dem Rückstand vermisst. Wo sind diese SønderjyskE-Qualitäten abgeblieben?
„Die ersten zehn Minuten waren gut, danach summierten sich die Fehler und die Nachlässigkeiten. Zu keinem Zeitpunkt hatten wir das Gefühl, dass wir in der Nähe unseres Niveaus waren. Wir sind immer frustrierter geworden, weil wir uns nicht durchsetzen konnten und nicht gefährlich wurden. Nichts hat geklappt, und ich kann gut nachvollziehen, dass es von außen so ausgesehen hat, dass wir ohne Leidenschaft gespielt haben. Ich denke, dass alle über dieses Spiel verärgert sind. Keiner kann von sich behaupten, dass er seine Leistung gebracht hat. Im Augenblick freut man sich einfach auf das nächste Spiel, wo man es nach einer ungenügenden Leistung beweisen darf, dass man es auch anders kann.“

Von außen wird nach dem leidenschaftslosen Auftritt in Esbjerg eine Disharmonie zwischen Trainer und Spieler hineininterpretiert. Gibt es eine solche Disharmonie?
„Das kann ich glatt zurückweisen. Die gibt es nicht. Ich sehe gar nicht, dass es ein Thema sein sollte, dass wir schlecht über Claus reden sollten. In meinen Augen haben wir vor dem Esbjerg-Spiel vier vernünftige Spiele hingelegt. Das Lächerliche ist nur, dass wir zweimal 0:1 verloren und gegen OB eine 2:0-Führung hergeschenkt haben. Über das Esbjerg-Spiel müssen wir nicht reden. Das war Mist. Die ersten vier Spiele waren in Ordnung, nur die Ergebnisse haben nicht gestimmt.“

Dein Mannschaftskamerad Christian „Greko“ Jakobsen hat in einem Fernsehinterview eine Spielidee vermisst und sich gefragt, was die Mannschaft eigentlich vorhat. Zieht die Mannschaft nicht an einem Strang?
„Ich habe das Interview nicht gesehen und möchte es nicht kommentieren, kann aber sagen, dass ich schon den Eindruck habe, dass wir alle an einem Strang ziehen. Das ist eines unserer Markenzeichen, dass wir zusammenhalten und knallhart arbeiten, egal wie schlecht es aussieht. Das müssen wir jetzt gegen Vendsyssel auf den Platz bringen.“

Von der Papierform her gehört der SønderjyskE-Kader zu den stärksten der vergangenen Jahre, aber Tore und Punkte bleiben aus. Wieso tut sich SønderjyskE so schwer, die teilweise ordentlichen Leistungen in Tore und Punkte umzumünzen?
„Gegen Esbjerg waren wir einfach schlecht, aber ich verstehe immer noch nicht, wie wir gegen AGF ohne Torerfolg bleiben konnten. Ich habe dort schon oft schlecht gespielt und dennoch gepunktet. Wir haben in Aarhus noch nie so gut gespielt und haben dann verloren. In spielerischer Hinsicht ist es nicht so schlecht gewesen wie in Esbjerg, und ich denke auch nicht, dass wir ein generelles Problem haben, Tore zu erzielen. Gegen Horsens und OB haben wir jeweils zwei gemacht.“

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