Tourismus

Fördeschiff sucht Entwicklungsmöglichkeiten

Fördeschiff sucht Entwicklungsmöglichkeiten

Fördeschiff sucht Entwicklungsmöglichkeiten

Karin Friedrichsen
Karin Friedrichsen Journalistin
Hadersleben/Haderslev
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Das Fördeschiff „Helene" im Haderslebener Hafen Foto: Karin Friedrichsen

Nichts darf unversucht bleiben, um die finanzielle Situation der „Helene“ auf den rechten Kurs zu bringen. Eine Zusammenarbeit mit dem Dammboot „Dorothea“ ist bereits eingegangen worden.

Das Fördeschiff „Helene Årø“ hat die vergangene Saison mit einem Unterschuss abgeschlossen. Die 25. Saison des beliebten Ausflugsbootes wird rote Zahlen schreiben und voraussichtlich mit einem Defizit von 50.000 bis 100.000 Kronen abschließen, erklärt Brian Henningsen, Vorsitzender der Betriebsgesellschaft „Turbåden Helene A/S“. Der Vorstand setzt nun alle Hebel in Bewegung, damit das Schiff auch auf längere Sicht mit Touristen auf der Haderslebener Förde und im Kleinen Belt unterwegs sein kann.

Das Fördeschiff „Helene" wartet im Haderslebener Hafen auf die neue Saison Foto: Karin Friedrichsen

Turnaround angepeilt

„Wir wollen nichts unversucht lassen, um die finanzielle Lage zu verbessern“, so Henningsen, der unterstreicht, dass man bestimmt nicht vorhabe, das Handtuch zu werfen. Die Betriebsgesellschaft hatte in den vergangenen Jahren etwas Geld auf die hohe Kante legen können, aber 2019 gab es einen Rückgang der Passagierzahlen von fünf bis sieben Prozent.

„Wir haben Ideen, wie wir den Turnaround schaffen. Beim Personal wird aber nicht gekürzt, denn unsere Mitarbeiter sind auch zuständig für die Sicherheit an Bord“, so Henningsen.

Befreiung von den Hafengebühren

Die Befreiung von den Hafengebühren in Hadersleben und auf der Insel Aarö/Aarø könnte dem Fördeschiff finanziell helfen. Henningsen stellte einen entsprechenden Antrag an die Kommune Hadersleben. Der Ausschuss für Plan und Umwelt diskutierte den Antrag auf seiner jüngsten Sitzung. Für den Technischen Ausschuss würde eine Freistellung von der Gebühr ein Minus in der Kasse von 18.000 Kronen zuzüglich Mehrwertsteuer bedeuten.

Der Finanzausschuss behandelt den Antrag in seiner Sitzung am 17. Februar. Der Technische Ausschuss hat im Vorfeld kundgetan, dass er bei einem Wegfall der Gebühren vom Finanzausschuss entschädigt werden möchte, da es sich um eine „touristische Attraktion“ handele. Dem Dammboot „Dorothea“, das seit knapp zwei Jahren auf dem Innen- und Außendamm schippert, wird keine Hafengebühr abverlangt.

In auswärtigen Häfen wird die „Helene“ mit Kusshand begrüßt

„Wir würden selbstverständlich unseren Beitrag leisten für die Kanalisation, Strom- und Wasserkosten“, so Brian Henningsen. In den vergangenen Jahren habe man den Fahrplan der „Helene“ erweitert und Ausflüge etwa nach Assens, Kolding Sonderburg/Sønderborg und Vejle unternommen. „In diesen Häfen wird uns keine Gebühr abverlangt. Da freut man sich über unseren Besuch und begrüßt uns mit Kusshand“, so Henningsen.

Kapitänin Anne Sophie Suurballe Foto: Karin Friedrichsen

Ausflugsboote arbeiten zusammen

Henningsen, der 2018 Kapitän an Bord der „Helene“ war, freut sich darüber, dass eine Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen des Dammbootes „Dorothea“ in Gang gesetzt wurde.

Da es schwierig sei, Kapitäne „an Land zu ziehen“, geben die beiden Touristenattraktionen ab der neuen Saison Interessierten die Möglichkeit, auf beiden „Schiffen“ zu arbeiten. Dadurch können die Kapitäne auf den Gewässern in und um Hadersleben eine Vollzeitstellung bekommen im Sommerhalbjahr. Er freut sich darüber, dass Anne Sophie Suurballe, die 2019 als erste Kapitänin in der Geschichte des Fördeschiffes das Kommando übernahm, ihre Arbeit in der Saison 2020 fortsetzt.

Henningsen wünscht sich, dass die beiden Touristenattraktionen ihren positiven Dialog intensivieren, sodass Hadersleben sich als die Stadt, die man besucht, um Bootsfahrten in wunderschöner Natur zu erleben, vermarkten könnte.

Das Fördeschiff ist ein schwimmendes Restaurant. Foto: Karin Friedrichsen

Passagiere aus dem In- und Ausland

„Wir haben 2019 ein neues Buchungssystem eingeführt. Unsere Gäste scheinen sich daran gewöhnt zu haben, denn die Buchung für die Saison, die Ende April eingeleitet wird, läuft gut an“, freut sich Brian Henningsen, der hofft, dass die neue Saison mit einem kleinen Überschuss abgeschlossen werden kann. Neben Buspassagieren aus Nordjütland und Seeland gehören Gäste aus den Niederlanden, England und Deutschland zur „Stammkundschaft“ des Fördeschiffes.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Mutiges Museum“