Afrikanische Schweinepest

Mit Wildschweinzaun und EU-Hilfe

Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
Kopenhagen
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So soll der Vieldiskutierte aussehen: ein beschichteter, grauer Metallgitterzaun (hier grüne Variante) bis 1,50 Meter hoch Foto: Helge Möller

Umwelt- und Nahrungsmittelminister Jakob Ellemann-Jensen (V) lobt EU-Initiative zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest. Und was den Wildschweinzaun angeht: Enteignungen soll es nicht geben, nur Nutzungsbegrenzungen.

Mit der Veröffentlichung der Verhandlungsprotokolle nach der Besichtigung der Trasse des geplanten Grenzzauns zur Abwehr der Afrikanischen Schweinepest durch die staaliche Enteignungskommission geht das Vorhaben in die entscheidende Phase. Dem Protokoll des Gremiums „Statsekspropriationskommissionen for Jylland“ ist zu entnehmen, dass bei der Errichtung des Zauns keine Enteignungen von Flächen an der deutsch-dänischen Grenze nötig sind, um das 1,50 Meter hohe Sperrgitter samt 50 Zentimeter unterirdisch vergrabener Absperrung bauen zu können. Es gehe nur um Nutzungsbeschränkungen. Im Protokoll der Kommission lässt sich nachlesen, dass innerhalb von Wohnbebauung unmittelbar an der deutsch-dänischen Grenze, wie sie in den Bereichen Pattburg und Ruttebüll vorhanden ist, kein Abzäunung vorgenommen werden soll.

Wie früher berichtet werden auch grenzüberschreitende Straßen und Bahnlinien von der Abzäunung ausgenommen. Am 20. November geht das Verfahren der Kommission weiter.

Der dänische Umwelt- und Nahrungsmittelminister Jakob Ellemann-Jensen (Venstre) hat beim jüngsten Treffen der EU-Agrarminister die eigene Maßnahmen gegen die Schweinpest wie den 67 Kilometer langen Wildschweinzaum entlang der Grenze und gezielten Abschuss von Wildschweinen vorgestellt. Er sieht die Aufforderung der EU-Kommission an alle EU-Staaten, vor allem auch an bisher nicht von der Tierseuche betroffenen Staaten, die Tierseuche zu bekämpfen, als Unterstützung Dänemarks. Man wolle unbedingt die Schweinepest außer Landes halten, um die milliardenschweren Schweinefleichexporte nach Übersee nicht zu gefährden.

Minister: Rieseneinsatz Dänemarks

„In Dänemark haben wir bereits einen Rieseneinsatz geleistet, um Schweinepest im Land zu verhindern“, so Ellemann-Jensen. „Die Aufforderung der Kommission ist Wasser auf unseren Mühlen“, so der Minister, der den dänischen Einsatz zur Aufklärung von ausländischen Reisenden, keine Essensabfälle, die Viren der Schweinepest enthalten können, in die Natur zu werfen, erläutert hatte. In den vergangenen Wochen waren mehrsprachige Hinweisschilder und auch wildschweinsichere Abfallbehälter an Autobahnrastplätzen in Dänemark aufgestellt worden.
Ellemann-Jensen hatte in Brüssel an seine Kollegen appelliert, alle Infektionswege der Afrikanischen Schweinepest aufzudecken.

Deutsche und dänische Veterinärbehörden hatten im Frühjahr in Tondern darüber berichtet, dass die Afrikanische Schweinepest von russischen Truppen vor mehr als zehn Jahren aus Georgien nach Russland eingeschleppt worden ist. Nach rascher Ausbreitung innerhalb Russlands wurde durch infizierte Nahrungsmittel und infizierte Wildschweine die für Haus- und Wildschweine tödliche Seuche in die baltischen Staaten, Polen und Rumänien eingeschleppt. Ausbrüche in Belgien und Tschechien unter Wildschweinen belegen, dass die Übertragung der Seuche über sehr große Abstände über Lebensmittel aktuell die größte Gefahr auch für Dänmarks Seuchenfreiheitsstatus ist. Ellemann-Jensen möchte auch Risiken bekämpfen, z. B. durch Stroh- und Heu die Infektion weiterzutragen.

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