Kultur

Das Wegner-Museum soll in Etappen seine Türen öffnen

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Mit viel Holz und großen Glaspartien sollen die neuen Ausstellungsräume gebaut werden.

Der Vorstand glaubt, mit der schrittweisen Eröffnung Erfahrungen sammeln zu können. Daher wird der kommunale Betriebszuschuss bereits für 2026 beantragt. Im April kommenden Jahres könnte das Museum im Kleinformat auf dem Hof Hestholm sein Publikum empfangen.

Erfahrungen sammeln, das lokale, nationale und internationale Interesse ausloten, mit der Erfassung der bisherigen Möbelsammlung starten und Vermittlungs- und Forschungsresultate präsentieren. Diese Vorteile sieht der Vorstand, wenn das geplante Wegner-Museum zu Ehren des bekannten Möbeldesigners Hans J. Wegner zunächst in kleinerem Umfang seine Türen auf dem Hof Hestholm südöstlich von Tondern öffnet. Dies könnte schon im April 2026 möglich sein.

Mit Hofbesitzer Kurt Bucka, der das Anwesen für 15 Millionen kaufte, ist ein kleineres Sanierungsprojekt für das Wohnhaus des früheren Gutshofes erarbeitet worden. Dieses wird Platz für 800 Quadratmeter Ausstellungsfläche, für ein Café und einen Museumsshop schaffen. 

Antrag an die Kommune

Der Betrieb kann über eigene Mittel und drei Millionen Kronen von der Hans J. Wegners Zeichenstube finanziert werden. Dieser Zuschuss wird nur zur Auszahlung kommen, wenn das Projekt auch seitens des Staats, der Region oder der Kommune gefördert wird.

Daher ist der Vorstand bei der Kommune Tondern vorstellig geworden und beantragt jetzt, den für das Jahr 2027 bestimmten Betriebszuschuss in Höhe von 200.000 Kronen bereits im kommenden Jahr zu bekommen. Der Antrag wird dem Finanzausschuss auf seiner Sitzung in der kommenden Woche vorgelegt.

Wegners Töchter unterstützen Museumsprojekt

Projektleiterin Anne Blond vor dem Wohnhaus des früheren Gutshofes Hestholm (Archivfoto)

Die Kommune hat schon einiges an Geld für das Projekt bewilligt und hat auch eine Investition in Höhe von 15 Millionen Kronen in Aussicht gestellt. Zwischen 110 und 150 Millionen Kronen soll das Gesamtprojekt mit neuen Ausstellungsräumen kosten. Sogar im Staatshaushalt sind 5,5 Millionen Kronen für das Projekt vorgemerkt. Auch die beiden Töchter des weltbekannten Designers, Eva und Marianne Wegner, unterstützen das Projekt nicht nur ideell, sondern auch finanziell. Die beiden Schwestern haben zugesagt, den Betrieb des Museums jährlich mit drei Millionen Kronen zu fördern. Ihr Versprechen soll auch nach ihrem Tod Bestand haben.

Dem Vorstand schweben drei Finanzierungsmodelle vor, um das Museumsprojekt stemmen zu können. 1. Außerhalb Tonderns sollen weitere Geldmittel gesammelt werden. 2. Die größten Interessenten dieses Museums erwerben den Hof und überlassen ihn dem Museum. 3. Die dritte Lösung sollte sein, dass Kurt Bucka dem Museum den Hof gegen eine Hypothek überlässt.

„Ich habe den Hof nicht wegen meiner Frau gekauft, sondern für Tondern. Ein Wegner-Museum an diesem fantastischen Standort wäre ein großer Gewinn. Sonst würde Tondern sterben“, hat der Handwerker und Besitzer von Jejsing Trælasthandel og bygningssnedkeri gegenüber dem „Nordschleswiger“ bereits früher erklärt. Seine Frau Anne Blond ist die Direktorin des Museumsprojekts.

Ziel des Stiftungsvorstands ist es, Kurt Bucka das 1447 erstmals in den Geschichtsbüchern erwähnte Gehöft abzukaufen. Die nicht mehr originalen Wirtschaftsgebäude sollen abgerissen und durch neue, auf Pfählen ruhende Neubauten ersetzt werden. Mit dem Stelzenbau würde das Museum auch gegen Überschwemmungen und Sturmflut gesichert werden. Die Skizzenwürfe zeichnete das Kopenhagener Architekturbüro Cobe.

Auf Stelzen werden die Ausstellungsräume gebaut.

Nur das Wohnhaus soll bleiben

Ursprünglich war eine Fertigstellung 2026 vorgesehen, doch das Mega-Projekt lässt sich so schnell nicht umsetzen. Nur das charakteristische Wohnhaus des früheren Gutshofes soll bewahrt bleiben. Dort sollen unter anderem Verwaltungs- und Versammlungsräume, Büros etc eingerichtet werden.

Der Neubau entsteht aus einer Materialmischung aus Stahl, Glas und Holz. So hat die Architekturfirma Cobe den in organischen Formen gehaltenen Projektentwurf konzipiert.

 

Ein runder Hofplatz aus Holz ist geplant.