Kommunales

Rote Zahlen: Kommune erlässt den Tondernhallen die Schulden

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Der sportliche Teil wies ein Minus von 1,85 Millionen Kronen aus (Archivfoto).

Die Freizeitanlagen in Tondern bauten 2023 ein Minus von 1,8 Millionen Kronen. Eine politische Arbeitsgruppe schaut der Hallenleitung auf die Finger. Das Defizit hätte noch größer ausfallen können. Dafür gibt es zwei Gründe.

Seit 1. Januar 2024 sind die Tondernhallen keine körperschaftseigene Einrichtung mehr. Für die Kommune betreibt ein Verein der Nutzerinnen und Nutzer die Sporthallen, Schwimmhalle, Campingplatz etc.

In ihrem letzten Jahr als körperschaftseigene Einrichtung lief es finanziell nicht rund. 2023 wurden rote Zahlen geschrieben. Für den sportlichen Teil wurde ein Minus in Höhe von 1,2 Millionen Kronen erwirtschaftet. Der kommerzielle Teil (Platz für Wohnmobile, Jugendherberge und Campingplatz) erbrachte ein Defizit von 615.000 Kronen. So kam insgesamt ein Unterschuss in Höhe von fast 1,85 Millionen Kronen zusammen, womit das Eigenkapital belastet werden musste. Dieses war bis Ende 2023 auf ein Minus in Höhe von 1,8 Millionen Kronen nach Abschreibungen gerutscht.

Das Defizit hätte noch höher ausfallen können. 2023 wurde auch die letzte Rückzahlung als Kompensation im Rahmen der Corona-Pandemie in Höhe von 336.000 Kronen ausgezahlt. Günstig fiel auch eine Zahlung eines früheren Mitarbeiters in entsprechender Höhe aus. Der ehemalige Hallenwart wurde wegen Betrugs gegenüber seinem damaligen Arbeitgeber zur Zahlung einer Entschädigung verurteilt.

Da können wir nicht tatenlos zuschauen.

Jørgen Popp Petersen

Die Leitung begründet Personalausgaben als ausschlaggebend für das schlechte Abschneiden. Die Schulden an die Kommune erreichten einen Stand von 2,47 Millionen Kronen.

„Da können wir nicht tatenlos zusehen, denn auch 2024 und 2025 stehen ernste Herausforderungen mit einem noch größeren Unterschuss im Haushaltsansatz bevor, ohne dass es einen Handlungsplan gibt. Wenn es anderswo hinhaut, muss es dies auch in Tondern tun“, meint ein kritischer Bürgermeister Jørgen Popp Petersen von der Schleswigschen Partei (SP).

Politische Arbeitsgruppe

Der Stadtrat hat den Hallen zwar auf seiner jüngsten Sitzung die Schulden erlassen, doch es wird eine politische Arbeitsgruppe gebildet, die ein Auge auf die finanzielle Entwicklung in den Tondernhallen haben soll. Popp Petersen, Anita Uggerholt Eriksen (Tønder Listen), Torben Struck (Sozialdemokratie), Thomas Ørting Jørgensen (Venstre) gehören dem Gremium an. Denn im Abschlussbericht heißt es, dass man die finanzielle Situation in den Griff bekommen muss, um das Eigenkapital wieder ins Plus zu bringen.