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Sønderjyske für Mut und Naivität gnadenlos bestraft

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Dju Franculino traf dreimal gegen Sønderjyske.

Nach 20 glänzenden Anfangsminuten liefen übereifrige Sønderjyske-Fußballer beim FC Midtjylland naiv und blind ins offene Messer und kassierten in einem offenen Schlagabtausch eine 2:6-Ohrfeige. Eine Stunde lang war es ein Auftritt, der für die Superliga-Saison Mut macht – doch dann kam der Einbruch.

Ein Punkt lautet die Bilanz aus den ersten beiden Saisonspielen für die Superliga-Fußballer von Sønderjyske. Gegen Gegner wie AGF und den FC Midtjylland keine unerwartete Bilanz, aber dennoch sitzt man mit dem Gefühl da, dass mehr drin gewesen wäre.

In erster Linie beim 1:1 gegen AGF, aber so komisch es klingen mag, auch bei der 2:6-Klatsche beim dänischen Vizemeister war mehr möglich. Das klare Ergebnis täuscht über den Spielverlauf hinweg. Zwischen den Strafräumen musste Sønderjyske sich in spielerischer Hinsicht nicht verstecken. Das 6:2 ist aber ein Ausdruck für die großen Qualitätsunterschiede in den Strafräumen.

Sønderjyske wollte sich nicht hinten reinstellen, sondern mit dem FC Midtjylland Fußball spielen, wurde aber für seinen Mut gnadenlos bestraft. Der Sønderjyske-Auftritt war mitunter beeindruckend, aber phasenweise auch von Naivität geprägt. Und dann kann man sich solche unreifen Defensivaktionen wie die von Ebube Duru und Mohamed Cherif bei zwei der Gegentore nicht leisten.

Olti Hyseni vergab wie schon gegen AGF zu viele Möglichkeiten.

Aus Mut wurde mitunter Übereifer. So lief man ins offene Messer. Besorgniserregend war der Einbruch in der letzten halben Stunde, aber auch wie leicht ein glänzender Start und eine frühe Führung über den Haufen geworfen werden kann.

Sønderjyske war in den ersten 20 Minuten deutlich überlegen, in den nächsten 25 Minuten deutlich unterlegen. Der große Unterschied war hier die individuelle Klasse, verkörpert durch Dju Franculino. Der 21-Jährige aus Guinea-Bissau glänzte nach zwei Toren in seiner Superliga-Premiere diesmal mit einem Dreierpack – und rettete obendrein einen Ball von der eigenen Torlinie, den viele im Stadion bereits im Netz gesehen hatten.

Franculino wird die Superliga wohl nicht wegen seiner Defensivaktion beim Dropkick von Andreas Oggesen bald verlassen, sondern vielmehr aufgrund seiner herausragenden Offensivqualitäten. Diese Qualität hätte man sich auch bei den vielen Sønderjyske-Abschlüssen wünschen können.

Alexander Lyng erzielte die frühe Führung aus spitzem Winkel.

Das war schlichtweg zu wenig, was Sønderjyske aus vielen vielversprechenden Aktionen machten, und so ging ein offener Schlagabtausch mit 19 Abschlüssen für den FCM und 14 für Sønderjyske am Ende klar verloren.

Die ersten 20 Minuten waren mit das Beste, was diese Mannschaft in diesem Kalenderjahr gezeigt hat, das darf man nicht vergessen. Die erste Stunde machte in spielerischer Hinsicht Mut für die noch junge Superliga-Saison – das Defensivverhalten allerdings weniger.

FC Midtjylland - Sønderjyske (3:1) 6:2

Mohamed Cherif verursachte einen unnötigen Elfmeter.

0:1 Alexander Lyng (9.), 1:1 Dju Franculino (17.), 2:1 Adam Gabriel (27.), 3:1 Dju Franculino (35.), 4:1 Valdemar Byskov (65.), 5:1 Dju Franculino (Foulelfmeter/75.), 6:1 Mads Bech Sørensen (80.), 6:2 Magnus Jensen (Handelfmeter/85.)

FCM: Jonas Lössl – Adam Gabriel (73.: Kevin Mbabu), Han-beom Lee, Mads Bech Sørensen, Victor Bak – Aral Simsir (60.: Dario Osorio), Dani Silva, Oliver Sørensen (73.: Denil Castillo) – Edward Chilufya (60.: Valdemar Byskov), Dju Franculino, Mikel Gogorza.

Sønderjyske: Marcus Bundgaard – Maxime Soulas (58.: Matthew Hoppe), Magnus Jensen, Daniel Gretarsson – Tobias Klysner (46.: Mohamed Cherif), Tobias Sommer, Andreas Oggesen, Ebube Duru – Mads Agger (80.: Albert Rrahmani), Alexander Lyng (80.: Matti Olsen), Olti Hyseni (68.: Lukas Björklund).

Gelbe Karten: Tobias Sommer.

Schiedsrichter: Aydin Uslu. VAR-Schiedsrichter: Jacob Karlsen. Zuschauer: 8.861.