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Bremer Fußball-Fan liebt das besondere Flair bei Sønderjyske

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Sascha Fricke ist bei den meisten Sønderjyske-Heimspielen auf den Rängen zu finden.

Freunde und Familienangehörige wundern sich über die große Leidenschaft des 42-jährigen Deutschen für einen dänischen Fußball-Verein. Die persönliche Nähe zu den Spielern und zum Verein spielt für den Fußball-Fan aus Achim bei Bremen eine große Rolle.

Sascha Fricke hat Werder Bremen vor der Haustür, doch für den 42-jährigen Deutschen steht nicht die Fußball-Bundesliga ganz oben. Sein Herz schlägt für Sønderjyske.

„Das ist für mich eigentlich der größte Verein. Die Leute im Verein machen nicht einfach ihre Arbeit, sondern das ist deren Leidenschaft. Das spürt man einfach bei jedem Spiel. Jeder tut alles für den Klub“, sagt Sascha Fricke.

Die persönliche Nähe zu den Spielern und zum Verein spielt für den Fußball-Fan aus Achim bei Bremen eine große Rolle. Eine Nähe, die er bei Werder vermisst.

„Ich war schon jahrelang bei Werder, aber dort kommt man nicht so leicht an Karten und auch nicht so nah an die Mannschaft ran. Hier bei Sønderjyske ist einfach das besondere Flair, weil das hier so familiär ist. Ich habe gemerkt, man kann mit jedem schnacken, man kommt mit jedem hier ins Gespräch, man lernt die Leute alle kennen, sei es vom Vorstand, Casper (Sportchef Casper Daather, d. Red.) oder von der Mannschaft. Du kannst mit Marc Dal Hende oder Maxime Soulas nach dem Spiel ins Gespräch kommen. Das gefällt mir einfach. Das ist top“, erzählt Sascha Fricke mit leuchtenden Augen.

Sascha Fricke im Sydbank Park mit einem signierten Trikot von Lieblingsspieler Marc Dal Hende.

Angefangen hat alles vor mehr als einem Jahrzehnt, als sein in Pattburg lebender Vater ihn mit in den Sydbank Park in Hadersleben nahm.

„Mein Vater ist vor 15 Jahren nach Dänemark gekommen, war dann gleich bei einem Spiel vor Ort und hatte da die ehemaligen Bundesliga-Spieler Daniel Jensen und Tommy Bechmann gesehen. ‚Mensch, du, da musst du unbedingt mal ins Stadion kommen und dir das ansehen!‘ hat er mir gesagt. Das war mein erstes Erlebnis damals, vor 13 oder 14 Jahren. So ging es dann los“, so der Bremer, der daraufhin zunächst nur gelegentlich im Stadion war.

Die Besuche wurden aber immer häufiger, und in den vergangenen vier Jahren ist er nach eigener Aussage bei rund 80 Prozent der Spiele auf den Rängen zu finden gewesen, egal ob bei Heim- oder Auswärtsspielen. In der für den Sønderjyske-Klassenerhalt so magischen Osterwoche war er innerhalb von sieben Tagen in Hadersleben, Lyngby und Aalborg im Stadion vor Ort.

Sascha Fricke im Gespräch mit Marc Dal Hende.

Ein zeit- und kostenaufwendiges Hobby für den Bremer, der Geo-Wissenschaften studiert hat und lange als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität in Bremen tätig war. Leider wurde sein Vertrag zuletzt nicht verlängert.

Seine Freunde und Familienangehörige wundern sich über seine große Leidenschaft für Sønderjyske.

Sascha Fricke ist auch bei vielen Auswärtsspielen im Stadion – hier in Lyngby.

„Das können viele eigentlich nicht nachvollziehen – ist total verrückt. Aber andererseits habe ich schon einige überzeugt, und sie waren auch schon mehrfach hier. Sie haben vielleicht auch ein bisschen das Sønderjyske-Gefühl in sich und verfolgen zumindest aus der Ferne, wie es läuft: ‚Habt ihr wieder gewonnen, wie steht’s?‘ Ich finde es großartig, wenn ich andere mit meiner Begeisterung anstecken kann“, sagt Sascha Fricke.

Mit einem zweiten Hobby hält er sich fit. Der 42-Jährige ist Fußball-Schiedsrichter in der Bezirksliga. Als Schiedsrichter-Assistent kommt er in der Oberliga zum Einsatz.