Naturschutzprojekt

Flensburger Förde als Biosphärenreservat: Das sind die Pläne

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Die Flensburger Förde bei Kollund mit Blick Richtung Sonderburg

Die Flensburger Förde als Modellregion für das Miteinander von Mensch und Natur: Dieses Ziel hat sich die Apenrader Stadtratspolitik gesetzt. Dafür brauchen sie Hilfe – und die soll unter anderem aus der Kommune Sonderburg kommen.

Zwei Kommunen aus Nordschleswig wollen daran arbeiten, dass die Flensburger Förde als Unesco-Biosphäre ausgezeichnet wird. Die Kommune Apenrade (Aabenraa) hat eine Kommission gebildet (siehe Infokasten). Sie soll untersuchen, wie ein solcher Schutzstatus beantragt und erlangt werden kann.

Eine Unesco-Biosphäre, auch als Biosphärenreservat bezeichnet, ist eine von der Unesco ausgezeichnete Modellregion, in der das nachhaltige Zusammenleben von Mensch und Natur entwickelt und erprobt wird, um als gutes Beispiel voranzugehen.

„Es gilt, keine Zeit zu verlieren“

Die Stadtratspolitik in Apenrade hat diese Vision für die Flensburger Förde – und schickte nun eine Einladung nach Sonderburg, um die Nachbarkommune mit ins Boot zu holen.

Im aktuellen Haushalt für 2025 hat die Kommune Sonderburg bereits 300.000 Kronen für den Schutz und die Wiederbelebung der Flensburger Förde abgesetzt. Jetzt sollte schnell gehandelt werden, sagt Stadtratspolitiker Stephan Kleinschmidt (Schleswigsche Partei). „Mit Blick auf den Zustand der Förde gilt es, keine Zeit zu verlieren.“

Für wie realistisch hält Kleinschmidt es, dass die Flensburger Förde ein Unesco-Biosphärenreservat wird? „Ich weiß gar nicht, wie realistisch es ist. Was ich aber weiß und wovon ich überzeugt bin: Die Flensburger Förde braucht nicht nur kurzfristig konkrete Maßnahmen, um ihre Zerstörung aufzuhalten. Wir brauchen auch Initiativen, die diese Zerstörungen langfristig aufhalten und die Flensburger Förde wieder aufbauen und wiederbeleben.“

„Wir sind davon überzeugt, dass wir gemeinsam einen Unterschied für die Flensburger Förde und die angrenzenden Lokalbereiche machen können“, schrieb der Vorsitzende der Kommission, Stadtratspolitiker Theis Kylling Hommeltoft (Sozialdemokratie), in seinem Brief an Sonderburgs Bürgermeister Erik Lauritzen (Sozialdemokratie).

Ich empfinde das als sehr lahm, wir sollten in Sonderburg jetzt mal in die Gänge kommen.

Stephan Kleinschmidt

748 Unesco-Biosphärenreservate weltweit

Die Bitte aus Apenrade: Der Sonderburger Stadtrat möge ein Mitglied für den neuen Ausschuss entsenden sowie Kompetenzen und Ressourcen einbringen. Das erste Treffen der Kommission hat im Februar bereits stattgefunden. Weitere Treffen und ein Austausch sind in den kommenden Monaten geplant.

Derzeit gibt es 748 Unesco-Biosphärenreservate in 134 Ländern. Dänemark hat seit 2017 eines auf Møn, ein weiteres Unesco-Biosphärenreservat ist der Nordost-Grönland-Nationalpark. Auch das Schleswig-Holsteinische Wattenmeer und die Halligen sind ein Biosphärenreservat.

Bürgermeister verspricht „blitzschnellen Dialog“

An vielen Stellen entlang der Förde endet der Wald direkt an der Förde, wie hier am Sønderskov bei Sonderburg.

Bislang hat die Kommune Sonderburg kein Mitglied für den Apenrader Ausschuss entsandt, obwohl die erste Sitzung bereits stattgefunden hat und die Einladung seit Mitte Dezember 2024 vorliegt. „Das bedauere ich sehr. Ich empfinde das als sehr lahm, wir sollten in Sonderburg jetzt mal in die Gänge kommen. Es gilt, keine Zeit zu verlieren“, sagt Stephan Kleinschmidt.

Der Sonderburger Stadtrat behandelte die offene Einladung zur Teilhabe am Apenrader Ausschuss auf seiner Sitzung am Mittwochabend. Man hätte sich gewünscht, unterstrichen Mitglieder des Kommunalparlaments, von Anfang an in den Prozess der Ausschussgründung eingebunden worden zu sein.

Wichtig sei es nun aber, nach vorn zu blicken, so der Vorschlag von Sonderburgs Bürgermeister Erik Lauritzen (Sozialdemokratie), der einen „blitzschnellen Dialog“ mit Apenrade versprach. Der Stadtrat entschied am Abend: Der Austausch mit Apenrade über das Projekt wird intensiviert, und die Fraktionsvorsitzenden der Parteien sollen sich darauf einigen, welche Personen Mitglieder im Ausschuss werden sollen.

Die Kommission „17, stk. 4 udvalget“