Deutsches Haus Jündewatt

Sanierungsstau und vollgelaufener Keller: „Frösche waren auch schon da“

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Die Vorstandsmitglieder Hella Hartung, Sabine Quandt und Monika Sørensen sorgen sich um den Zustand des Deutschen Hauses in Jündewatt.

Der Trägerverein Deutsches Haus Jündewatt sieht sich nicht in der Lage, die nötigen Instandsetzungsmaßnahmen mit eigenen Mitteln zu stemmen, und erhofft sich Unterstützung vom Dachverband Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN). Dort gibt es für das Anliegen aus Jündewatt ein offenes Ohr.

Zum Glück ist gerade eine trockene Phase. In den Kellerräumen des Deutschen Hauses sind nur noch kleine Wasserlachen. Das sah vor einigen Tagen noch ganz anders aus.

„Das Wasser stand fast bis zu den Knien. Es ist ein großes Problem, das unbedingt gelöst werden muss, da durch das Volllaufen der Räume mit Folgeschäden zu rechnen ist“, sagt Hella Hartung, Vorsitzende des Vereins Deutsches Haus Jündewatt.

Sie steht dabei an der morschen Treppe zum Keller der über 80 Jahre alten Begegnungsstätte der deutschen Gemeinschaft. Einst diente das Haus auch als Schule.

Um den Keller bei hohem Wasserstand zu schützen, wird auf eine Pumpe zurückgegriffen. „Wenn sie verstopft oder aus anderen Gründen nicht ihren Dienst tut, ist das Malheur da. Der ganze Keller läuft voll. Ich habe sogar schon Frösche gesehen“, berichtet die Vorsitzende mit einem Seufzer.

Die Treppe zum Keller ist wegen der Feuchtigkeit marode. Eine der beiden unteren Stufen ist komplett weggebrochen.

Folgeschäden verhindern

Es besteht dringender Handlungsbedarf. Zum einen muss ein verlässliches Pumpensystem oder eine andere Lösung her, um das Eindringen von Wasser zu verhindern. Zum anderen müssen die Kellerräume trockengelegt und saniert werden, um Schimmelbildung zu verhindern.

Der Keller ist nicht die einzige Baustelle des Trägervereins. „Es gibt so einiges, was dringend gemacht werden muss. Man schaue sich nur mal diese Fensterbänke an“, so die Vorsitzende auf ein Fensterbrett im hinteren Raum zeigend, der mal ein Klassenzimmer war.

Das Volllaufen der Kellerräume ist für den Trägerverein des Deutschen Hauses Jündewatt ein großes Problem.

Rohrleitungen, elektrische Leitungen und auch die Wohnung im ersten Stock müssen saniert und modernisiert werden, so Hartung.

Die Einnahmen des Vereins, darunter Saal- und Wohnungsmiete sowie ein kommunaler Zuschuss, reichen für die erforderlichen Maßnahmen nicht aus. Der Vorstand setzt daher auf Unterstützung seitens des BDN, mit der Hoffnung, die Begegnungsstätte auf Vordermann bringen und bewahren zu können.

In Räumen des Hauses gibt es viel zu sanieren und instand zu setzen.
Der Zahn der Zeit hat auch an den Fensterbänken des ehemaligen Klassenraums genagt.

„Wir sind mit der BDN-Geschäftsführung in Kontakt. Der BDN schickt einen Sachverständigen, der den Keller und die Substanz des Hauses unter die Lupe nimmt. Das ist ja schon mal eine gute Sache“, zeigt sich Hella Hartung erleichtert.

Überblick verschaffen

Hella Hartung (l.) und Sabine Quandt, Vorsitzende und stellvertretende Vorsitzende des Trägervereins, mit besorgtem Blick nach draußen. Der Grundwasserstand wird für die Begegnungsstätte in Jündewatt zunehmend zu einem Problem.

Bernd Søndergaard, Hauptgeschäftsführer des BDN, betont, dass man dem Deutschen Haus Jündewatt große Bedeutung beimisst und bestrebt ist, dem Trägerverein bei wichtigen Maßnahmen zur Seite zu stehen. Einen Blankoscheck könne man natürlich nicht ausstellen, so Søndergaard etwas überspitzt.

„Wir halten es für sinnvoll, dass erst einmal ein Gesamtüberblick über erforderliche Maßnahmen verschafft wird. Man muss dann schauen, welche finanzielle Hilfe nötig und möglich ist“, so Søndergaard.

Mit dem Deutschen Haus Jündewatt und den ehemaligen deutschen Schulen in Mölby (Mølby) und Uk (Uge) gibt es in der Minderheit drei Einrichtungen, die als Begegnungs- und Kulturstätte der deutschen Gemeinschaft weiter genutzt werden.

„Sie sind wichtige Einrichtungen und wir versuchen, sie möglichst ausgewogen zu unterstützen. In Mölby gab es finanzielle Hilfe bei einem neuen Dach und in Uk bei der Erneuerung der Küche. Das Deutsche Haus Jündewatt hat vor nicht langer Zeit 80.000 Kronen für energetische und andere Maßnahmen erhalten, und während der Energiekrise bekamen die Einrichtungen einen Betriebszuschuss. Wir versuchen zu helfen, wo es möglich ist“, versichert der Hauptgeschäftsführer.

Er und nicht zuletzt der Trägerverein Deutsches Haus Jündewatt hoffen, dass die Mängelliste nicht allzu lang wird und die nötigen Sanierungsmaßnahmen in einem überschaubaren Rahmen bleiben.