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HSV ehrt seinen dänischen Europapokal-Helden

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Lars Bastrup neben Horst Hrubesch, Jimmy Hartwig und Ditmar Jakobs

Lars Bastrup spielte nur zwei Jahre für den Hamburger SV, hinterließ aber nicht zuletzt in der Saison, die zum Triumph im Europapokal der Landesmeister führte, einen starken Eindruck. „Ein Glücksgriff“, schreibt der HSV anlässlich des 70. Geburtstags des Fußballers auf seiner Webseite.

Lars Bastrup hat sich früh vom Sport und auch aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, ist aber beim Hamburger SV, wo er seine größten Erfolge feierte, nicht in Vergessenheit geraten.

„Bastrup hinterließ während seiner Zeit im HSV-Trikot tiefe Spuren, nachdem er Anfang der 1980er-Jahre zu einem zentralen Baustein in der goldenen Ära des Hamburger SV geworden war“, schreibt der Verein anlässlich des 70. Geburtstages des dänischen Fußballers auf seiner Webseite.

„1981 holten Manager Günter Netzer und Trainer Ernst Happel den damals 26-jährigen Nationalspieler an die Elbe – ein Transfer, der sich als Glücksgriff herausstellen sollte. Bastrup überzeugte nicht nur sportlich als Stürmer, sondern auch menschlich als guter Typ. Mit seiner quirligen Art und Schnelligkeit – weshalb er den Spitznamen „Wiesel“ erhielt – sowie mit seiner offenen und herzlichen Art eroberte er die Herzen der HSV-Fans und begründete eine sogar noch bis in die heutige Zeit währende Fanbindung vieler Dänen zum HSV“, schreibt hsv.de.

Kieferbruch nach brutalem Foul im Europapokal-Finale

In seiner ersten Saison 1981/82 absolvierte Bastrup alle 34 Bundesliga-Spiele, erzielte 13 Tore und wurde gleich deutscher Meister. Zudem stand er mit den Rothosen im UEFA-Cup-Finale – ein Vorgeschmack auf noch größere Triumphe, auch in den internationalen Wettbewerben, in denen Bastrup immer wieder ganz besonders zu glänzen wusste. Und dies insbesondere als Torschütze: Sechs Treffer im Europapokal bescherten ihm den Beinamen „Mr. Europacup“.

„Unvergessen bleibt sein Auftritt in der Saison 1982/83, als er im Viertelfinale gegen Dynamo Kiew alle drei HSV-Tore erzielte und sich damit einen festen Platz in der Startelf für das große Finale in Athen gegen Juventus Turin verdiente. Dort wurde er jedoch zum tragischen Helden“, so hsv.de.

Nach einer knappen Stunde musste er nach einem brutalen Foul von Claudio Gentile mit doppeltem Kieferbruch ausgewechselt werden – wie sich Uli Stein später erinnerte, trank Bastrup beim anschließenden Siegerempfang nur „aus der Schnabeltasse“. An diesem Abend errang der HSV durch ein Tor von Felix Magath den Titel Europapokalsieger der Landesmeister – der größte Triumph der Vereinsgeschichte der Hamburger und der Karriere von Lars Bastrup, der vor seiner HSV-Zeit auch von 1975 bis 1977 unter Otto Rehhagel bei Kickers Offenbach kickte.

Neuer Lebensweg

Nach zwei Jahren verließ Bastrup den HSV und kehrte nach Dänemark zurück, wo er bei IK Skovbakken spielte, bis eine Knieverletzung 1986 seine Karriere beendete. Doch auch nach dem Fußball blieb Bastrup ein vielseitiger Mensch, der schließlich einen ganz neuen Lebensweg fand: Gemeinsam mit seiner Frau leitete er eine messianisch-jüdische Gemeinde in Aarhus.