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Zerbrechliche SønderjyskE-Kicker brechen wieder ein

Zerbrechliche SønderjyskE-Kicker brechen wieder ein

Zerbrechliche SønderjyskE-Kicker brechen wieder ein

Hadersleben/Haderslev
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Tobias Anker köpft in der 88. Minute zum 2:2-Endstand ein. Foto: André Thorup/Ritzau Scanpix

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Der Superliga-Absteiger hat beim 2:2 nach 2:0-Führung gegen Vendsyssel leichtfertig zwei Punkte verschenkt und geht mit einem Rückstand von drei Punkten auf die Aufstiegsplätze in die Länderspiel-Pause. Das dünne Nervenkostüm sorgt für Sorgenfalten.

Ein klarer SønderjyskE-Sieg schien sich anzubahnen, doch nicht zum ersten Mal in der laufenden Saison ist der Superliga-Absteiger nach einer starken ersten Halbzeit wie ein Kartenhaus eingestürzt.

Die SønderjyskE-Fußballer hatten im Verfolgerduell vor 2.706 Zuschauern in Hadersleben gegen Vendsyssel FF Spiel und Gegner eine Halbzeit lang voll im Griff und hätten zur Halbzeitpause mit mehr als zwei Toren Unterschied führen müssen, sind aber in der zweiten Hälfte fürchterlich eingebrochen und haben sich nach einer 2:0-Führung mit einem 2:2-Unentschieden begnügen müssen.

Ein Muster ist zu erkennen

Das Unentschieden fühlte sich wie eine Niederlage an und zeigte wieder einmal, wie zerbrechlich der Superliga-Absteiger nach der Negativserie der vergangenen Saison und vielleicht auch nach den Turbulenzen in den Kulissen ist.

„Ich kann nicht leugnen, dass da ein Muster zu erkennen ist. Wir haben jedenfalls nicht zum ersten Mal erlebt, dass wir uns schwertun, ein Spiel wieder in den Griff zu bekommen, wenn wir erst unter Druck geraten sind“, sagt SønderjyskE-Trainer Henrik Hansen zum „Nordschleswiger“.

Die Mannschaft ist viel zu leicht vom Kurs abzubringen, und es stemmen sich zu wenige Spieler dagegen, wenn der Wind ins Gesicht steht. Von den erfahrenen Spielern darf man da mehr verlangen.

Sechs Siege, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen. So lautet die Zwischenbilanz von SønderjyskE nach 10 von 32 Spieltagen. Der Superliga-Absteiger hatte sich nach dem zwischenzeitlichen Durchhänger wieder gefangen, doch auf einen Aufstiegsplatz wird SønderjyskE erst klettern, wenn es endlich einmal gelingt, zwei Halbzeiten hintereinander gut zu spielen.

2:0 nach einer Viertelstunde

Das hatte Hand und Fuß, was die Hellblauen in der ersten Halbzeit gegen die gut in die Saison gestarteten Nordjüten machten. Berauschend war es nicht immer, aber man hatte stets das Gefühl, dass sie Spiel und Gegner im Griff hatten.

Ein genialer Steilpass von Marc Dal Hende auf Emil Frederiksen sowie ein Doppelpass zwischen Sefer Emini und Emil Frederiksen hatten für eine 2:0-Führung nach einer Viertelstunde gesorgt. SønderjyskE ließ danach den Gegner kommen und glänzte einige Male mit gutem Direktspiel, doch Marc Dal Hende, Emil Frederiksen und José Gallegos ließen die Möglichkeiten aus, den Vorsprung auszubauen.

„Wir hatten die totale Kontrolle in der ersten Halbzeit, haben aber das Spiel nach dem ersten Gegentor aus der Hand gegeben. Das irritiert mich am meisten, dass wir zu keinem Zeitpunkt in der zweiten Halbzeit wieder den Zugriff bekommen haben. Das war eine lange Abwehrschlacht, und das ist für Vendsyssel von Vorteil“, so der SønderjyskE-Trainer.

Vendsyssel punktet durch Eckbälle

Ein Eckball hatte nach etwas mehr als einer Minute der zweiten Halbzeit den Anschlusstreffer herbeigeführt, und es war auch ein Eckball, der in der 88. Minute für den mittlerweile fälligen Ausgleich sorgte. Ein völlig unnötiger Eckball, den Rasmus Wikström hergeschenkt hatte, als er den Ball vor der Nase des fangbereiten Nicolai Flø wegschnappte und über die Torauslinie beförderte.

„Ganz logisch, dieses Unentschieden fühlt sich wie eine Niederlage an. Es ist die Realität, dass wir zwei Punkte verschenkt haben“, ärgert sich Henrik Hansen: „Es ist zweifelsohne der Schlüssel für uns, dass wir besser werden müssen, in solchen Spielen den Sack zuzumachen.“

SønderjyskE geht als Tabellendritter mit einem Rückstand von vier Punkten auf Vejle Boldklub und drei Zählern auf Hvidovre IF in die Länderspielpause. Danach wartet am 1. Oktober das Auswärtsspiel beim Tabellenschlusslicht Nykøbing FC.

SønderjyskE - Vendsyssel FF (2:0) 2:2

1:0 Emil Frederiksen (4.), 2:0 Sefer Emini (15.), 2:1 Lasse Steffensen (47.), 2:2 Tobias Anker (88.)

SønderjyskE: Nicolai Flø – Maxime Soulas, Luka Racic, Rasmus Wikström – Rasmus Vinderslev, Sefer Emini, Mads Albæk (77.: Adnan Hadzic), Marc Dal Hende – Emil Frederiksen (77.: Mikkel Ladefoged), Emil Berggreen (84.: Lukas Björklund), José Gallegos (68.: Ryan Johnson Laursen).

Gelbe Karten: Maxime Soulas, Sefer Emini – Tobias Anker.

Schiedsrichter: Benjamin Helm Svedborg. Zuschauer: 2.706.

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