Eishockey

Spektakuläre Aufholjagd von SønderjyskE

Jens Kragh Iversen
Jens Kragh Iversen Sportredaktion
Woyens/Vojens
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Christian Silfver (links) war dreifacher Torschütze. Foto: Karin Riggelsen

Die Eishockeyspieler von SønderjyskE haben die Attacke des Verfolgers  abgewehrt und sind vor den Playoffs kaum noch vom zweiten Tabellenplatz zu verdrängen.

Die 3.248 Zuschauer kamen in der Woyenser Frøs Arena voll auf ihre Kosten, als die Hellblauen mit einer spektakulären Aufholjagd aus einem 3:5-Rückstand acht Minuten vor Schluss noch einem 6:5-Sieg nach Verlängerung machten.

Phil Marinaccio wurde nach nur 22 Sekunden der Verlängerung der Matchwinner, doch der große Held des Nachmittags war Christian Silfver. Der finnische Verteidiger glänzte mit drei Schlagschuss-Toren und verhinderte, dass es im Kampf um eine Top-2-Platzierung für SønderjyskE noch einmal spannend wird.

Die Hellblauen sind im Endeffekt für ein großes Kämpferherz in den letzten beiden Dritteln belohnt worden und zeigten in der Offensive auch viele gute Aktionen, dennoch gibt es nach den letzten beiden Auftritten Grund zur Sorge.

Foto: Karin Riggelsen

Zwei Tage nach dem Punktverlust beim 2:1-Sieg nach Penaltyschießen auswärts gegen Tabellenschlusslicht Odense Bulldogs spielte SønderjyskE zu oft kopflos und konnten über 60 Minuten gesehen nicht das bringen, was die Mannschaft in der laufenden Saison stark gemacht hat. Die Einsatzfreude kam erst mit Verspätung und in Sachen taktische Disziplin wurde immer wieder Pausen eingelegt.

Die Gastgeber waren im Anfangsdrittel zu wenig auf ihren Kufen unterwegs, hinkten ständig hinterher, handelten sich Zeitstrafen ein und konnten sich glücklich schätzen nach den ersten 20 Minuten nur 0:1 hinten zu liegen. Die Schiedsrichter hatten den zweiten regulären Frederikshavn-Treffer verpasst. Der Puck prallte nicht vom Lattenkreuz ab, sondern von der hinteren Querstange des Tores.

Dies sollte aber nicht die einzige Fehlentscheidung des schwachen Schiedsrichter-Gespannes sein, das mit einer eigenwilligen Regelauslegung erst in der 32. Minute die erste Strafzeit gegen die Gäste verhing. Zu diesem Zeitpunkt standen bei den Hausherren bereits 28 Strafminuten zu Buche.

Foto: Karin Riggelsen

Die Hellblauen können es sich aber in erster Linie selbst zuschreiben, dass sie fast über das gesamte Spiel hinweg einem Rückstand hinterherliefen. Die Einsatz- und Laufbereitschaft war ab dem zweiten Drittel da, doch im Eifer, den Rückstand wieder wettzumachen, rannten sie oft blind an und ins offene Messer, ohne hinten abzusichern.

Die Frederikshavn White Hawks schienen mit dem 5:3-Führungstreffer in der 50. Minute die Vorentscheidung erzwungen zu haben, konnten aber dem massiven Druck der angriffsfreudigen Gastgeber nicht stand halten und wurden noch abgefangen.

SønderjyskE hatte nicht nur das Pokal-Halbfinale gegen die Frederikshavn White Hawks verloren, sondern auch die beiden bisherigen Heimspiele der laufenden Saison. Mit dem ersten Heimsieg ist Frederikshavn aber abgehängt.

Foto: Karin Riggelsen

Vier Spieltage vor Ende der regulären Saison beträgt der Vorsprung auf die drittplatzierten Nordjüten neun Punkte, der Abstand nach oben scheint aber groß geworden zu sein, nicht zuletzt wegen der zu geringen Ausbeute in Odense. Auswärts gegen das Schlusslicht hat es nur zu vier von neun möglichen Punkten gereicht. Das könnte SønderjyskE im Endeffekt den ersten Platz gekostet haben.

SønderjyskE - Frederikshavn White Hawks (0:1,2:2,3:2) 6:5 n.Verl.
0:1 William Boysen (12:54), 1:1 Christian Silfver (21:18/Ass.: T.J. Moore), 1:2 Dale Mitchell (30:36/5 gegen 4), 2:2 T.J. Moore (34:21/Ass.: Matt Prapavessis, Frederik Bjerrum/5 gegen 4), 2:3 Cameron Spiro (35:20), 2:4 (Mathias Mølgaard (43:23), 3:4 Christian Silfver (47:34/Ass.: Phil Marinaccio), 3:5 Cameron Spiro (49:10/5 gegen 4), 4:5 Christian Silfver (52:18/Ass.: Gabriel Desjardins), 5:5 Frederik Bjerrum (55:46/Ass.: Kyle Wharton, Rod Pelley), 6:5 Phil Marinaccio (60:22/Ass.: Matt Prapavessis, T.J. Moore).
Zeitstrafen: 2x10 (Frederik Rasmussen, Jordan Pietrus) und 5x2 – FWH 3x2 Minuten. Schiedsrichter: Jacob Grumsen/René Jørgensen. Zuschauer: 3.248.

Foto: Karin Riggelsen
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