Eishockey

Nationaltrainer wünscht sich weniger Legionäre in der Liga

Nationaltrainer wünscht sich weniger Legionäre in der Liga

Nationaltrainer wünscht sich weniger Legionäre in der Liga

Apenrade/Aabenraa
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Heinz Ehlers ist seit Sommer 2018 dänischer Nationaltrainer. Foto: Tonni Paibjerg

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Heinz Ehlers fordert Dänemarks Liga-Klubs dazu auf, anstatt das Geld für den siebten oder achten ausländischen Spieler auszugeben, mehr in den Trainerstab zu investieren.

Vielerorts hat man trotz der coronabedingt angespannten wirtschaftlichen Lage mit Spielern nachgerüstet, meistens aus dem Ausland. SønderjyskE ist einer der wenigen dänischen Liga-Vereine, die sich in der ersten Hälfte der laufenden Saison zurückgehalten haben. Die Hellblauen haben aktuell sogar die wenigsten Legionäre aller neun Liga-Klubs.

Fünf Ausländer stehen derzeit bei SønderjyskE unter Vertrag, bei den meisten Konkurrenten sind es sechs oder sieben. Nur die Herlev Eagles haben mit acht das Ausländer-Kontingent voll ausgeschöpft.

Eine Änderung des Ausländer-Kontingentes schlägt Dänemarks Nationaltrainer vor. Heinz Ehlers hofft, dass künftig nur sechs und nicht acht Legionäre erlaubt sind, so wie es von den Liga-Vereinen vor Saisonbeginn diskutiert wurde. Der Vorschlag fand aber keine Mehrheit.

„Könnte man vielleicht die Saison mit sechs Ausländern beginnen und weiter ein vernünftiges Niveau in der Liga bewahren? Vielleicht könnte man den Klubs die Möglichkeit geben, ab dem 1. Dezember einen weiteren Spieler zu holen, damit Platz da ist, um Spieler für die Junioren-WM abzugeben“, schlägt Heinz Ehlers in einem Interview mit der Liga-Webseite „metalligaen.dk“ vor.

Cameron Brown und Matt Prapavessis gehören zum Ausländer-Quartett von SønderjyskE in dieser Saison. Foto: Karin Riggelsen

Der Nationaltrainer wünscht sich, dass die Vereine anstatt das Geld für den siebten oder achten ausländischen Spieler auszugeben, mehr in die Infrastruktur der Vereine  investieren. Eine Ausweitung des Trainerstabes sei seiner Ansicht nach der richtige Weg.

„Es laufen einfach zu viele Talente herum, die nicht das Optimale aus ihrem Potenzial herausholen. Es gibt Spieler, die auf den Kufen gut unterwegs sind und über einen guten Schuss verfügen, aber von der Entwicklung her stagniert sind. Würde es in den Klubs einen Fitnesstrainer geben, der nach dem Training diese Spieler weiterhelfen könnte, einen Extraeinsatz zu leisten, wäre das schon gut.“

Der 54-Jährige ist nach vielen Jahren in der Schweiz in diesem Jahr in die Heimat zurückgekehrt und zeigt sich vom Niveau in der dänischen Liga positiv überrascht, findet aber auch, dass bei vielen Spielern Luft nach oben ist.

„Mein Eindruck ist es, dass es viele tüchtige Spieler in der Liga gibt, die als 20-Jährige vielleicht nicht nach Schweden oder Nordamerika gekommen sind und sich es in der dänischen Liga gemütlich machen. Hilft man diesen Spielern auf die Sprünge und arbeitet man tagtäglich auf individueller Basis mit diesen Spielern, können sie den nächsten Schritt machen“, meint Heinz Ehlers und weist auf Spieler wie Niklas Andersen und Anders Krogsgaard hin, die ihre Entwicklung fortgesetzt haben und mit Verträgen in der Deutschen Eishockey Liga belohnt worden sind, obwohl sie schon Mitte 20 sind.

Ausländer in der Liga:

8: Herlev

7: Rungsted, Aalborg, Esbjerg, Frederikshavn

6: Herning, Rødovre, Odense

5: SønderjyskE 

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