Tunnelbau

Fehmarn-Bauherr veröffentlicht Umweltdaten

Fehmarn-Bauherr veröffentlicht Umweltdaten

Fehmarn-Bauherr veröffentlicht Umweltdaten

Ritzau/wt
Kopenhagen
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Mit Sonar möchte man den Schweinswalen in die Karten schauen. Foto: shz.de

Der dänische Naturschutzverband lobt die Initiative der Tunnelbauer.

Während Naturschutzorganisationen in Deutschland gegen den Fehmarnbelt-Tunnel angehen, gibt es Lob für die Tunnelbauer vom dänischen Naturschutzverband, Danmarks Naturfredningsforening (DN).

Femern A/S hat nämlich am Montag ein neues Online-Portal eröffnet, in dem sämtliche Umweltuntersuchungen der Gesellschaft einzusehen sind. Live-Daten von 14 Messstationen im Fehmarnbelt können ebenfalls verfolgt werden.

Das Portal ist nach dem Meerriesen Ägir aus der nordischen Mythologie benannt. DN lobt das Projekt.

„Eine Schatztruhe. Ein klassisches Beispiel für Offenheit“, sagt Naturgeograf Michael Løvendal Kruse, Fehmarnbeltverantwortlicher bei DN.

Schweinswale überwachen

Das Schicksal des Ostsee-Schweinswales ist eine Frage, die Naturschützern Sorge bereitet. Der Bestand ist auf 200 bis 300 Tieren geschrumpft. Diese Wale werden neben anderen Tierarten laufend überwacht.

„Bojen im Fehmarnbelt sind mit verschiedenen Messgeräten ausgerüstet, hierunter auch Sonargeräte. Schwimmt ein Schweinswal auf Jagd vorbei, sendet er Radiowellen aus, ähnlich wie es die Fledermäuse tun“, erläutert der Naturschützer.

„Aus den Tonaufnahmen der Bojen lässt sich darauf schließen, ob der Wal jagt oder andere in der Nähe ruft. So erhält man ein gutes Bild darüber, wie viele Schweinswale es gibt, wo sie Nahrung suchen und wo sie sich vermehren“, so Løvendal Kruse, der die Initiative als „genial“ bezeichnet.

Behörde hofft auf wichtige Daten

Auch die Umweltbehörde bezeichnet das Portal als Interessant.

„Frische Online-Daten vom Fehmarn-Projekt können wir mit unseren eigenen Schiffs-Messungen vergleichen. So können wir die Entwicklung in diesem Teil der dänischen Gewässer genauer verfolgen“, sagt der Büroleiter bei der Umweltbehörde, Harley Bundgaard Madsen.

Auch Sauerstoff- und Strömungsverhältnisse können in Echtzeit verfolgt werden, erklärt Anders Bjørnshave, Umweltchef bei Femern A/S.

„Das ist für Fischer interessant, da sie sehen können, ob die physischen Verhältnisse am Meeresboden zulassen, dass Fische sich dort aufhalten können“, sagt er.

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wird am Dienstag über die Beschwerden von sieben Klägern gegen das Tunnelprojekt entscheiden.

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