Fussball

Der Fußball verbindet Exil-Nordschleswiger in der Hauptstadt

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Gemütliches Beisammensein bei einer Veranstaltung vor dem FCK-Spiel im Kopenhagener „Parken“ – vorne (2. v. r., mit Mütze) „Treffpunkt“-Stifter Frederik Cold

„Treffpunkt“ ist kein offizieller Fanklub von Fußball-Superligist Sønderjyske, bietet aber Exil-Nordschleswigern in Kopenhagen die Möglichkeit für ein geselliges Zusammensein bei Sønderjyske-Spielen in der Hauptstadt-Region oder am Bildschirm.

800 Sønderjyske-Fans füllten am Sonntag im Kopenhagener „Parken“ den Gästeblock und konnten einen seltenen Punktgewinn gegen den dänischen Rekordmeister FCK bejubeln. Darunter waren auch viele Exil-Nordschleswiger, die in der Fan-Gemeinschaft „Treffpunkt“ zusammengefunden haben und immer vor Ort sind, wenn Fußball-Superligist Sønderjyske in der Hauptstadt-Region spielt.

Die Idee hatte 2013 der Haderslebener Frederik Cold, der einen Ort vermisste, wo er sich mit Gleichgesinnten die Sønderjyske-Spiele ansehen konnte.

„Wir haben bei der Kneipe ‚Krølben‘ angefragt, ob sie Fuglsang-Bier servieren würden, dann würden wir auch kommen und die Sønderjyske-Spiele auf dem Bildschirm verfolgen. Das haben wir dann auch gemacht, bis die Kneipe dicht machte“, erzählt Frederik Cold, der in seiner Jugend Fußball auf hohem Niveau beim HFK spielte, unter anderem mit dem früheren U20-Nationalstürmer Henrik Toft.

Kasper Riisberg konnte sich über einen Sønderjyske-Punkt im „Parken“ freuen.

Aus den Kneipenbesuchen wurden gemeinsame Besuche in Stadien der Hauptstadt-Region und regelmäßige Veranstaltungen.

„‚Treffpunkt‘ ist kein Fanklub mit Mitgliedern, die Mitgliedsbeitrag zahlen. Es ist eine Möglichkeit, uns zu einem gemütlichen Beisammensein zu treffen. Die, die Lust haben, kommen“, sagt der Haderslebener Kasper Riisberg, der viele der Veranstaltungen koordiniert.

„‚Treffpunkt‘ ist eine Gemeinschaft, wo wir hauptsächlich bei Fußballspielen versuchen, Leute aus Sønderjylland zusammenzubringen und in aller Gemütlichkeit das Interesse für Sønderjyske zu pflegen“, so Kasper Riisberg, dessen Vater Stig Riisberg, Ende der 1980er-Jahre die erste Mannschaft vom HFK betreute und danach viele Jahre Trainer der zweiten HFK-Mannschaft war.

Lars Søndergaard, Andreas Jessen und Tobias Klindt (von links), ehemalige Schüler der deutschen Schulen in Tingleff bzw. Hadersleben, besuchen auch die Veranstaltungen von „Treffpunkt“.

Zu den Höhepunkten gehören die Pokalspiele von Sønderjyske gegen unterklassige Gegner in der Hauptstadt-Region, von denen es in den vergangenen Jahren viele gegeben hat.

„Bei den Pokalspielen machen wir gemeinsam mit dem gegnerischen Klub eine Veranstaltung, wo es was zu essen und zu trinken gibt. Bei diesen Feierabendveranstaltungen sind wir meistens zwischen 10 und 40 Leute“, erzählt Kasper Riisberg.

Bei diesen Veranstaltungen sind auch die Verantwortlichen von Sønderjyske, Sportchef Casper Daather und Vorstandsvorsitzender Søren Davidsen, zu Besuch gewesen.

Punschwald am Collegium 1961 in Hellerup

„Søren Davidsen war auch da, als wir vor dem Collegium 1961 in Hellerup einen Punschwald gebaut hatten und Glögg mit Rum servierten“, ergänzt der Tingleffer Tobias Klindt.